Straßenarbeiten

54 Flicken auf der Eschbachstraße lösen Streit aus

Die Asphaltflicken auf der neuen Eschbachstraße, Bezirksbürgermeister Paul Westeppe hat mindestens 54 gezählt, bleiben. Foto: Christian Beier
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Die Asphaltflicken auf der neuen Eschbachstraße, Bezirksbürgermeister Paul Westeppe hat mindestens 54 gezählt, bleiben.

In der Bezirksvertretung Burg/Höhscheid hatte die Verwaltung einen schweren Stand zur umgesetzten Sanierung.

Solingen. Zu einem heftigen Wortgefecht um die mit Asphaltflicken ausgebesserte Eschbachstraße kam es in der Bezirksvertretung (BV) Burg/Höhscheid. Eigentlich gut gelaunt führte Bezirksbürgermeister Paul Westeppe durch die Tagesordnung. Doch die war sowohl in dessen Stimme als auch aus dem Gesicht komplett verschwunden und eisigem Tonfall nebst grimmiger Miene gewichen, als es um den zwölften Tagesordnungspunkt, die „Schadensbeseitigung Eschbachstraße“, ging.

Für die Technischen Betriebe der Stadt (TBS) war Thomas Freudewald in der BV angetreten. Der stellvertretende Abteilungsleiter Tiefbau berichtete, dass die Straße 2018 während der Arbeiten am Hochwasserschutz neu asphaltiert worden sei. Danach mussten noch schwere Baufahrzeuge eingesetzt werden, so für den Einbau von Brücken. Dabei sei die Straßendecke beschädigt worden. Die zum Baukonzern Hochtief gehörende, europaweit tätige Firma Eurovia wurde von der Stadt zur Beseitigung der Schäden aufgefordert.

Wir müssen dafür sorgen, dass der Tourismusstandort funktioniert.

Paul Westeppe, Bezirksbürgermeister zum Flickenteppich

Ende März wurde das umgesetzt und sorgte für Empörung bei den Burger Anwohnern. Denn an einigen Dutzend Stellen wurde nur gefräst und mit neuem Asphalt aufgefüllt. Stadtdirektor und Baudezernent Hartmut Hoferichter (parteilos) beeilte sich zu versichern, die Flicken würden sich schnell aufhellen. Das Entsetzen der Burger beseitigte das nicht. Und in der Sitzung der BV setze sich das munter fort.

Westeppe erklärte, er habe 54 Flicken gezählt und dann aufgehört. Warum denn bei der Masse an Schäden nicht eine komplett neue Straßendecke als Schadenersatz gefordert worden sei, wollte er wissen. „Wir müssen das dem Bürger erklären“, setze er giftig dazu. Das sei nicht notwendig, erklärte Freudewald. Es sei darum gegangen, die Schäden schnell zu beseitigen, damit sie im kommenden Winter nicht noch größer werden.

Ich muss dafür sorgen, dass die Decke funktioniert.

Thomas Freudewald, Technische Betriebe zur Strategie der Stadt

Außerdem sei es ja so: Wenn man mit einer Delle in der Stoßstange in die Werkstatt fahre, tausche man diese und nicht das ganze Auto aus. „Ganzes dünnes Eis“, konterte der Bezirksbürgermeister und geriet in Fahrt. Im Stile von Fernsehmoderator Markus Lanz ließ er Freudewald kaum ausreden, als dieser sich weiter erklärte. Im „Verhör“ machte er klar, wenn die Flicken nicht das leisten würden, was Eurovia zugesagt habe, müsse die Firma diese gegen eine neue Decke austauschen.

Westeppe erwiderte, ein von ihm befragter Techniker habe ihm erklärt, die Flicken würden sich niemals perfekt mit der Straßendecke verbinden. Er sprach es nicht aus, doch zwischen den Zeilen hegte er offen den Verdacht, die Stadt wolle sich mit dem Baukonzern, der viele Projekte in Solingen nach erfolgreichem Zuschlag nach Ausschreibungen umsetzt, nicht anlegen. Die übrigen BV-Vertreter verfolgten das Duell fast ungläubig, teils amüsiert.

Flickenteppich in Unterburg schadet dem Tourismusstandort Solingen

Sylvia Schlemper (CDU) merkte noch an: „Wir waren geschockt, wie das da aussah.“ Reinhard Pogutke (SPD) gab zu Protokoll: „Wenn Schäden beseitigt werden, soll man sie nicht mehr sehen.“ Ute Klein (FDP) bezweifelte, ob die Stadt alle Gewährleistungsansprüche korrekt eingefordert habe.

Dann gipfelte alles im wuchtigen Finale von zwei Kernaussagen. Westeppe sagte mit vollem Brustton seiner Überzeugung: „Wir müssen dafür sorgen, dass der Tourismusstandort Solingen funktioniert.“ Das gehe mit dem Flickenteppich nicht. Thomas Freudewald erwiderte patzig: „Ich muss dafür sorgen, dass die Straßendecke funktioniert.“ Ende offen.

Grundschule Schützenstraße

Die BV Burg/Höhscheid wurde zum Ablauf der geplanten Erweiterung der Grundschule Schützenstraße informiert. Die Verwaltung erklärte, der Baustart könne erst Mitte 2023 erfolgen. Denn bis dahin wird die auf der gegenüberliegenden Straßenseite liegende ehemalige Hauptschule als Ersatzquartier vom Gymnasium Schwertstraße belegt. In die Grundschule selbst sollen 11,9 Millionen Euro investiert werden, darunter ein Neubau für einen dritten Zug. Oliver Vogt, der Leiter des Stadtdienstes Schule, erklärte, dass dabei für 80 Prozent der Schüler Raum für den Offen Ganztag geschaffen werde. Bereits in Kürze erhalte die Schule neues Mobiliar. Und auch ein Zirkuswagen zwecks pädagogischer Angebote soll in Bälde angeschafft werden.

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