Herbstsynode

Solingen tritt Bündnis „Städte Sicherer Häfen“ bei

OB Tim Kurzbach unterzeichnete die Potsdamer Erklärung, mit der auch Solingen dem Bündnis „Städte Sicherer Häfen“ beitrat. Foto: Andreas Horn
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OB Tim Kurzbach unterzeichnete die Potsdamer Erklärung, mit der auch Solingen dem Bündnis „Städte Sicherer Häfen“ beitrat.

Als Gast der Herbstsynode unterzeichnete Oberbürgermeister Tim Kurzbach am Wochenende die Potsdamer Erklärung.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Die Unterschrift von Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) unter die Potsdamer Erklärung, mit der die Stadt Solingen dem Bündnis „Städte Sicherer Häfen“ beitrat, war einerseits der Schluss eines erfolgreichen Arbeitsprozesses von Kirche und Politik in Solingen. Andererseits, so betonte der OB am Samstagmittag vor der Herbstsynode des Kirchenkreises, war es nur ein Schritt in der „Generationen-Aufgabe“, die aus anderen Ländern und Kulturkreisen geflüchteten Menschen in die gesellschaftliche Mitte zu holen.

„Lassen Sie mich nicht allein“, bat Kurzbach in einem flammenden Plädoyer gegen ausländerfeindliche Strömungen, zunehmende rechtsradikale Haltungen und für einen aktiven Schulterschluss von demokratischen und christlichen Kräften. „Wo, wenn nicht unter christlichen Brüdern und Schwestern, sollte die Botschaft der Liebe Gottes, die allen Menschen gilt, gelebt werden?“ Trotzdem gelte es, Gespräche zu suchen und eventuelle Ängste vor Fremden ernstzunehmen und zu entkräften.

Bündnis setzt sich für in Seenot geratene Menschen ein.

Das Bündnis deutscher Städte, zu dem bislang 26 Kommunen – darunter Berlin und Potsdam und in NRW bislang Bielefeld, Detmold, Hamm, Krefeld und Unna – gehören, setzt sich für politische Initiativen und konkrete Hilfen zur Aufnahme in Seenot geratener, geflüchteter Menschen ein.

„Lebensrettung ist kein Verbrechen, sondern Christenpflicht“ hatte die Solinger Synode im Sommer deutlich formuliert und war mit der Bitte um Unterstützung dieses Anliegens an den Rat der Stadt herangetreten.

Einer engagierten Überzeugungsarbeit vieler Synodalvertreter für ihr Anliegen in allen Ratsfraktionen folgte im September ein mehrheitlicher Beschluss des Stadtparlaments. „Nun schließt sich der Kreis der Überzeugungsarbeit in dem wir hier, erneut bei einer Synode, den Beitritt Solingens offiziell besiegeln“, sagte Superintendentin Dr. Ilka Werner, die für die evangelische Kirche nachdrücklich die Rettung von Schiffbrüchigen und damit humanitäres Handeln vor die Überlegungen stellt, wie es dann weitergeht.

Ein wichtiger Teil der Potsdamer Erklärung ist aber auch die eindringliche Forderung nach effektiverer Unterstützung aus Bund und Land für die Kommunen. In Solingen leben heute rund 3000 Menschen, die aus ihren Heimatländern vor Unterdrückung und Gewalt fliehen mussten.

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