Erleuchtung

Unterburg erhält nächstes Jahr neue Straßenlampen

Die modernen, schlanken Leuchten (auf dem Gehweg links) sollen aus dem Unterburger Ortsbild verschwinden. Der dichte Verkehr beschäftigt Bürger und Stadt weiterhin.Foto: Christian Beier
+
Die modernen, schlanken Leuchten (auf dem Gehweg links) sollen aus dem Unterburger Ortsbild verschwinden. Der dichte Verkehr beschäftigt Bürger und Stadt weiterhin.

Umstrittene moderne Leuchten werden abmontiert, das kostet 35.000 Euro – Verwaltung prüft Poller auf Gehwegen.

Von Andreas Tews

Solingen. Die Episode der modernen Straßenlampen in der denkmalgeschützten Unterburger Ortsdurchfahrt dürfte nächstes Jahr beendet sein. Die Bezirksvertretung folgte am Donnerstagabend einem Kompromissvorschlag, mit dem die Verwaltung der Bürgerinitiative des Stadtteils entgegengekommen war. Demnach werden die Leuchten durch das Lampenmodel ersetzt, das bereits an anderen Stellen der Eschbachstraße eingesetzt wird. Dies dürfte die Stadt 35 000 Euro kosten – ein Betrag, den der Stadtrat noch mit dem Haushalt für 2021 beschließen muss.

Die 13 umstrittenen Lampen waren beim Umbau der Ortsdurchfahrt vor einem halben Jahr installiert worden. Laut Bürgerinitiative passen sie nicht in das Umfeld mit denkmalgeschützten Häusern, nach Rathaus-Auffassung fügen sie sich unauffällig ins Ortsbild ein. Die Bürger stören sich auch an dem hellen LED-Licht. Bürger und Politiker kritisierten zudem, dass sie über die Lampen-Auswahl nicht informiert worden waren.

Statt der umstrittenen Leuchten – sie sollen woanders im Stadtgebiet eingesetzt werden – werden nach dem Beschluss der Bezirksvertretung jetzt Lampen vom Typ „Italo 1“ aufgestellt. Dies sind flache, nach unten gerichtete LED-Leuchten, die auf herkömmlichen Lampenmasten angebracht werden. Für diese hatte sich die Bürgerinitiative ausgesprochen.

Reinhard Pogutke (SPD) wollte in der Bezirksvertretung den Lampen-Kompromiss zwar nicht in Frage stellen. Er gab aber zu bedenken, dass die jetzt beschlossenen Laternen nicht Wlan-fähig seien. Somit böten sie – im Gegensatz zu den modernen Lampen nicht die Möglichkeiten einer vernetzten Infrastruktur.

Nicht verändert wird hingegen – ebenfalls nach einstimmigem Beschluss der Bezirksvertretung – gegenüber dem aktuellen Stand die Farbe des Lichts. Hier hatte sich die Bürgerinitiative für ein wärmeres Weiß ausgesprochen – unter anderem, um Fledermäuse und Insekten nicht zu vertreiben. Dies ist aus Sicht des Rathauses aber nicht möglich, da sonst die Verkehrssicherheit beeinträchtigt würde.

Eine weitere Forderung der Bürger war die Sicherung der Gehwege, die in der vielbefahrenen Ortsdurchfahrt auf dem gleichen Niveau sind wie die Fahrbahn. Ob die Gehwege an mehreren Stellen durch Poller gesichert werden können, soll die Verwaltung jetzt prüfen. Verkehrsplaner Carsten Knoch sieht zwar auch die Notwendigkeit, Fußgänger zu schützen. Wichtig sei aber auch, die ohnehin schon eingeschränkte Fahrbahnbreite nicht noch weiter einzuengen. Barbara Seidel von der Bürgerinitiative sprach sich für Poller in einem Abstand von 20 Metern aus. An vielen Stellen sei die Fahrbahn breit genug, dass entgegenkommende Busse aneinander vorbeikämen.

Ihrer Forderung, an der Einmündung Müngstener Straße/Wupperinsel einen Fußgängerüberweg einzurichten, folgte die Bezirksvertretung. Auch beauftragte sie die Verwaltung, in der Ortsdurchfahrt verstärkt das Tempo der Autos zu kontrollieren. Mit der Forderung nach einem Wochenend-Fahrverbot für Motorräder setzte sich die Bürgerinitiative hingegen nicht durch. Dies wäre laut Verwaltung nur bei einer Häufung von Unfällen möglich gewesen.

Noch nicht geklärt ist, ob in der Ortsdurchfahrt künftig Tempo 20 (statt derzeit 30) gelten kann. Seidel: „Da sind wir noch dran.“ Die Verwaltung hat ihre Untersuchung hierzu noch nicht abgeschlossen.

Beschlüsse

30er-Zone: In den Bereichen Hästen und Pfaffenberg wird eine Tempo-30-Zone eingerichtet. Dafür wird die ursprünglich geplante Einführung einer solchen Zone im Bereich Gläßner-, Josef-, Borchert-, Fontane-, Hebbel-, Roseggerstraße und Pilghauser Straße verschoben.

Spielbruch: Die Verwaltung prüft, ob in der Tempo-30-Zone Spielbruch durch den Einbau von Schwellen verhindert werden kann, dass Autos zu schnell fahren.

Zuschüsse: 1300 werden für den Neujahrsempfang der Bezirksvertretung eingeplant, 600 Euro gehen an den Verschönerungsverein.

Andere Lampen als die futuristischen LED-Laternen für die Eschbachstraße wünscht sich die „Bürgerinitiative für ein lebenswertes Burg“. 20 Mitglieder zählt die Gruppierung.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Corona: 7-Tage-Inzidenz nur noch knapp über 50 - Stadt verhandelt
Corona: 7-Tage-Inzidenz nur noch knapp über 50 - Stadt verhandelt
Corona: 7-Tage-Inzidenz nur noch knapp über 50 - Stadt verhandelt
Katastrophe trifft gesamtes Stadtgebiet - Anwohner hadern weiter mit Schäden
Katastrophe trifft gesamtes Stadtgebiet - Anwohner hadern weiter mit Schäden
Katastrophe trifft gesamtes Stadtgebiet - Anwohner hadern weiter mit Schäden
Stadt Solingen warnt vor dem Betreten von Waldwegen
Stadt Solingen warnt vor dem Betreten von Waldwegen
Stadt Solingen warnt vor dem Betreten von Waldwegen
Nach Unfall mit hohem Sachschaden: Die L 74 ist wieder frei
Nach Unfall mit hohem Sachschaden: Die L 74 ist wieder frei
Nach Unfall mit hohem Sachschaden: Die L 74 ist wieder frei

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare