Unterrichtsausfallstatistik

An Solingens Schulen fällt überdurchschnittlich oft der Unterricht aus

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Am Humboldtgymnasium, fielen 4,2 Prozent des Unterrichts aus. Es schnitt im Vergleich zu Einrichtungen anderer Schulformen aber noch positiv ab.

Bei den Ausfallquoten sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Schulen groß. Im Landesvergleich schneiden besonders die Solinger Gesamtschulen schlechter ab.

Von Andreas Tews

Solingen. An den Solinger Gesamtschulen ist der Unterrichtsausfall höher als bei den anderen Schulformen. Mit einer Quote von 10,4 Prozent beim Unterrichtsausfall schnitt die Gesamtschule Höhscheid im ersten Halbjahr 2019/20 stadtweit am schlechtesten ab. Bei diesen Werten gibt es aber starke Schwankungen (siehe unten). Dies ergab die Antwort der NRW-Landesregierung auf eine Anfrage der SPD-Landtagsfraktion. Demnach fielen an allen Solinger Schulen insgesamt 4,1 Prozent der Schulstunden aus. Dieser Wert liegt über dem Landesdurchschnitt von 3,6.

Die Zahlen basieren auf der „Flächendeckenden Unterrichtsausfallstatistik“ des NRW-Schulministeriums von Ministerin Yvonne Gebauer (FDP). Demnach müssen die Schulen ihre Ausfallwerte wöchentlich an die Landesregierung übermitteln. Einmal pro Schuljahr müssen sie darüber hinaus differenziertere Zahlen melden. Die Werte wurden zuletzt im ersten Halbjahr des Schuljahres 2019/20 abgerufen. Seit Beginn der Corona-Pandemie ruht nach Angaben der Landesregierung dieses Verfahren.

Gymnasien: Am besten schnitten in Solingen die Gymnasien ab. Bei ihnen fielen knapp drei Prozent des Unterrichts aus. Der NRW-Durchschnitt liegt hier bei 3,2 Prozent. Den besten Wert erreichte das Gymnasium Vogelsang (1,6 Prozent). Das Humboldtgymnasium erreichte hier die ungünstigste Quote (4,2 Prozent), schnitt im Vergleich zu Einrichtungen anderer Schulformen aber noch vergleichsweise positiv ab.

Gesamtschule Höhscheid.

Gesamt- und Sekundarschulen: Im Landesvergleich schlechter schnitten die Solinger Gesamtschulen ab. Bei ihnen lag die Ausfallquote bei 7,3 Prozent (Land: 5,3). Negativer Ausreißer ist die Gesamtschule Höhscheid. Den besten Wert erreichte die Friedrich-Albert-Lange-Schule. Sie lag genau im Landesdurchschnitt der Gesamtschulen. Die Sekundarschule Central kam auf 5 Prozent (Landesschnitt der Sekundarschulen: 4,0).

Theodor-Heuss-Schule

Realschulen: Nahezu im NRW-Durchschnitt (4,5 Prozent) lagen auch die Solinger Realschulen mit 4,6 Prozent. Stadtweit schnitt hier die Theodor-Heuss-Schule (5,2 Prozent) am schlechtesten ab, die Albert-Schweitzer-Schule (3,5) am besten.

Förderschulen: Die Förderschulen in der Stadt lagen beim Unterrichtsausfall insgesamt mit 3,7 Prozent über dem landesweiten Mittelwert (2,6). Allerdings bieten sie mit der Einrichtung am Halfeshof mit 0,9 Prozent den besten Solinger Einzelwert.

Grundschule Bünkenberg-Widdert.

Grundschulen: Bei den Grundschulen ist die Spannweite der Zahlen besonders groß. Sie bewegen sich zwischen 8,3 Prozent an der Grundschule Bünkenberg-Widdert und 1,5 Prozent an der Yorckstraße. Im Landesvergleich schnitten die Solinger Grundschulen insgesamt mit 3,7 Prozent unterdurchschnittlich (2,5 Prozent) ab.

Reaktionen: Die Leiter der betreffenden Schulen waren am Mittwoch entweder nur schwer zu erreichen, oder sie wollten die zwei Jahre alten Zahlen nicht ad hoc kommentieren. Genaue Gründe für den Unterrichtsausfall seien ihnen aus dem betreffenden Zeitraum nicht mehr präsent. Personalmangel wurde aber nicht ausgeschlossen.

Auf Lehrermangel zielte die Kritik der Solinger SPD-Landtagsabgeordneten Josef Neumann und Marina Dobbert ab. Die Landesregierung müsse die Schulen personell besser ausstatten, kritisieren sie. Zudem bemängelten sie die ungleiche Belastung der Schulformen. Dobbert und Neumann forderten, das Einstiegsgehalt für Lehrer aller Schulformen anzugleichen.

Zusätzliche Lehrerstellen forderte auch die BfS/ABI-Ratsfaktion. Der SPD werfen die Politiker aber „Scheinheiligkeit“ vor. Sie habe jahrelang in der Landesregierung die Möglichkeit gehabt, an der Situation etwas zu verbessern.

Schwankungen

Die Ausfallquoten unterliegen an den einzelnen Schulen starken Schwankungen. Ein Beispiel: Während die Gesamtschule Höhscheid im ersten Halbjahr 2019/20 mit 10,4 Prozent ungünstig abschnitt, hatte der Wert an dieser Schule im Schuljahr zuvor noch bei 3,6 Prozent gelegen – und damit besser als der Landesschnitt von 3,9.

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