Hilfsorganisation

Uli Preuss sammelt unermüdlich fürs Friedensdorf

Das Unternehmer-Ehepaar Dragana und Mirko Novakovic verdoppelte die Spenden, die Uli Preuss (l.) mit Unterstützern eingesammelt hatte, auf 20 360 Euro. Fotos: Uli Preuss
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Das Unternehmer-Ehepaar Dragana und Mirko Novakovic verdoppelte die Spenden, die Uli Preuss (l.) mit Unterstützern eingesammelt hatte, auf 20 360 Euro.

Allein in diesem Jahr spendeten Solingerinnen und Solinger rund 70 000 Euro für Hilfsorganisation.

Von Anja Kriskofski

Solingen. Gerade sind es Belal (10), Khaled (12) und Amir (9), die in der St. Lukas Klinik und im Haaner St. Josef Krankenhaus versorgt werden. In ihrer Heimat Afghanistan können ihre Erkrankungen, eine Fehlbildung am Fuß und Knochenfraß (Osteomyelitis) nicht adäquat behandelt werden. Das Friedensdorf International hat sie deshalb nach Deutschland geholt.

Kinder wie sie sind es, die von den Spenden profitieren, die an die Hilfsorganisation aus Oberhausen gehen. Der Solinger Uli Preuss, ehemaliger ST-Fotoredakteur und SPD-Ratsherr, ist seit 2020 einer ihrer Botschafter. In diesem Jahr hat er für das Friedensdorf zusammen mit anderen Unterstützern rund 70 000 Euro in der Klingenstadt eingesammelt. Allein durch den Verkauf selbst gemachter Produkte im Advent kamen mit Spenden 10 180 Euro zusammen, die das Ohligser Unternehmer-Ehepaar Mirko und Dragana Novakovic auf 20 360 Euro verdoppelt hat.

An sieben Tagen im Advent wurde in einem Ladenlokal in den Clemens-Galerien Selbstgemachtes zugunsten des Friedensdorfes verkauft.

Eigentlich sind Preuss, seine Frau Annemarie Kister-Preuss und weitere Helferinnen mit ihrem Friedensdorf-Stand immer auf dem Ohligser Weihnachtsdürpel vertreten. Weil der in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie erneut nicht stattfinden konnte, verkauften sie Socken, Marmelade und Seifen zunächst an mobilen Ständen, unter anderem beim Weihnachtsbaum-Verkauf am Autohaus Schönauen. Preuss war zudem mit seinem VW-Bus unterwegs, um Kunden ihre Bestellungen direkt nach Hause zu bringen. Durch Vermittlung der City-Art-Künstler und der Clemens-Galerien konnte das Team Anfang Dezember ein Ladenlokal im Einkaufszentrum beziehen.

Die Arbeit für den guten Zweck habe viele Unterstützer, freut sich der 66-Jährige: „Wir haben einen Stamm von Spenderinnen, die jedes Jahr Hunderte Paar Socken für uns stricken.“ Andere steuern selbst gemachte Marmelade bei oder besorgen Pfeffer aus Kambodscha, der zugunsten des Friedensdorfs verkauft wird. Neu waren in diesem Jahr Fotokarten mit Solinger Motiven.

Die Solinger Andreas Herlinghaus (v. l.), Frank Schmidt, Uli Preuss und Jürgen Beu fuhren bei der Six-Bridges-Rally für die Kinder im Friedensdorf.

Erfolgreich war auch die Teilnahme an der Six-Bridges-Rally. Neben Uli Preuss und Jürgen Beu fuhr noch ein zweites Team aus der Klingenstadt für die Hilfsorganisation mit. Stolze 29 000 Euro kamen durch Sponsoren zusammen. Weitere Spenden kamen dazu: Eine Gruppe von Solinger Vereinen und Privatleuten sammelte 15 000 Euro für Lebensmittel, die an bedürftige Familien am Hindukusch verteilt worden seien. Der Gräfrather Pub Cornish Arms habe Wundertüten für rund 2000 Euro fürs Friedensdorf verkauft. Die evangelische Gemeinde Dorp warb Spenden für die Behandlung der vierjährigen Shakzoda ein, die schlimme Brandverletzungen hat, zählt Preuss auf.

Die Hilfsorganisation habe er 1987 kennengelernt, erinnert sich Uli Preuss. Damals schoss er die Fotos für einen Artikel über den damaligen Solinger Bürgermeister Bernd Paßmann, der sich für den Förderverein Aktion Friedensdorf engagierte.

Corona-Pandemie behindert auch die Arbeit des Friedensdorfs

Mehr als 20 Hilfseinsätze hat der Journalist seitdem begleitet, darunter sechs nach Afghanistan. Die Fotos, die dabei entstanden, zeigte er auf seiner Ausstellung „Am Rande der Schöpfung“.

Die Corona-Pandemie behindert auch die Arbeit des Friedensdorfs. Zuletzt seien im Herbst 27 Kinder aus Afghanistan nach Deutschland geholt worden. „Sonst sind es rund 120“, erzählt er. Weil ein Thüringer Krankenhaus wegen der angespannten Corona-Lage absagte, wurden zwei Kinder vom Solinger DRK in die St. Lukas Klinik gebracht. Nach der Behandlung, die Krankenhäuser und Ärzte kostenlos leisteten, werden die Jungen und Mädchen im Friedensdorf versorgt, bis sie die Heimreise antreten. „Das Schöne ist das Erfolgserlebnis: Man sieht, wie den Kindern geholfen wird.“

2022 hofft Preuss, wieder Vorträge über das Friedensdorf halten zu können. Zum 125. Geburtstag der Müngstener Brücke werden Fotokarten mit seinen Motiven verkauft.

Friedensdorf

Die 1967 gegründete Hilfsorganisation Friedensdorf holt Kinder zur medizinischen Behandlung nach Deutschland. Uli Preuss wurde 2020 Botschafter, als Nachfolger des ehemaligen Nationaltorhüters Hans Tilkowski. Botschafter sind unter anderem Schauspieler Günter Lamprecht und Ex-NRW-Minister Harald Schartau.

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