Revisionsverfahren läuft

Totes Pflegekind: Angeklagte legt Rechtsmittel ein

Die Angeklagte (51) verbarg ihr Gesicht, während sie mit ihrem Anwalt Michael Kaps (re.) auf das Urteil wartete.
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Die Angeklagte (51) verbarg ihr Gesicht, während sie mit ihrem Anwalt Michael Kaps (re.) auf das Urteil wartete.

In einem Fall um tödliche Misshandlung eines 21 Monate alten Pflegekindes in Solingen liegt das Rechtsmittel der nicht rechtskräftig verurteilten, früheren Pflegemutter beim Generalbundesanwalt.

Solingen. Das Verfahren sei bei der Behörde am 30. April eingegangen, informierte eine Sprecherin auf Nachfrage. Das Landgericht Wuppertal hatte die inzwischen 52 Jahre alte Angeklagte im Dezember 2020 zu sechs Jahren und zehn Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Bewährung ist bei der Höhe ausgeschlossen. Die Angeklagte befindet sich auf freiem Fuß, weil das Landgericht sie von Untersuchungshaft verschont hat.

Die 52-Jährige ist Kauffrau und hat gestanden: Sie habe am Tattag, dem 16. Juni 2017, das ihr anvertraute Mädchen im Kleinkindalter bestrafen wollen. Das Kind habe aus ihrer Sicht „Schwierigkeiten“ beim Essen gemacht. Tatort war die großzügig eingerichtete Wohnung der Angeklagten im Stadtteil Höhscheid. Zur Überzeugung des Gerichts rief sie den Rettungsdienst, als sie erkannte, dass das Mädchen Hilfe brauchte. Es starb an schwersten Verletzungen in einer Klinik.

Ärzten zufolge brach die Angeklagte zusammen, als sie um Zustimmung gebeten wurde, die aussichtslos gewordenen Wiederbelebungsversuche abbrechen zu dürfen. Im Prozess sagten Zeugen aus, die damals 48 Jahre alte Frau habe mehrfach verschiedene Pflegekinder aufgenommen gehabt. Die Pflegschaften seien teils „katastrophal“ verlaufen, bis sie abgebrochen wurden. In Solingen war damals entschieden worden, dass sie keine weiteren Kinder mehr übernehmen sollte. Darauf hatte sie sich in Nachbarstädten beworben und schließlich das später getötete Kind anvertraut erhalten.

Rechtsmittel gegen Urteile der Großen Strafkammern werden beim Landgericht eingereicht. Von dort leitet sie die Justiz über die Staatsanwaltschaft Wuppertal zur Generalbundesanwaltschaft in Karlsruhe weiter. Entscheiden muss ein Strafsenat mit Richterinnen und Richtern des Bundesgerichtshofs. Dabei geht es um mögliche Rechtsfehler im Verfahren. -dilo-

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