Naturschutz

Umweltminister in Ohligs: Land NRW nimmt Artenschutz in den Blick

Dr. Jan Boomers (vorne links) führte NRW-Umweltminister Oliver Krischer durch renaturierte Bereiche der Ohligser Heide.
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Dr. Jan Boomers (vorne links) führte NRW-Umweltminister Oliver Krischer durch renaturierte Bereiche der Ohligser Heide.

NRW-Umweltminister Oliver Krischer (Grüne) machte auf seiner Sommertour Station in der Ohligser Heide.

Von Philipp Müller

Solingen. Landesumweltminister Oliver Krischer (Grüne) hatte sich Zeit genommen. Er besuchte die Ohligser Heide bei seiner Sommertour „Wildes NRW“. Fast zwei Stunden verbrachte er begleitet von Vertretern aus Politik und Verwaltung auf den Flächen, die renaturiert sind. Er ließ sich von Jan Boomers, Leiter Biologischen Station Mittlere Wupper, Claudia Wackerl und Sebastian Klask vom Stadtdienst Natur und Umwelt erklären, wie es um die Heide steht.

Die Landesregierung wolle dem Artenverlust in NRW gegensteuern heißt es aus dem Haus von Krischer. Der Minister „möchte daher mit seiner Sommertour zur biologischen Vielfalt den Fokus auf die Folgen der Biodiversitätskrise werfen, Vorzeigeprojekte des Naturschutzes besuchen.“ Ziel sei ebenfalls, sich vor Ort über den Zustand der Natur und über ambitionierte Artenschutz-Projekte sowie erfolgreiche ökologische Vorhaben von Bürgerinnen und Bürger informieren lassen.

„Die Bewältigung des Artensterbens ist keine freiwillige Aufgabe.“

Oliver Krischer, Minister

Ansprechpartner in der Ohligser Heide vor allem Dr. Jan Boomers. Seine Biologische Station hat sich den Erhalt der biologischen Vielfalt im Bergischen Städtedreieck auf die Fahnen geschrieben. Die Aufgabenschwerpunkte liegen unter anderem in der Betreuung der Naturschutzgebiete wie der Ohligser Heide. Boomers verwies auf das FFH-Life-Projekt „Atlantische Sandlandschaften“, dass im vergangenen Jahr abgeschlossen wurde. Dazu fielen Bäume, und die Heidelandschaft beginnt sich wieder auszubreiten.

Mit dem ST wandern: Auf Entdeckungstour durch die Ohligser Heide

Oliver Krischer machte deutlich, dass er in einer Zeit nach Solingen gekommen ist, in der es neben der Klimakrise auch die der Biodiversität zu bekämpfen gilt. Kurz: Viele Arten sind bereits ausgestorben oder stehen als stark bedrohte auf der Roten Liste. Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD), der neben dem Beigeordneten Andreas Budde (parteilos) zum Termin in die Heide gekommen war, lobte die gute Zusammenarbeit zwischen dem Team der Biologischen Station und der Stadt.

Er konnte sich angesichts der laufenden Planungen für den kommunalen Haushalt aber nicht verkneifen, dem Minister ins Stammbuch zu schreiben, dass die Landesregierung für eine finanzielle Entlastung der Kommunen sorgen müsse.

Er sehe sonst keine Chance, dass sich Solingen künftig noch um Fördermittel für den Natur- und Umweltschutz bewerben könne, weil der mindestens notwendige Eigenanteil von 10 Prozent der Maßnahmenkosten nicht zur Verfügung gestellt werden könnte. Der Minister nahm den Ball auf, aber spielte ihn weiter ins Landeskabinett. Aus seiner Sicht geht es darum, dass die Bewältigung der Klimakrise und deren Begleitfolgen wie das Artensterben als „freiwillige Aufgabe“ angesehen werde. Solche würde in den Haushalten, werde es eng, gerne „hinten rüber kippen“. Er gab sich zuversichtlich, dass Verabredungen dazu aus dem Koalitionsvertrag mit der CDU in Düsseldorf umgesetzt würden.

Kurzbach hatte noch ein zweites Thema. Er verdeutlichte mitten in der Natur und dem nicht zu überhörenden Verkehrslärm, dass sich die anliegenden Städte der A3 gegen einen achtstreifigen Ausbau der Autobahn im Naturschutzgebiet wehren.

Das griff der Minister nicht direkt auf, er verwies auf die große Linie seiner Politik: „Wir setzen uns jetzt mit der Aussterbekrise auseinander. Zugleich sehen wir, wie stark uns in diesem Jahr die Dürre trifft.“ Klima und Artenschutz gehörten eng zusammen. Da sei das Projekt der Atlantischen Sandlandschaften in der Heide ein wichtiger Baustein zum Naturerhalt im Land NRW.

Projekt Atlantische Sandlandschaft

Zuletzt lief ein Maßnahmenpaket für das FFH-Gebiet „Ohligser Heide“. Die Biologische Station Mittlere Wupper koordinierte die Umsetzung der Schritte im Projektzeitraum 2018 bis 2021. Bei den „Atlantischen Sandlandschaften“ ist die Ohligser Heide einer der südlichsten Maßnahmenbereiche.

Passend zum Thema: Renaturierung - So wird die Ohligser Heide umgestaltet

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