Feierstunde

Rathaus verteidigt Ablauf der Trauerfeier gegen Kritik von Bürgern

Vor allem in den hinteren Reihen verzichteten viele Teilnehmer am Sitzplatz auf den Mund-Nase-Schutz. 
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Vor allem in den hinteren Reihen verzichteten viele Teilnehmer am Sitzplatz auf den Mund-Nase-Schutz. 

Veranstaltung auf Schloss Burg mit wenig Abstand sorgt für Irritationen.

Von Andreas Tews

Solingen. Dass die Teilnehmer der Trauerfeier für den verstorbenen Ex-Oberbürgermeister Ulrich Uibel im Brunnenhof von Schloss Burg nah beieinander saßen und viele von ihnen an ihren Plätzen keinen Mund-Nase-Schutz trugen, hat etliche Bürger irritiert. Die Kritik, die sie per E-Mail und am ST-Telefon äußerten, hält man im Rathaus allerdings nicht für gerechtfertigt. Die geltenden Corona-Reglungen seien eingehalten worden, versicherte Lutz Peters, Sprecher der Stadtverwaltung, auf Anfrage.

Die Kritik an den geladenen Gästen hatte sich an dem Foto entzündet, das im Tageblatt zum Bericht über die Trauerfeier zu sehen war. Mehrere Tageblatt-Leser bemängelten, dass die Teilnehmer der Veranstaltung kein gutes Vorbild für die Bürger abgäben. Dies wiege angesichts der schwindenden Akzeptanz in der Bevölkerung für die Abstands- und Hygieneregeln besonders schwer.

Peters verweist hingegen unter anderem auf die Obergrenze von 150 Teilnehmern, die bei der Veranstaltung eingehalten worden sei. Aber auch darüber hinaus habe man sich an die Vorgaben für Veranstaltungen unter freiem Himmel und an vorherige Absprachen mit dem Ordnungsamt gehalten. So hätten die Teilnehmer zum Beispiel beim Betreten der Schlossanlage einen Mund-Nase-Schutz tragen müssen – woran sich auch alle hielten. Zudem achteten die Veranstalter darauf, dass sich vor und nach der Veranstaltung keine größeren Menschengruppen bildeten.

Am Sitzplatz selbst hatten es die Organisatoren den Besuchern freigestellt, den Mund-Nase-Schutz abzunehmen. Peters hatte von der Bühne aus empfohlen, die Masken aufzubehalten. Im Gegensatz zu den Vertretern der Stadtspitze in den vorderen Reihen hatten viele Teilnehmer ihre Masken abgenommen. Von der Maskenpflicht am Platz habe man absehen können, so erklärte Peters weiter, weil es eine feste Sitzordnung gab. Es wurde registriert, wer an welchem Platz saß. So sei gewährleistet, dass eventuelle Infektionsketten nachverfolgt werden können.

Artikel vom 30.8.2020

150 Trauernde nehmen Abschied von Alt-OB Ulrich Uibel

Bewegende Feierstunde für den verstorbenen Kommunalpolitiker im Brunnenhof von Schloss Burg.

Von Andreas Tews

Solingen. Der Brunnenhof von Schloss Burg bot einen würdigen Rahmen für die Trauerfeier der Stadt Solingen zum Tode von Ulrich Uibel. War der vor knapp vier Wochen gestorbene Ex-Oberbürgermeister doch nicht nur Kommunalpolitiker, sondern auch aktiver Mitstreiter des Schlossbauvereins, der sich für den Erhalt des historischen Gemäuers einsetzt. Etwa 150 Trauergäste nahmen Abschied von dem über Parteigrenzen hinweg geachteten Sozialdemokraten.

Uibel war völlig unerwartet im Alter von 66 Jahren gestorben. Bis zuletzt war er als Ratsmitglied (seit 1981) und als Angehöriger von Aufsichtsräten städtischer Gesellschaften aktiv. Von 1997 bis 1999 war er erster hauptamtlicher Oberbürgermeister Solingens nach dem Zweiten Weltkrieg.

Mit bewegenden Worten und bewegter Stimme nahm Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) Abschied von seinem früheren Mentor und ständigen Berater. Kurzbach fand Worte Max Webers, um Uibel zu charakterisieren. Anfang des 20. Jahrhunderts hatte der Soziologe Politiker als Menschen voller Leidenschaft, Verantwortungsgefühl und mit distanziertem Augenmaß bezeichnet. Dies habe auf Uibel mit seiner abwägenden und vermittelnden Art zugetroffen. Menschen konkret zu helfen und dabei widerstreitende Positionen zusammenzuführen, sei ihm wichtig gewesen.

Typisch für den Verstorbenen war die Rede, die er 1999 als Oberbürgermeister zum 625-Jahre-Jubiläum Solingens gehalten hatte. Uwe Dahlhaus vom Ensemble Profan zitierte daraus Passagen, in denen Uibel den optimistischen Blick in die Zukunft gerichtet und neue Schritte als Chance bezeichnet hatte. Ergreifend waren auch die musikalischen Beiträge von Ute Grapentin (Flügel), Milena Haunhorst und Benjamin Hoffmann (beide Gesang). Sie trugen unter anderem die Abschiedsballade „Danny Boy“ und das alte Arbeiterlied „Wann wir schreiten Seit’ an Seit’“ vor.

„Uli, du wirst mir fehlen“, sagte der OB zum Abschluss, bevor sich die Trauergäste zu Ehren Uibels zu einer Schweigeminute von ihren Plätzen erhoben. Unter den Gästen waren neben Vertretern aus Rathaus und Politik auch viele alte Weggefährten Uibels wie der Staatssekretär a. D. Bernd Wilz (CDU), der frühere Oberstadtdirektor und Landesminister Ingolf Deubel (SPD) sowie die früheren Oberbürgermeister Franz Haug und Norbert Feith (beide CDU). Auch Vertreter der Nachbarstädte Remscheid (Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz), Wuppertal (Bürgermeisterin Ursula Schulz) und Hilden (Bürgermeisterin Birgit Alkenings, alle SPD) erwiesen Uibel die letzte Ehre.

Kurzbach verneigte sich vor der Urne mit den sterblichen Überresten des Nordsee-Liebhabers Uibel, die auf einem kleinen, in der Jugendhilfewerkstatt gefertigten Segelboot platziert war. Auf dem Segel das Wappen Solingens. Die Urne wird in einigen Tagen dem Meer übergeben.

Die Lücke, die der viel zu frühe Tod von Ulrich Uibel in seiner Heimatstadt Solingen reißt, wird sich nicht in kurzer Zeit schließen.

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