Beratungsstelle bearbeitet 5400 Anliegen

Teenager verschuldet sich bei Dating-Portalen - Verbraucherzentrale kann helfen

Dagmar Blum leitet die Solinger Beratungsstelle der Verbraucherzentrale am Werwolf. Archivfoto: Tim Oelbermann
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Dagmar Blum leitet die Solinger Beratungsstelle der Verbraucherzentrale am Werwolf.

Bei vier Dating-Portalen im Internet hat sich der Teenager angemeldet. Doch statt die große Liebe zu finden, häufte er wegen der Mitgliedschaften Schulden an.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Hilfesuchend wandte sich sein Vater an die Solinger Beratungsstelle der Verbraucherzentrale. Die Experten erkannten, dass der Minderjährige die Abo-Verträge im Internet gar nicht hätte abschließen dürfen. Die Vereinbarungen waren unwirksam.

Der geschilderte Fall war eines von knapp 5400 Verbraucheranliegen, die Dagmar Blum und ihr Team 2020 am Werwolf bearbeitet haben. „Das sind 18 Prozent weniger als im Vorjahr“, erklärte die Beratungsstellenleiterin bei der Vorstellung des Jahresberichts am Mittwoch. Damit sei angesichts der Corona-Pandemie zu rechnen gewesen. Der überwiegende Teil der Beratungen fand telefonisch statt.

„Wir wollten für die Verbraucher erreichbar bleiben“, schilderte Blum die Bemühungen in der Pandemie. Innerhalb kürzester Zeit wurden die Angebote auf Telefon, Mail, Fax und den Postweg umgestellt, eine kostenfreie telefonische Erstberatung eingeführt. Trotz der Herausforderung zählten die Verbraucherschützer in der Klingenstadt 2020 fast 2000  Rechtsberatungen und -vertretungen. Die finanziell erfolgreichste brachte den Betroffenen eine Ersparnis in Höhe von 7240 Euro.

Auch inhaltlich dominierte die Corona-Pandemie den Alltag der Verbraucherschützer. Auf dem Spitzenplatz der gefragtesten Themen bleiben jedoch die Finanzen. In 37 Prozent der Fälle ging es unter anderem um Aspekte wie Schuldner- und Insolvenzberatung. Auf Rang zwei liegen Fragen zu Dienstleistungen, darunter fallen unter anderem Mietangelegenheiten, Probleme mit Handwerkern oder den angesprochenen Dating-Portalen.

Neu in den Top fünf ist der Freizeit-Bereich. „Das ist ganz klar der Corona-Pandemie geschuldet“, erläuterte Dagmar Blum. Zehn Prozent der Anliegen drehten sich um stornierte Reisen, Beiträge für das Fitnessstudio oder abgesagte Veranstaltungen. „Ich hatte in meinem Berufsleben noch nie so viele Rechtsfragen zu Urlauben auf dem Tisch“, sagte die Verbraucherschützerin. Ein weiterer Themenschwerpunkt: unseriöse Online-Shops, die nicht die versprochene Ware, sondern nur Ärger bringen. „Schauen Sie genau hin, wer ihr Vertragspartner ist“, rät Blum.

Die Beratungsstelle am Werwolf ist für Ratsuchende seit dieser Woche nach Terminvereinbarung wieder persönlich erreichbar. Voraussetzung ist, ein aktuelles, negatives Corona-Testergebnis vorweisen zu können, oder vollständig geimpft beziehungsweise genesen zu sein. Weitere Informationen gibt es im Internet oder unter Tel. (02 12) 22 65 76-01.

www.verbraucherzentrale.nrw/solingen

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