Die große Nachhaltigkeitsserie

Natürlich nachhaltig: So nachhaltig leben die Menschen in Solingen

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Die Politik muss strengere Klimaziele erreichen, große Konzerne sollen an ihrer Umweltbilanz arbeiten. Doch Nachhaltigkeit fängt bei jedem Einzelnen und im Kleinen an. Wie nachhaltig leben eigentlich die Menschen in Solingen? Das ST hat sich einmal umgehört.

Von Katharina Birkenbeul

Solingen. „Ich sag immer, man soll so viel für Nachhaltigkeit machen, wie man kann“, betont die Solingerin Kathrin Horstmeier. Die Studentin lebt seit einigen Jahren vegan. Zudem kauft sie so oft es geht im Unverpackt-Laden in Ohligs ein.

Kathrin Horstmeier, 25, lebt seit einigen Jahren vegan.

„Meine Schwester bringt mir auch immer was vom Foodsharing in Velbert mit. Das möchte ich hier in Solingen auch ausprobieren“, sagt die 25-Jährige, die immer ein weiteres Stückchen nachhaltig leben möchte. Auch nachhaltige Mobilität spielt in ihrem Alltag eine Rolle. So besitzt sie kein Auto. „Ich kann mit dem Studententicket überall hinfahren, ab und zu steige ich auch aufs Fahrrad um. Mein letzter Flug nach Wien tat mir schon im Herzen weh.“

Christa Claus, 82, geht nur zu Fuß oder fährt mit dem Fahrrad. Sie isst so gut wie kein Fleisch.

Auch Christa Claus besitzt kein Auto. „Ich fahre viel mit dem Fahrrad“, erklärt sie. Der 82-Jährigen, die viele Jahre in Berlin lebte, macht auch die Topographie in Solingen nichts aus: „In Berlin war zwar alles flach. Aber über die Trasse nach Wuppertal oder über die Straße in die Stadt ist mit einem normalen Fahrrad gar kein Problem, da brauche ich kein E-Bike.“ Sie verzichtet bereits jahrelang größtenteils auf Fleisch und achtet auf gesunde Ernährung. „Darauf und auf die Umwelt sollten alle Leute achten. Die meisten machen es auch schon“, ist sich Claus sicher.

So nachhaltig ist Solingen: Ordnungsdezernent Jan Welzel legt jährlich 5000 Kilometer mit dem Rad hinter sich

Bernd Küllenberg, 69, besitzt ein Auto, das genauso alt ist wie er. Sein Alltagsauto ist 31 Jahre alt.

Einen gedämpften Fleischkonsum hat auch Bernd Küllenberg. Der 69-Jährige hat ein Auto, dass aus seinem Geburtsjahr stammt und auch sein Alltagsauto fährt er bereits seit 31 Jahren. „Immer neue Autos brauchen wir nicht. Meine Frau und ich versuchen, die so lange zu halten wie es geht“, erklärt er.

Auf die Umwelt sollten alle Leute achten. Die meisten machen es auch schon.

Christa Claus, 82
Giro Barretta, 35, versucht wenig zu konsumieren und stattdessen zu reparieren.

Giro Barretta repariert Gegenstände anstatt sie in den Müll zu werfen. Der 35-jährige Italiener versucht, auch insgesamt so wenig wie möglich zu kaufen. „Und wenn, dann in der mitgebrachten Tragetasche“, sagt er mit einem Schmunzeln. Auch wenn er in der Stadt unterwegs ist, achtete er auf Nachhaltigkeit. „Das große PS-starke Auto brauche ich nur selten für die Arbeit sonst bleibt es eigentlich immer stehen. In der Stadt fahre ich fast immer nur mit meinem VW up durch die Gegend, der mit Erdgas betankt wird. Das funktioniert sehr gut.“

Ordnungsdezernent Jan Welzel, 53, fährt 5000 bis 8000 Kilometer Fahrrad im Jahr.

Umweltfreundlich unterwegs ist auch der Solinger Ordnungsdezernent Jan Welzel. Jährlich legt er rund 5000 bis 8000 Kilometer mit dem E-Bike zurück. „Ich bin damit genauso schnell wie mit dem Auto und bewege mich dazu noch viel“, zählt Welzel neben der Umweltfreundlichkeit noch weitere Argumente fürs Fahrradfahren auf. Klitschnass werde er nur rund zehn Tage im Jahr. Die Plastiktüte mit den losen Früchten in seiner Hand sei zudem nur eine Ausnahme: „Ich achte darauf, ohne Verpackungen einzukaufen.“

Serie

In der Serie „Natürlich nachhaltig“ beleuchten wir das Umweltbewusstsein der Menschen in Solingen. Was bedeutet für Sie Nachhaltigkeit? Leben Sie nachhaltig und umweltbewusst? Schreiben Sie uns ihre Herangehensweise an das Thema. Per Mail an redaktion@solinger-tageblatt.de

Alle Teile der großen Nachhaltigkeitsserie lesen Sie hier.

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