Gericht

Vergewaltigung: Opfer flüchtete aufs Dach

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Das Landgericht in Wuppertal.

34-jähriger, alleinerziehender Vater soll sich an 16-Jähriger vergangen haben.

Von Dirk Lotze

Solingen. Während der Vergewaltigung einer 16 Jahre alten Jugendlichen in einer Wohnung in Ohligs soll der Sohn des 34 Jahre alten Angeklagten in einem Nebenraum gewesen sein: Der Junge im Kleinkindalter habe während des Geschehens vom Juni 2020 geschlafen. Das wurde am Donnerstag vor dem Landgericht in Wuppertal bekannt. Der angeklagte, alleinerziehende Vater muss sich wegen mehrfacher, gewaltsamer Übergriffe innerhalb mehrerer Stunden auf eine Tochter einer früheren Lebensgefährtin verantworten.

Das Mädchen habe bei ihm übernachtet. Der Vorsitzende Richter verlas einen Brief des Mannes aus der Untersuchungshaft an die Jugendliche, in dem er um Entschuldigung bat. Seine Worte: „Es tut mir leid. Ich weiß nicht, wie es kam, dass ich die Kontrolle verloren habe.“

Das Landgericht muss die Vorwürfe unabhängig prüfen. Der Angeklagte ist einschlägig vorbestraft nach der Vergewaltigung einer Ex-Freundin 2013. Er war von 2017 bis 2019 in Haft und nahm anschließend an einer Weiterbildung teil, ohne Arbeit zu haben.

Im aktuellen Prozess geht die Anklage davon aus, dass die Jugendliche in der Nacht zum 24. Juli vergangenen Jahres nach einem ersten Teil der gewaltsamen Übergriffe vorübergehend auf das Dach der Wohnung flüchtete. Sie habe vorgetäuscht, sie müsse zur Toilette. Vom Dach aus habe sie versucht, Außenstehende auf sich aufmerksam zu machen, sie sei aber nicht bemerkt worden. Der Angeklagte habe ihre Rückkehr in die Wohnung abgewartet und anschließend seine Tat fortgesetzt. Einen Teil der Übergriffe habe er gefilmt. Am Morgen schließlich sei die 16-Jährige aus der Wohnung entkommen. Sie soll sich einer Bekannten anvertraut haben. Die wiederum habe die Polizei benachrichtigt.

Im Gericht sagten Polizisten aus, der 34-Jährige habe sich seiner Festnahme gefügt und sofort Aussagen gemacht. In seiner Wohnung hätten sich Hinweise auf Video-Aufnahmen gefunden, außerdem Sex-Hilfsmittel. Das Jugendamt nahm den Sohn des Mannes in Obhut.

Nach dem Geständnis muss 16-Jährige nicht erneut aussagen

Die Anwältin der Jugendlichen teilte mit, deren Familie sehe im Entschuldigungsversuch des Mannes lediglich den Versuch, eine mildere Strafe zu erreichen. Laut Gericht hatte die 16-Jährige auf der Rückseite des Briefs vermerkt: Er könne sich den „sonst wo hin stecken“. Durch das Geständnis des Mannes bleibt ihr eine erneute Aussage erspart.

Das Gericht will voraussichtlich am 17. Februar den Prozess abschließen und sein Urteil verkünden.

Nach einem lebensgefährlichen Angriff mit siedendem Wasser auf ihren eigenen, 18-jährigen Sohn muss eine 49 Jahre alte Solingerin als gemeingefährlich eingestuft in eine psychiatrische Klinik. Sie sei andauernd schwer psychisch erkrankt, stellte das Landgericht Wuppertal fest.

Ein Mann verprügelte eine Frau in der Solinger Innenstadt. Sie erlitt schwere Verletzungen.

Bei sexueller Gewalt hilft das Städtische Klinikum. Dort können Opfer Spuren anonym sichern lassen.

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