Ohligs

Tunnelstraße: Sonden suchen Bomben - Kanalbau beginnt bald

Für die Bombensondierung wechselt das Parkrecht ab Montag an der Tunnelstraße auf die Seite der Häuser.
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Für die Bombensondierung wechselt das Parkrecht ab Montag an der Tunnelstraße auf die Seite der Häuser.

Bohrer fressen sich metertief in den Boden - Kampfmittelsondierung hat Auswirkungen für Anwohner und Galileum-Besucher.

Von Philipp Müller

Solingen. Der Lärm von Motorsägen könnte am Montag, 2. Januar, die Anwohner der Tunnelstraße und der umliegenden Wohngebiete wecken. Denn für den nächsten Schritt für den Bau eines Stauraumkanals unter der Straße muss ein kleines Stück Natur weichen.

Im Anschluss rollen Fahrzeuge mit großen Bohrern an. Sie fressen sich metertief in den Boden. In die Bohrlöcher werden spezielle Sonden abgesenkt. Sie messen, ob sich im Boden Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg befinden.

Die Kampfmittelsondierung an der Tunnelstraße zwischen Mittelstraße und Wahnenkamp in Ohligs gehört zum vorgeschriebenen Verfahren für unterirdische Bauten. Über die Stadt teilen die Technischen Betriebe der Stadt (TBS) zur Dimension mit: „Die Kanaltrasse ist in diesem Bereich unterirdisch etwa drei Meter breit, oben wird auf einer Breite von bis zu vier Metern mit mehreren Bohrpunkten sondiert.“ Laut Stadt hat das Vorgehen kleinere Auswirkungen auf der Tunnelstraße: „Im Arbeitsbereich gilt ab 2. Januar bis voraussichtlich Ende Februar ein Halteverbot auf der Waldseite. Zeitgleich entfällt das Halteverbot vor den Häusern.“

Der Stauraumkanal hat zum Ziel, besonders bei Starkregen den Lochbach zu schützen. Er wurde bisher teilweise durch überlaufendes Wasser aus dem Kanalnetz verschmutzt.

Anwohner: Bürgerinitiative gegen Baumfällungen

Anwohner hatten eine Bürgerinitiative gegründet, weil für den Bau viele Bäume gefällt werden sollen. Die TBS hatten mit der Notwendigkeit des Kanals argumentiert, die politischen Gremien folgten dem. Auch im kommenden Jahr sind Teile der Tunnelstraße komplett gesperrt.

Umwege für Anwohner und Galileum-Besucher

Anwohner und Besucher des Galileums müssen Umwege in Kauf nehmen.

Sträucher werden geschnitten, Äste der Bäume fallen

Für die Kampfmittelsondierung muss Natur weichen. So führen die TBS an, dass auf dem waldseitigen Randstreifen der Tunnelstraße Strauchwerk geschnitten werden müsse. „Bäume werden nicht gefällt.“ Sinn ist, Platz für die Baufahrzeuge zu schaffen.

Die Details sehen laut TBS so aus: „Da das Bohrfahrzeug über der Sondiertrasse eine lichte Arbeitshöhe benötigt, werden jedoch tiefer ragende Äste fachgerecht zurückgeschnitten, zudem werden die Bäume in den Randbereichen mit einem Stammschutz geschützt. Die Sondierungsbohrungen können auch Bereiche mit Wurzelwerk betreffen. Die Gehölze werden deshalb in den folgenden Jahren besonders aufmerksam beobachtet, damit bei Bedarf baumpflegerische Maßnahmen ergriffen werden können.“

Führen keine Bombenfunde zu einer Verzögerung, wird im Frühjahr 2023 dann damit begonnen, die Kanalrohre zu verlegen. In den vergangenen Monaten wurde dazu bereits vier große und viele Meter tiefe Schächte angelegt. Über sie gelangt das Bohrwerkzeug in den Boden, mit dem nach dem Bodenaushub die Kanalrohre dann unterirdisch verlegt werden. Ist alles fertig, sollen Lochbach und Umgebung fachgerecht renaturiert werden.

Neue Kanäle: Wo noch gebaut wird

Nicht nur an der Tunnelstraße bauen die Technischen Betriebe der Stadt Solingen. Entlang der Viehbachtalstraße wird ein neuer Kanal vom Industriegebiet in Mittelgönnrath bis zur Mühlenstraße in mehreren Etappen errichtet. Auch im Ittertal wird ein neuer Kanal verlegt. Insgesamt gibt die Stadt Solingen dafür rund 85 Millionen Euro aus.

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