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Ukraine: So kommt Ihre Hilfe an

Die Mitarbeiterinnen Uta Wilde (l.) und Ela Milewska haben noch etwas Platz in der schon gut gefüllten Kleiderkammer des DRK. Foto: Michael Schütz
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Die Mitarbeiterinnen Uta Wilde (l.) und Ela Milewska haben noch etwas Platz in der schon gut gefüllten Kleiderkammer des DRK.

Viele Solinger möchten Geflüchtete und in der Ukraine verbliebene Menschen unterstützen. Doch wie soll man auf die Geflüchteten zugehen und was ist mit der Sprachbarriere?

Solingen. Einfach nur helfen, das wollen nach wie vor viele Solingerinnen und Solinger den Ukrainern, die entweder in der Klingenstadt Zuflucht suchen oder sich noch in dem kriegsgebeutelten Land befinden. Doch wo soll man mit der Hilfe am besten ansetzen? Die wichtigsten Fragen auf einen Blick.

Welche Art von Spenden ist am sinnvollsten?

Pauschal will Dr. Thorsten Böth, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Solingen, dies nicht beantworten. „Wer den Menschen helfen möchte, die sich noch in der Ukraine befinden, sollte in erster Linie auf Geldspenden an die großen Hilfsorganisationen wie das DRK setzen, damit die benötigten Hilfsgüter gezielt nach Bedarf angeschafft werden können.“ Auf eigene Faust etwa mit einem Lieferwagen an die ukrainische Grenze fahren, um Hilfslieferungen zu transportieren, sei weniger ratsam, so Böth. Oft gebe es vor Ort nicht genügend Lagerkapazitäten.

Auf lokaler Ebene könnten Sachspenden hingegen schon viel bewirken. So sei etwa die Kleiderkammer des DRK an der Burgstraße in Solingen-Mitte aktuell gefüllt mit Damen- und Kinderkleidung, aber auch anderen Hilfsgütern wie beispielsweise Windeln. „Wir haben immer noch Platz“, versichert Böth. So werde die Kleiderkammer auch von Geflüchteten aus der Ukraine aufgesucht, die Kleidung abholen möchten. Wer speziell die dringend benötigte, medizinische Hilfe für die Ukraine unterstützen möchte, kann sich unter anderem an den Verein „Solingen hilft“ wenden, der medizinisches Material und Medikamente in die Ukraine liefert. Weitere Infos unter: solingen-hilft.de/hilfe-fuer-die-ukraine/

So können Sie jetzt helfen

Ich möchte Wohnraum zur Verfügung stellen, um Geflüchtete aufzunehmen. Wie soll ich vorgehen?

Wer eine Unterkunft zur Verfügung stellen kann, sollte dies in einem ersten Schritt bei der Stadt melden und erhält über die dort geschaltete Hotline (Tel. 02 12 / 25 08 83 50) oder per Mail an fluechtlingshilfe@solingen.de weitere Informationen. Empfohlen wird eine Kontaktaufnahme per Mail, wenngleich die Hotline nicht mehr ganz so stark frequentiert sei wie zu Beginn, heißt es aus dem Rathaus. Die Stadt bittet Solinger, die Geflüchtete aus der Ukraine aufnehmen möchten, dringend darum, sich um deren Registrierung bei der Stadt zu kümmern. Möglich ist eine provisorische Erstaufnahme weiterhin im Impfzentrum an der Kölner Straße montags, dienstags und donnerstags von 11 bis 16 Uhr. Auch eine Corona-Schutzimpfung, falls noch nicht vorhanden, können Geflüchtete dort in Anspruch nehmen.

Das plant die Stadt für geflüchtete Kinder und Frauen

Wie sollte man auf Geflüchtete zugehen?

Wichtig sei es, die Betroffenen nicht zu überfordern und „nicht mit der Tür ins Haus zu fallen“, rät Ulrike Kilp, Geschäftsführerin des Diakonischen Werks des Evangelischen Kirchenkreises Solingen. „Wir müssen uns klarmachen, dass die Menschen, die aus der Ukraine zu uns kommen, eine andere Ausgangssituation haben als die Geflüchteten, die 2015 Schutz bei uns gesucht haben. Sie möchten in der Regel zurück nach Hause, deshalb müssen viele Fragen ganz anderes beantwortet werden als damals.“

Auf keinen Fall solle man die Betroffenen mit sensiblen Fragen nach Familienmitgliedern in der Heimat bedrängen, wenn die Menschen sich mit diesen Themen nicht von sich aus öffnen. „Aktives Zuhören ist ganz wichtig.“ Insbesondere für Kinder sei zudem jede Form der Ablenkung etwa durch Freizeitangebote eine wertvolle Hilfe, um die schrecklichen Erlebnisse kurzzeitig beiseiteschieben zu können. Gemeinsam mit dem Caritasverband Wuppertal/Solingen und dem Awo-Kreisverband Solingen wolle das Diakonische Werk eine Anlaufstelle für Geflüchtete und Helfer im Mehrgenerationenhaus schaffen. Details dazu gibt der Wohlfahrtsverband noch bekannt.

Wie können ukrainische Kinder auf die Schule vorbereitet werden?

Fragen rund um den Schulbesuch beantworten bei Kindern zwischen 6 und 15 Jahren Heike Neundörfer ( Tel. 2 90-24 95) und bei Jugendlichen von 15 bis 18 Jahren Sabine Neef ( 2 90-26 07). Beim Beratungsgespräch sind Ausweise oder Pässe des Kindes und des Erziehungsberechtigten, deren jeweilige Meldebescheinigung der Stadt, die beim Bürgerbüro der Stadt oder in der Registrierungsstelle im Impfzentrum erhältlich sind, sowie – falls vorhanden – Zeugnisse aus dem Heimatland. Laut Ulrike Kilp wünschen sich nicht alle ukrainischen Familien einen Schulbesuch für ihr Kind in Solingen, da die Kinder teilweise noch Online-Unterricht aus ihrer Heimat erhielten. „Sprachkurse benötigen die Kinder natürlich dennoch“, so Kilp. Zusätzlich sollten nach Möglichkeit auch Laptops für den Online-Unterricht bereitgestellt werden.

Wie funktioniert die sprachliche Verständigung?

Bei der Kommunikation mit den Geflüchteten nutzen viele ehrenamtliche Helfer ganz pragmatisch einen Übersetzungsdienst von Google. Einzelne Ukrainer sprechen Englisch – ihr Wille, auch die deutsche Sprache zu erlernen, sei groß, so der Tenor bei den Hilfsorganisationen. „Grundsätzlich haben alle Geflüchteten Anspruch auf einen Integrationskurs“, ergänzt Uwe Bemmann, Migrationsberater beim Caritasverband Wuppertal/Solingen. Dieser vermittle auch grundlegende Sprachkenntnisse und werde von verschiedenen Trägern wie etwa der Volkshochschule, dem Internationalen Bund oder auch privaten Sprachschulen angeboten.

Hintergrund

Mehr als 700 Menschen wurden laut Angaben der Stadt Solingen bislang als Geflüchtete aus der Ukraine in Solingen erfasst. Zudem sei eine erste Zuweisung des Landes eingegangen: Ab der kommenden Woche (28. März) werden zunächst fünf Personen in der Klingenstadt erwartet. Ukrainische Geflüchtete kommen wohlbehalten in Solingen an.

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