Ratgeber

Tipps zum Schutz vor Starkregen

Wenn es bereits zum Schaden gekommen ist, hilft die richtige Versicherung. Archivfoto: Ralf Kollmann
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Wenn es bereits zum Schaden gekommen ist, hilft die richtige Versicherung.

Rückstauklappen und Hebeanlagen bieten Sicherheit – die Wartung ist wichtig.

Von Alexandra Dulinski

Durch den Klimawandel kommt es in Solingen häufiger zu Starkregen und Überschwemmungen. Wir geben einen Überblick darüber, wie sich Hausbesitzer schützen können und was im Schadensfall zu tun ist.

Worauf muss ich beim Thema Starkregen achten?

Beim Thema Starkregen muss man zwischen den zwei Kategorien „Rückstau“ und „Schutz vor Wasser von außen“ unterscheiden, erklärt Julia Ogiermann von der Verbraucherzentrale Solingen. Beim Rückstau könne die Kanalisation die Mengen an Regenwasser nicht mehr aufnehmen, das Wasser werde die Rohre hochgedrückt. Räume, die unter dem Straßenniveau liegen, werden geflutet. Das könne auch zum hygienischen Problem werden, wenn Fäkalien und Abfälle mitgeschwemmt werden. „Der Eigentümer ist verpflichtet, sein Eigentum entsprechend abzusichern“, berichtet Ogiermann. Beim Thema Schutz vor Wasser von außen geht es um Wasserschäden, die beispielsweise durch übergelaufene Dachrinnen und Fallrohre entstehen.

Wie sehen entsprechende Schutzvorkehrungen aus?

In weniger genutzten Räumen, beispielsweise in Kellerräumen, in denen Waschmaschinen stehen, kann eine Rückstauklappe in die Abwasserleitung eingebaut werden. „Die Klappe kann man mit einer Katzenklappe vergleichen, die nur zu einer Seite hin öffnet“, verbildlicht Ogiermann das System. Das Wasser könne nur in eine Richtung – vom Haus weg – abfließen, nicht aber die Rohre hoch ins Haus hinein. In einem Raum, der viel benutzt wird, würde der Raum geflutet werden, wenn es eine Rückstauklappe gebe. Denn dann kann – beispielsweise bei Betätigung einer Toilettenspülung – das Wasser nicht abfließen.

Welche Alternative gibt es zur Rückstauklappe?

Die Alternative in viel benutzten Räumen ist eine Hebeanlage, berichtet Julia Ogiermann. Diese sei ein umgedrehtes u-förmiges Rohr. „Die Hebeanlage bietet umfangreichen Schutz. Sie ist eine Pumpe, die das Wasser einmal über das Straßenniveau pumpt“, erklärt Fatma Öksüz, Leiterin des Projektes „Klimafolgen und Grundstücksentwässerung“, das Hauseigentümer in allen Fragen rund um Abwasser, Abwasseranlagen und Schutz vor Nässe bei Starkregen berät. Die Hebeanlage speise das Wasser in den vollen Kanal ein – so könne der Kanal dann an der Straße überlaufen.

Kann ich mein Risiko selbst einschätzen?

Alle Räume, die unter dem Straßenniveau liegen, seien potenziell gefährdet, so Öksüz.

Wie sieht der Schutz vor Wasser von außen aus?

„Hierbei geht es um bauliche Maßnahmen, so dass das Wasser in eine andere Richtung gelenkt wird und nicht ins Haus laufen kann“, sagt Julia Ogiermann. Bodenschwellen, ein Gefälle des Eingangsbereichs, Türschwellen, Überdachungen, Barrierensysteme oder drucksichere Kellerfenster seien Möglichkeiten, sich vor eindringendem Wasser zu schützen. Bei Neubauten sollten die entsprechenden Vorkehrungen gleich mitgeplant werden.

Welche Verpflichtungen hat der Eigentümer?

In Einfamilienhäusern müssen die Rückstauklappe und die Hebeanlage einmal jährlich gewartet werden, in Mehrfamilienhäusern zweimal jährlich, berichtet Öksüz. Die Rückstauklappe könne der Hausbesitzer nach einer Einweisung durch Fachpersonal oft selbstständig warten. Dabei sollte die Klappe gereinigt und auf Funktionalität und etwaige Schäden durch Ratten überprüft werden. Wichtig sei, die Wartung zu dokumentieren, damit es einen Nachweis für die Versicherung im Schadensfall gibt. „Fotos machen und Notizen über das, was man gemacht hat. Eine Tageszeitung danebenlegen für das aktuelle Datum und dann in einen Ordner abheften“, rät die Projektleiterin. Eine Hebeanlage sei schon deutlich komplizierter zu warten. Sanitärfirmen würden die Wartung übernehmen.

Welche Rechte haben Mieter im Schadensfall?

Bei Schäden an mitvermieteten Gegenständen wie Fußböden habe der Mieter Instandsetzungsanspruch. Bei nicht vermieteten Gegenständen greift die Hausratversicherung, wenn zusätzlich eine Elementarschadenversicherung abgeschlossen wurde, erklärt Öksüz. Dabei komme es immer darauf an, wie das Thema Rückstau bei den Versicherungen definiert ist. Wer keine entsprechende Versicherung hat, bleibe auf dem Schaden sitzen.

Was muss ich nach einem Schaden beachten?

Eine Überflutung von Räumen hat nicht nur finanzielle Folgen. „Wenn der Keller nass wird, fängt die Wohnung an zu schimmeln. Das hat gravierende gesundheitliche Folgen“, erklärt Ogiermann. Schimmel sei oftmals eine Begleiterscheinung, die man oft erst später bemerkt. Die Verbraucherzentrale berät im Schadensfall.

Beratung

Beratung: Die Broschüre „Alles klar bei Starkregen?“ ist online erhältlich:

https://t1p.de/wwyz Kontakt zur Beratungsstelle Solingen: Tel. (02 12) 22 65 76 01

https://t1p.de/5c5l

Starkregengefahr: Die Gefahrenpotentialkarte der Stadt zeigt besonders gefährdete Gebiete bei Starkregen in Solingen.

https://t1p.de/8kdj

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