Urteil

Tödliche Misshandlungen: Haft für Pflegemutter ist rechtskräftig

Das Landgericht Wuppertal hatte die Solingerin im Dezember 2020 verurteilt.
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Das Landgericht Wuppertal hatte die Solingerin im Dezember 2020 verurteilt.

Der Bundesgerichtshof hat eine Haftstrafe von sechs Jahren und zehn Monaten gegen eine 52 Jahre alte Solingerin bestätigt, die 2017 ein 21 Monate altes Pflegekind tödlich misshandelte, bestätigt.

Von Dirk Lotze

Solingen. Schuldspruch und Strafe stehen damit rechtskräftig fest. Das Landgericht Wuppertal hatte die Kauffrau und frühere Pflegemutter im Dezember 2020 verurteilt, Bewährung ist bei der Höhe der Strafe ausgeschlossen.

Die nun Verurteilte hatte gestanden. Sie habe am Tattag im Juni 2017 das ihr anvertraute Mädchen im Kleinkindalter bestrafen wollen. Das Kind habe aus ihrer Sicht „Schwierigkeiten“ beim Essen gemacht. Zur Überzeugung des Gerichts rief die Frau den Rettungsdienst, als sie erkannte, dass das Mädchen Hilfe brauchte. Es verstarb an schwersten Verletzungen in einer Klinik. Ärzten zufolge brach die 52-Jährige zusammen, als sie zustimmen sollte, dass die aussichtslos gewordenen Wiederbelebungsversuche beendet würden. Ein Gerichtsmediziner hatte die Gewalt der Misshandlungen mit den Kräften bei einem Autounfall verglichen.

Am Tatort, einer großzügig eingerichteten Wohnung der Verurteilten in Höhscheid, hatten Ermittler in mehreren Räumen zahlreiche Blutspuren gefunden. Laut Zeugen im Prozess hatte die damals 48 Jahre alte Frau mehrfach Pflegekinder aufgenommen. Ein Teil ihrer Pflegschaften sei „katastrophal“ verlaufen, bis sie abgebrochen wurden.

In Solingen war damals entschieden worden, dass die Frau keine weiteren Kinder mehr übernehmen sollte. Darauf hatte sie sich in Nachbarstädten beworben und so das später getötete Kind in Obhut erhalten.

Solingen: Frau wird aufgefordert, sich zum Haftantritt zu melden

Gegen das Urteil des Landgerichts hatte die Verurteilte Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt. Das oberste Gericht fand keinen Fehler, durch den sie benachteiligt würde.

Die nun für die Haft zuständige Staatsanwaltschaft Wuppertal teilte auf Anfrage mit, dass die Einleitung der Vollstreckung bevorsteht. Die Frau befand sich für die Dauer des Verfahrens auf freiem Fuß. Sie wird mit Termin aufgefordert werden, sich zum Strafantritt zu melden.

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