Krankheit

Turnierpferde werden wegen Herpes-Virus aktuell isoliert

Die Pferde auf dem Reiterhof im Gut Jagenberg sind alle gesund, berichtet die Leiterin Claudia Holzknecht. Trotzdem wurden sie alle bereits gegen den Herpes-Virus geimpft. Archivfoto: Christian Beier
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Die Pferde auf dem Reiterhof im Gut Jagenberg sind alle gesund, berichtet die Leiterin Claudia Holzknecht. Trotzdem wurden sie alle bereits gegen den Herpes-Virus geimpft.

In Solingen und Umgebung grassiert eine ansteckende Krankheit.

Solingen. Das Coronavirus hält uns seit einem Jahr in Atem. Nichts oder nur wenig ist noch so, wie es einmal war. Pferdebesitzer beziehungsweise Reitsportler sind sogar doppelt gebeutelt. Fachsprachlich „Equine Herpesvirus EHV-1“ heißt die hochansteckende Gefahr, welche die Reitsportszene derzeit beherrscht. So auch auf dem Gut Jagenberg. Dort stehen viele Turnierpferde, berichtet die Leiterin des Reiterhofs, Claudia Holzknecht. So auch die von Tochter Paulina. Die frühere Jugend-Europameisterin in der Dressur hofft auf den Saisonstart im Mai. Dafür dürfen sich die Pferde nicht infizieren.

Worum geht es bei dem ansteckenden Pferdevirus?

Es handelt sich um eine neue Virusbedrohung, welcher sich Besitzer von Pferden seit einigen Wochen massiv ausgesetzt sehen. Es ist zwar nicht auf Menschen übertragbar, führt aber bei Pferden zu unterschiedlichen Krankheiten mit einem differierenden Schweregrad. Bekannt wurde das Thema, weil sich bei einem Springturnier im spanischen Valencia auch Pferde aus Deutschland infiziert hatten und in der Folge teilweise sogar verstorben sind. Solche gefürchteten Verlaufsformen wie in Spanien, dort gab es dramatische Szenen bei dem Reitturnier, sind eher seltener bekannt. Die dort gefundene Variante des Herpesvirus ist besonders aggressiv. In Hilden und Haan seien ihr aber Fälle bekannt, so dass dieser Typ auch die Region erreicht zu scheinen hat, erklärt Claudia Holzknecht.

„Wir trainieren, weil es jederzeit losgehen kann, aber ohne wirkliches Ziel.“

Claudia Holzknecht, Gut Jagenberg

Welche Maßnahmen können gegen die Verbreitung ergriffen werden?

Im Grunde habe das Gut Jagenberg zwei Ziele verfolgt, erklärt die Gutsleiterin. Wichtig sei, die Pferde zunächst einmal zu isolieren. In den Gesprächen mit den „Einstellern“, den Nutzern des Guts, sei besprochen worden, vorläufig keine Pferde vom Gelände zu lassen und keine neuen Pferde aufzunehmen. Parallel seien alle Pferde im Stall geimpft worden. Alle Pferde, das sei der Vorschlag der konsultierten Tierärztin gewesen, denn nur so schaffe man Schutz. Die Impfung verhindere leider nicht zu 100 Prozent, dass sich Pferde anstecken und das Virus weiterreichen. „Nur wenn der komplette Bestand durchgeimpft ist, kann man für einen gewissen Schutz sorgen“, erklärt auch Axel Fromm, lange Jahre Chef des Reit- und Fahrvereins Remscheid. Hinzukommt: Nach Angaben der Deutschen Reiterlichen Vereinigung tragen 80 Prozent der Pferde das Virus in sich, erkranken aber nicht immer.

Was passiert jetzt mit den Turnierpferden in Jagenberg?

Die würden normal weitertrainiert, berichtet Holzknecht. Durch die Corona-Pandemie, sei das Turniergeschehen auf nationaler Ebenen bis Ende März gestoppt, international bis Mitte April – aber Termine gebe es kaum. Tochter Paulina Holzknecht hofft auf den Start der U-25-Grand-Prix-Serie Anfang Mai in Mannheim und über Pfingsten in Wiesbaden. Ihre Mutter erklärt die Situation so: „Wir trainieren, weil es jederzeit losgehen kann – aber ohne wirkliches Ziel.“ Die Lenneperin Sandra Bockholt, deren sechsjähriger Hannoveraner Wallach Freddie Mercury im Stall auf Gut Vogelbusch in Heiligenhaus steht, bestätigt die Wartestellung im Reitsport: „Bis April findet erst einmal gar nichts statt.“ Auch ihr Pferd wurde geimpft.

Impfung

Eine Impfung gegen EHV-1 kann den Ausbruch der Erkrankung nicht sicher verhindern. Eine Impfung führt aber dazu, dass ein infiziertes Pferd weniger Viren verbreitet. Denn auch ein arg geschwächtes Immunsystem der Pferde kann solche Erkrankungen bis hinzu schweren Verläufen bei den Vierbeinern begünstigen.

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