Verbraucherzentrale

Verbraucherfragen passen sich der Krise an

Dagmar Blum leitet den Solinger Standort der Verbraucherzentrale. Persönliche Beratungen finden dort derzeit nicht statt. Archivfoto: Tim Oelbermann
+
Dagmar Blum leitet den Solinger Standort der Verbraucherzentrale. Persönliche Beratungen finden dort derzeit nicht statt.

Persönliche Beratungen finden nicht statt, dennoch ist die Verbraucherzentrale weiterhin erreichbar.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Die Zahl der persönlichen Beratungstermine ist im vergangenen Jahr naturgemäß zurückgegangen. Dennoch haben sich 2020 nicht viel weniger Menschen als in normalen Jahren mit Fragen oder Problemen bei der Verbraucherzentrale gemeldet. Denn die Beratungsstelle in Solingen ist trotz Lockdown erreichbar, betont Leiterin Dagmar Blum.

„Viele Fitnessstudios in Solingen haben sich vorbildlich verhalten.“
Dagmar Blum, Leiterin der Solinger Beratungsstelle

Sie stellt fest, dass sich die Verbraucherfragen zum Teil an die Pandemie angepasst haben. Zwar gibt es noch immer Anfragen zu thematischen Dauerbrennern, beispielsweise Handyverträge, Reklamationen und Ärger mit Kundendiensten. Einige Themen spielen jedoch coronabedingt vermehrt eine Rolle.

Im Sommer galt das etwa für Reisen. Bei vielen Verbrauchern herrschte Unsicherheit, ob sie geplante Urlaube antreten können und welche Rechte sie beim Stornieren haben. Das Thema ist noch immer aktuell. „Einige Menschen haben im Sommer Urlaub für Februar und März gebucht und stehen nun vor ähnlichen Problemen wie im vergangenen Jahr“, erklärt Dagmar Blum.

Ein weiterer Schwerpunkt: Ärger um den Fitnessstudio-Vertrag. Obwohl die Studios wegen des Lockdowns geschlossen sind, hat mancher Betreiber den Mitgliedsbeitrag ohne Absprache ganz normal weiter abgebucht. Immer wieder landen solche Fälle auf den Schreibtischen von Blum und ihren Kollegen. Die Verbraucherschützerin stellt jedoch klar: „Viele Fitnessstudios in Solingen haben sich vorbildlich verhalten.“

Verstärkt muss sich die Beratungsstelle am Werwolf mit Fake-Shops im Internet beschäftigen. Das überrascht Dagmar Blum angesichts des coronabedingten Online-Handel-Booms nur bedingt. „Nicht nur ältere Menschen, die sich mit dem Internet vielleicht nicht so gut auskennen, fallen auf Fake-Anbieter rein“, betont Blum.

Die Masche: Kunden bestellen in einem unseriösen Shop und zahlen per Vorkasse. Der georderte Artikel kommt allerdings nie bei ihnen an. „Das ist heikel“, sagt Blum, „weil der wirtschaftliche Schaden häufig enorm ist.“ Gleichzeitig seien die Chancen der Verbraucherzentrale, das Problem im Nachhinein zu lösen, eher gering.

Deshalb sei es ratsam, präventiv zu handeln. An einigen Anzeichen könne man Fake-Shops erkennen. Da sind etwa Gütesiegel. Die sollen eigentlich aussagen, dass ein Anbieter vertrauenswürdig ist. Öffnet sich allerdings beim Klicken auf das Siegel kein dazugehöriges Zertifikat, ist das ein Indiz für einen Fake-Shop.

Ein weiterer Indikator ist das Impressum. Kunden sollten zunächst prüfen, ob dort eine ladungsfähige Adresse vermerkt ist. Das alleine reicht aber nicht. Denn durchaus ist es möglich, dass die Fake-Shop-Betreiber die Angaben von einer anderen, seriösen Seite kopiert haben. Ein Anruf unter der angegebenen Nummer könnte Klarheit schaffen. Um die Probleme aber ganz zu vermeiden, rät Dagmar Blum: „Man sollte bei unbekannten Shops auf keinen Fall per Vorkasse bezahlen.“

Die Corona-Pandemie hat die Arbeit der Verbraucherzentrale verändert. Nicht nur was die Art und Weise der Beratung angeht, sondern auch die Themen. Dagmar Blum hält nicht für ausgeschlossen, dass einige Effekte auch noch nach Ende der Pandemie spürbar sind. Dabei denkt sie unter anderem an die Bereiche Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatung. Aktuell halten staatliche Hilfsangebote viele Menschen über Wasser. Doch Blum befürchtet: „Es ist gut möglich, dass wir die Auswirkungen in einiger Zeit deutlich zu spüren bekommen.“

Kontakt

Die Solinger Beratungsstelle der Verbraucherzentrale am Werwolf ist während des Lockdowns telefonisch und per Mail erreichbar. „Auf diesen Wegen lassen sich oft schon viele Fragen klären“, erklärt Dagmar Blum. Sie ist die Leiterin der Beratungsstelle. Das Team steht montags und dienstags von 9.30 bis 17 Uhr, donnerstags von 9.30 bis 18 Uhr sowie freitags von 9.30 bis 13 Uhr unter Tel. (02 12) 22 65 76-01 zur Verfügung. Anfragen an die Verbraucherschützer können zudem jederzeit über das Kontaktformular auf der Homepage gestellt werden. Dieses ist unter folgender Adresse abrufbar:

www.verbraucherzentrale.nrw/beratungsstellen/solingen

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Solingen bleibt in Inzidenzstufe 2
Solingen bleibt in Inzidenzstufe 2
Solingen bleibt in Inzidenzstufe 2
Fahren trotz Verbot: Autofahrer ignorieren Absperrungen
Fahren trotz Verbot: Autofahrer ignorieren Absperrungen
Fahren trotz Verbot: Autofahrer ignorieren Absperrungen
Frau fährt gegen geparktes Auto
Frau fährt gegen geparktes Auto
Frau fährt gegen geparktes Auto
Corona: Ab heute gelten strengere Regeln - Weiter höchster Wert im Bund - Impfmobil unterwegs
Corona: Ab heute gelten strengere Regeln - Weiter höchster Wert im Bund - Impfmobil unterwegs
Corona: Ab heute gelten strengere Regeln - Weiter höchster Wert im Bund - Impfmobil unterwegs

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare