Pilotschule Digitalisierung

Unterricht in Grundschule läuft nach Stundenplan

Der digitale Unterricht umfasst auch analoge Lerneinheiten, in denen die Kinder in ihren Büchern und Heften arbeiten. Foto: Nicole Wrana
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Der digitale Unterricht umfasst auch analoge Lerneinheiten, in denen die Kinder in ihren Büchern und Heften arbeiten.

Die Grundschule Bogenstraße setzt auf verlässliche Strukturen.

  • 215 Kinder der Ohligser Grundschule erleben den Schulalltag entsprechend dem normalen Stundenplan.
  • Der Schultag wird durch Video-Konferenzen begleitet.
  • Grundschule hat auch eine sogenannte „Study Hall“ eingerichtet.

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. Dass Distanzunterricht auch in der Grundschule funktioniert, das stellt die Grundschule Bogenstraße seit einigen Wochen unter Beweis. Die 215 Kinder der Ohligser Grundschule erleben den Schulalltag entsprechend dem normalen Stundenplan. Schulleiterin Nicole Wrana sieht dabei zwei ganz wichtige Faktoren: „Die Kinder müssen ihre Bildungschancen haben, müssen weiter üben und lernen können. Es ist aber auch wichtig, für die Kinder und Familien Kontakte und Strukturen anzubieten.“

Deshalb hat man an der Bogenstraße den Stundenplan übernommen und „komplett ins Digitale umgeklappt“. Der Schultag wird durch Video-Konferenzen begleitet. „Das heißt natürlich nicht, dass die Kinder sechs Stunden lang nur vor dem Bildschirm sitzen“, erklärt die Schulleiterin. Digitale Einheiten mit dem Lehrer wechseln sich mit Zeiten ab, in denen die Kinder in ihren Büchern und Heften arbeiten. „Aber der Lehrer begleitet die ganze Zeit, ist über das Mikro jederzeit ansprechbar.“

Zur Struktur gehört auch der reguläre Beginn des Unterrichts um 8.10 Uhr mit einem digitalen Treffen mit dem Lehrer. Gemäß Stundenplan werden alle Fächer abgedeckt. „Die Kinder haben also auch Kunstunterricht, in Musik wird auch mal gesungen oder auf Töpfen getrommelt“, so Wrana. Neben Unterricht mit dem Klassenlehrer gibt es also auch Stunden mit den Fachlehrern. „Zudem können die Lehrer einzelne Kinder oder kleine Schülergruppen in virtuelle Räume einladen, in denen gearbeitet wird – und der Lehrer schaut immer mal digital vorbei.“ Die Logineo-Plattform des Landes bietet zudem die Möglichkeit, Aufgaben hochzuladen und online zu bearbeiten. „Wir können ja nicht unterstellen, dass alle Kinder einen Drucker haben.“ Insgesamt sei die technische Ausstattung aber gut. Die von der Stadt zur Verfügung gestellten I-Pads für sozial schwache Familien seien eine große Hilfe gewesen.

Solingen: Schon die Jüngsten sind sehr selbstständig

Die Struktur durch den Stundenplan schaffe auch Luft bei der Homeschooling-Betreuung in den Familien. „Wir sind nah dran an den Familien, um zu erfahren, ob alles klappt“, so Wrana. Elterngespräche erfolgen telefonisch oder per Video-Call. „Insgesamt gibt es aber auch schon bei den Jüngsten viel Selbstständigkeit.“

Wie vom Schulministerium vorgesehen, hat die Ohligser Grundschule auch eine sogenannte „Study Hall“ eingerichtet. Die Schule bietet Kindern also Räume, um in Ruhe am Distanzunterricht teilnehmen zu können. Etwa 30 der insgesamt 215 Schüler nutzen derzeit dieses Angebot. Unterstützt werden sie von der Sozialpädagogischen Fachkraft und den Ganztags-Mitarbeitern.

So viel Normalität wie möglich, das ist die Devise. Die Kinder können ihre Aufgaben entweder hochladen, abfotografieren und einschicken oder in den Postkasten an der Schule einwerfen. „Wichtig ist, dass die Schüler ein Feedback bekommen.“ Auch der Klassenrat findet digital statt. Zudem werden auch Kompetenzen wie Schreiben, Schneiden, Basteln oder Experimentieren, die im Grundschulbereich wichtig sind, im Blick behalten.

Die Grundschule Bogenstraße ist als Pilotschule Digitalisierung im engen Kontakt mit IT-Unternehmen, dem Gymnasium Schwertstraße und der Stadt. „Das hatte aber keinen direkten Einfluss auf unsere Entscheidung, diesen Weg mutig umzusetzen“, so die Schulleiterin. Sie ist gespannt darauf, welche Erfahrungen dann zukünftig auch in den Präsenzunterricht übernommen werden können.

Auch wenn der Distanzunterricht gut funktioniere, sei er natürlich kein Ersatz für Präsenzunterricht in der Schule. „Für die Übergangszeit würde ich mir für alle ein Wechselmodell wünschen, damit Kinder wieder einen Fuß in die Schule bekommen“, betont Nicole Wrana.

Keine Warteschlangen, sondern Anmeldungen im 20- oder 30-Minuten-Takt. Die Anmeldungen an den weiterführenden Schulen sind am Dienstag erfolgreich gestartet.

Im Distanzlernen findet der Unterricht zunehmend digital statt. Auf den Tageblatt-Artikel in der vergangenen Woche haben sich weitere Schulen gemeldet, die komplett über Videokonferenzen unterrichten – nach dem regulären Stundenplan.

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