Berufungsprozess am Landgericht in Wuppertal

Verkehrsrüpel muss nach Unfall 2500 Euro Strafe zahlen

Im Juli 2020 verursachte ein 31-Jähriger einen schweren Autounfall auf dem Balkhauser Weg.
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Im Juli 2020 verursachte ein 31-Jähriger einen schweren Autounfall auf dem Balkhauser Weg. Er muss nun 2500 Euro Strafe zahlen.

Im Juli 2020 verursachte ein 31-Jähriger einen schweren Autounfall auf dem Balkhauser Weg.

Von Dirk Lotze

Nach einem schweren Autounfall auf dem Balkhauser Weg zahlt ein 31 Jahre alter Angeklagter aus Solingen im Berufungsprozess vor dem Landgericht Wuppertal 2500 Euro Geldbuße. Er begibt sich in fahrpsychologische Schulung und vermeidet damit ein Strafurteil wegen fahrlässiger Körperverletzung an seiner Beifahrerin (23).

Der Mann verbüßt derzeit Haft im offenen Vollzug nach langer Reihe von Straftaten im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr: Körperverletzung, Schlägereien, Bedrohung, Diebstahl eines Audi A8, Fahrten ohne Fahrerlaubnis mit gestohlenen Kennzeichen, Fluchtfahrten vor der Polizei und Verkehrsunfallflucht.

Bei dem Unfall von Juli 2020 war der Angeklagte in einem 1er-BMW von der Innenstadt Richtung Glüder unterwegs. Auf einem überwiegend geraden Stück überholte er einen Motorradfahrer. Als an der nächsten Kurve Gegenverkehr auftauchte, gab er zusätzlich Gas, zog nach rechts und verlor die Kontrolle über seinen Wagen. Der BMW schleuderte, rammte einen Baumstumpf und ein Verkehrsschild und landete in einer Böschung. Der Mann und seine Beifahrerin (23) erlitten Prellungen, die Frau war zwei Wochen krank geschrieben. Rennanschnallgurte im Wagen hatten womöglich Schlimmeres verhindert; das Auto war Schrott.

Der BMW kam von der Fahrbahn ab und landete in einem Waldgebiet.

Auto fahren ist sein Hobby

Der Motorradfahrer berichtete: „Ich habe hinter mir seinen Motor aufheulen gehört und dann erschien er neben mir.“ Wahrgenommen habe er ein „Radiergeräusch“, erläuterte der Mann: „Wie wenn Reifen an der Haftungsgrenze sind. Das kenne ich von einem Sicherheitstraining.“ Auch er habe das entgegenkommende Auto gesehen: „Ich habe gebremst, ich wollte nicht in einen Trümmerhaufen fahren.“

Der Angeklagte ist ledig, arbeitet angestellt als Handwerker und nennt als Hobby Autos und Fahren auf dem Nürburgring. Im Landgericht war er mit zusätzlichem Anwalt erschienen und gab an: Er glaube, er habe durch sein Manöver einen schwerer wiegenden Unfall mit dem Motorradfahrer verhindert: „Ich nehme mehr wahr als andere Autofahrer. Ich kann das einschätzen.“

Das Amtsgericht Solingen hatte gegen den Mann in erster Verhandlung nicht rechtskräftig 3600 Euro Geldstrafe verhängt, seine Einkünfte von drei Monaten. Mit der Verfahrenseinstellung ist das nun vom Tisch: Der Staatsanwalt ließ sich überzeugen, das Gericht trägt das Urteil mit.

Die verletzte Beifahrerin war zur Aussage mit dem Angeklagten zusammen erschienen und hatte erklärt, sie wolle keine Verurteilung: „Er fährt super, sonst wäre ich nicht eingestiegen.“

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