Projekt

Solingen: Verein will mehr Menschen in Not helfen

Saskia Frings will Menschen in Not eine Anlaufstelle bieten. Kontakt: Flüchtlingshilfe Solingen, Ufergarten 25, P (01 77) 4 43 36 47 oder per E-Mail: sos.menschenhilfe@gmail.com Foto: Christian Beier
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Saskia Frings will Menschen in Not eine Anlaufstelle bieten. Kontakt: Flüchtlingshilfe Solingen, Ufergarten 25, Tel. (01 77) 4 43 36 47 oder per E-Mail: sos.menschenhilfe@gmail.com

Nach dem Familiendrama an der Hasseldelle: Flüchtlingshilfe Solingen startet neues Projekt.

Von Anja Kriskofski

Solingen. Nach der Familientragödie an der Hasseldelle, bei der fünf Kinder mutmaßlich von der eigenen Mutter getötet wurden, hat der Verein Flüchtlingshilfe ein neues Projekt ins Leben gerufen: Unter dem Namen SOS Menschenhilfe wollen Saskia Frings, Christine Osiw und weitere freiwillige Helfer Menschen in Notlagen eine Anlaufstelle bieten: „Wie viele Menschen in Solingen waren auch wir erschüttert vom tragischen Tod der fünf Kinder. Wir haben uns gefragt, wie es zu so einer Verzweiflungstat kommen konnte und ob man sie hätte verhindern können.“

Schon längst ist der Verein nicht mehr ausschließlich in der Flüchtlingshilfe aktiv. „Zu uns kommen ganz verschiedenen Menschen“, beschreibt Frings, Vorsitzende der Flüchtlingshilfe. Ehepaare, die miteinander nicht mehr zurechtkämen, seien ebenso dabei wie Familien in Existenzangst oder Jugendliche. „Es hat sich herumgesprochen, dass wir allen helfen.“

Das möchten Saskia Frings und ihre Mitstreiter nach der Familientragödie an der Hasseldelle nun noch mehr publik machen. „Wir möchten all jenen Menschen eine erste Anlaufstelle bieten, die nicht wissen, wohin sie sich in einer akuten Notsituation wenden können“, erklärt Dr. Birgit Lindlar-Kremer vom Vorstand der Flüchtlingshilfe. „Wir wollen für die Menschen da sein, damit so etwas nicht noch einmal passiert“, ergänzt Frings. Die 58-Jährige ist überzeugt, dass die junge Mutter, die mutmaßlich fünf ihrer Kinder tötete, überfordert war.

„Damit die Menschen ihren Ballast einmal abladen können.“
Saskia Frings, Vorsitzende der Flüchtlingshilfe

Ihre Aufgabe sieht Frings vor allem darin, erst einmal zuzuhören. „Damit die Menschen ihren Ballast einmal abladen können.“ Denn bei offiziellen Stellen wie der Stadtverwaltung und den Wohlfahrtsverbänden fänden viele Bedürftige kein Gehör. „Das Personal ist vielfach nicht ansprechbar“, kritisiert die 58-Jährige. Viele Einrichtungen, darunter auch Kirchengemeinden, seien während des Corona-Lockdowns geschlossen gewesen.

Im Mikro-Markt am Ufergarten finden Hilfesuchende Ansprechpartner. Dort bietet die Flüchtlingshilfe seit 2018 Bedürftigen Flächen an, um Produkte und Dienstleistungen zu vertreiben. Zum Team der Helfer zählen laut Frings derzeit rund 20 Menschen verschiedener Nationalitäten. „Dabei sind auch Bedürftige, die wiederum anderen Bedürftigen helfen.“ Die Vereinsvorsitzende selbst sieht sich als „Gemeinschaftsarbeiterin“, ihr Einsatz sei eine Spende an die Gesellschaft.

Weitere Mitstreiter werden gesucht, auch für das Projekt SOS Menschenhilfe. Man wolle Sicherheit vermitteln und versuchen, eine Brücke zu bauen, damit die Unterstützung durch weitere zuständige Stellen besser greifen könne, so Lindlar-Kremer. Das Team helfe aber auch ganz praktisch, zum Beispiel bei der Wohnungssuche, erklärt Saskia Frings.

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