Aktionswochen der Verbraucherzentrale

Umweltberaterin Julia Ogiermann: „Strom ist teuer wie nie zuvor“

Steigende Energiekosten können zu finanziellen Engpässen führen. Foto: Christian Beier
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Steigende Energiekosten können zu finanziellen Engpässen führen.

Bei den Aktionswochen der Verbraucherzentrale rücken Energiekosten in den Fokus.

Von Holger Hoeck

Solingen. Strom, Erdgas, Heizöl oder Benzin – die Preise aller Energieträger haben insbesondere in den letzten Monaten deutlich angezogen und lösen bei vielen Verbrauchern mit Blick ins Portemonnaie oder auf zugesandte Rechnungen finanzielle Ängste aus. Vor erhöhten Abschlagszahlungen, Belieferungsstopps durch einige Energieversorger oder auch hohe Ersatz- und Grundversorgungstarife bei Vertragsabschlüssen für Neukunden sind auch die Menschen in Solingen nicht gefeit.

Mit den Aktionswochen „Energiekosten steigen – das ist jetzt zu tun!“, die noch bis zum 4. März andauern, möchte die Verbraucherzentrale nun allen Betroffenen, aber auch Eigentümern und Multiplikatoren mit praktischen Hilfestellungen und Informationen weiterhelfen.

„Strom ist so teuer wie noch nie zuvor und muss endlich wieder günstiger werden“, sagt Umweltberaterin Julia Ogiermann von der Beratungsstelle Solingen. So müsse eine Familie aktuell durchschnittlich etwa 1120 Euro mehr für Energie aufwenden als noch im vergangenen Jahr. „Viele Personen sind plötzlich mit sehr viel höheren Energiekosten konfrontiert und fühlen sich der Situation hilflos ausgeliefert. Wir suchen dann gemeinsam nach Wegen und Lösungen.“

Verbraucherzentrale hat Forderungskatalog aufgestellt

Die am vergangenen Montag gestarteten Aktionswochen fußen dabei auf zwei Säulen. Einerseits können sich Interessierte auf der Webseite der Verbraucherzentrale Tipps und Ratschläge holen, wenn die Energierechnung zu hoch, falsch oder nicht mehr bezahlbar ist. Hier finden sich ebenso Hilfestellungen, was beispielsweise unternommen werden kann, wenn der Anbieter einseitig den Vertrag kündigt, wie auch Musterbriefe zu verschiedenen Themengebieten. „Und wir beraten präventiv, wie Strom im Haushalt eingespart werden kann“, sagt Florian Bublies, Energieberater in der Solinger Beratungsstelle der Verbraucherzentrale. Darüber hinaus sind die Solinger Bürger und Bürgerinnen eingeladen, sich über die Webseite der Verbraucherzentrale zu Online-Vorträgen (| Kasten) einzuwählen. „Für alle Solinger wird es zudem explizit am Rosenmontag einen separaten Vortrag zum Thema Energiesparen im Haushalt und der Reduzierung des Strom- und Wärmeverbrauchs geben.“

Parallel zum vielfältigen Hilfs- und Informationsangebot hat die Verbraucherzentrale NRW indes auch einen Forderungskatalog aufgestellt, mit dem sie von der Bundesregierung verlangt, dringend Maßnahmen zu treffen, die Energie dauerhaft bezahlbar macht und dabei zusätzlich gezielt einkommensärmere Haushalte unterstützt. „Strom muss zeitnah günstiger werden. Hierfür sollte die Abschaffung der EEG-Umlage schnellstmöglich umgesetzt werden. Ferner sollte aber auch die Stromsteuer auf das europäische Mindestmaß herabgesetzt werden. Beide Maßnahmen könnten gemeinsam den Strompreis um rund sieben Cent pro Kilowattstunde reduzieren, sofern die Anbieter diese Kostenentlastung auch an die Verbraucher weitergeben“, führt Umweltberaterin Julia Ogiermann aus. Weitere Forderungen sind die Einführung eines Klimageldes, das als Teil des über den CO2-Preis gezahlten Betrags für fossile Energie (aktuell 30 Euro pro Tonne CO2 je Haushalt) zurückerstattet werden soll, ein effizienteres Vorgehen gegen Tricksereien von Energieanbietern sowie ein schnellerer Ausbau erneuerbarer Energien.

Zur Entlastung einkommensschwächerer Haushalte strebt die Verbraucherzentrale die Erhöhung des Heizkostenzuschusses auf 500 Euro, eine individuellere Überprüfung der Angemessenheit von Heizkosten durch Sozialleistungsträger wie auch eine bedarfsgerechte und dynamische Anpassung des Strombudgets in Regelsätzen an Bedarfen an.

Vorträge

Montag, 28. Februar: 18 Uhr: Energiesparen im Haushalt. Strom- und Wärmeverbrauch reduzieren. Zugangsdaten:

https://t1p.de/9vpwt

Dienstag, 1. März: 12.30 Uhr: Vorzeitige Kündigung, Neukundentarife und Anbieterwechsel

Mittwoch, 2. März: 18 Uhr: Heizungswechsel und energetische Dämmmaßnahmen

Donnerstag. 3. März: 18 Uhr: Strom- und Heizkosten sparen

verbraucherzentrale.nrw

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