Tierpark

Fauna: Kitz Anna ist wieder bei seiner Familie

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Lara Kersten bringt das Kitz zurück ins Gehege.

Tierparkleiterin appelliert: „Bitte füttert unsere Tiere nicht“.

Update vom 21. Januar, 18 Uhr

Fauna-Geschäftsführerin Vera Schramm ist erleichtert: „Anna hat es geschafft!“ Das Damwild-Kitz, das mit Eibenzweigen vergiftet worden war, die von Unbekannten in das Gehege geworfen wurde, hat sich so weit erholt, dass es wieder zu ihrer Familie ins Gehege konnte. Anna wurde in den vergangenen Tagen von den Tierpflegern rund um die Uhr gepflegt und überwacht. red

Artikel vom 19. Januar: Unbekannte vergiften Rehe in der Fauna mit einer Giftpflanze

Von Moritz Jonas

Solingen. In der Gräfrather Fauna hat sich ein tragischer Zwischenfall ereignet. Unbekannte hatten eine Menge Eiben-Äste in das Damwildgehege geworfen. Mutmaßlich ohne zu wissen, dass das Fressen dieser Pflanze für die meisten Tiere tödlich endet. Sowie jetzt, im Fall von zwei Tieren in der Fauna. Ein Weiteres kämpft zur Zeit noch ums Überleben.

Damwild-Kitz Anna hat die Vergiftung überlebt – es wird nun wieder aufgepäppelt und mit einer speziellen Lampe gewärmt.

Das erste tote Tier habe man leblos an der Futtertränke gefunden, berichtet Linda Bunzenthal, die zoologische Leiterin der Fauna. „Zunächst haben wir uns nicht viel dabei gedacht, weil es sich um ein älteres Tier gehandelt hat“, sagt Bunzenthal. Erst als am nächsten Tag das nächste Damwild völlig entkräftet aus dem Gehege getragen werden musste und in der Folge ebenfalls starb, wurden die Mitarbeiter stutzig.

Die erste Vermutung fiel auf die alljährlich gespendeten Tannenbäume. Dieser Verdacht konnte nach einer Stuhlprobe allerdings recht schnell verworfen werden. Die Analyse ergab, dass die Tiere durch den Verzehr der höchst giftiger Eibentriebe verstarben.

Solingen: Warum eine Vergiftung mit Eiben so gefährlich ist

Fast alle Pflanzenteile der Eibe sind hochgiftig. Schon minimale Mengen des in Eiben enthaltenen Taxins können zu schweren Vergiftungserscheinungen und bis hin zum Tod führen. Das Taxin ist unter anderem in den Nadeln und im Holz enthalten. Das rote Fruchtfleisch der Früchte ist zwar nicht giftig, aber die darin enthaltenen Samen. Sobald der Kern zerkaut wird, tritt das Gift aus. Unterschiedlich sei dabei nur von Jahreszeit zu Jahreszeit, wie viel Gift die Pflanzen enthalten. Gerade jetzt im Winter sei die Konzentration des Giftes besonders hoch, erklärt Bunzenthal.

Deshalb sei es auch so wichtig gewesen, dass die Ursache so schnell geklärt werden konnte. Denn nur so hätte das Damwild-Kitz Anna vor schlimmeren bewahren können. Zu Beginn sei das Kitz noch völlig dehydriert gewesen, konnte nichts fressen und wurde über einen Infusionstropf mit Flüssigkeit versorgt. Inzwischen befinde es sich aber wieder auf dem Weg der Besserung, wie Bunzenthal sagt: „Sie frisst wieder und ihr Zustand ist stabil. Wir müssen sie allerdings langsam an die kalten Außentemperaturen gewöhnen, da sie zurzeit noch mit Hilfe einer Wärmelampe warmgehalten wird.“

Daher lautet Bunzenthals Appell: „Bitte füttert unsere Tiere nicht.“ Die Leute könnten sich ganz sicher sein, dass die Tiere in der Fauna bestens versorgt werden, so Bunzenthal weiter. Auch wenn die Fütterungsaktionen zu meist nett gemeint seien, können sie dennoch schnell in einer Tragödie enden.

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