Was man beachten sollte

Tipps zum Kauf: Mit dem Rollator sicherer fühlen

Verkäuferin Petra Wöhrle erklärt Edeltraud Förster die Handhabung des Rollators, der bei Bedarf auch einen Sitzplatz bietet. Fotos: Christian Beier
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Verkäuferin Petra Wöhrle erklärt Edeltraud Förster die Handhabung des Rollators, der bei Bedarf auch einen Sitzplatz bietet.

Das ST hat Edeltraud Förster beim Kauf begleitet. Worauf Betroffene dabei achten sollten.

Von Kristin Dowe

Edeltraud Förster hat sich mit der Einsicht schwergetan, dass sie einfach nicht mehr so gut zu Fuß ist. „Ich habe mich lange mit dem Thema beschäftigt. Es ist schon ein Einschnitt, wenn man akzeptieren muss, dass man einen Rollator benötigt“, gibt die 77-Jährige offen zu. Ihre Familie habe sie dann aber bei der Entscheidung dafür unterstützt.

Geschichten wie diese hört Petra Wöhrle, Mitarbeiterin im Sanitätshaus Köppchen in Ohligs, häufig, wenn ältere Menschen sich zum ersten Mal für den Rollatorkauf in den Laden trauen. „Ich habe schon 90-Jährige bei uns im Geschäft stehen sehen, die fest behauptet haben, dass sie keinen Rollator bräuchten. Später gelangen dann viele zu der Erkenntnis, dass es ihnen den Alltag sehr erleichtert hätte, wenn sie sich schon früher dazu durchgerungen hätten.“

Die Haltegriffe auf Höhe der Handgelenke einstellen

Dabei gebe es bei der Anschaffung ein paar Aspekte zu berücksichtigen, erklärt die Verkäuferin. „Ganz wichtig ist die richtige Haltung. Schätzungsweise gehen über 70 Prozent der Leute falsch am Rollator.“ Der Kardinalfehler sei dabei, dass viele ältere Menschen dazu neigten, die Haltegriffe des Rollators zu hoch zu schrauben und das Gefährt dann wie einen Einkaufswagen vor sich herzuschieben. 

Drückt man die Bremsgriffe dieses Rollators nach unten, werden die Bremsen in der Regel festgestellt.

„Dann nimmt man automatisch eine schiefe Haltung ein“, warnt die Expertin. Vielmehr sollten sich die Griffe maximal zwei Finger breit über der Höhe des Handgelenks befinden, damit der Besitzer sich bequem abstützen kann. Bei ihren ersten Schritten am Rollator durch das Ladenlokal macht Edeltraut Förster alles richtig, lobt Wöhrle: „Das sieht schon sehr gut aus!“

Individuelle Bedürfnisse berücksichtigen

Die Wahl eines Rollators sei so individuell wie die Kunden selbst, betont Petra Wöhrle. „Entscheidend ist, welches Gefühl man beim ersten Gebrauch hat. Liegt der Rollator von Anfang an gut in der Hand, ist das ein gutes Argument für den Kauf.“ 

Bei Rollatoren, aber auch bei anderen Hilfsmitteln wie etwa Rollstühlen spiele auch das Alter der Kunden eine Rolle für die Wahl des Modells: „Einen jungen Menschen würde ich in einen anderen Rollstuhl setzen wie einen älteren, da er ganz andere körperliche Voraussetzungen mitbringt“, sagt Wöhrle. Auch gebe es sogenannte XXL-Rollatoren, die speziell auf die Bedürfnisse übergewichtiger Menschen ausgerichtet sind.

Edeltraud Förster ist dagegen wichtig, dass der Rollator bei Bedarf einen ausklappbaren Sitzplatz bietet, wenn sie sich unterwegs ausruhen möchte.

Frage der Finanzierung des Rollators klären

Bei den Rollatoren gibt es eine große Preisspanne. Während das günstigste Modell für 89 Euro zu haben ist, kostet das teuerste, das mit viel Zubehör ausgestattet ist, 629  Euro. Grundsätzlich tragen die Krankenkassen die Kosten für einen Standardmodell-Rollator. Diese seien oft sehr schwer und beim Zusammenklappen deutlich sperriger, gibt Petra Wöhrle zu bedenken. 

Bei etwas höherpreisigen Rollatoren wird das Leichtbaumaterial Carbon verwendet.

Wer sich etwas mehr Komfort wünscht, muss selbst in die Tasche greifen, wobei jede Krankenkasse eine bestimmte Versorgungspauschale zuschießt. Bis zu fünf Jahre übernehmen die Kassen auch die Kosten für die Reparatur. Dabei haben die Krankenkassen unterschiedliche Kooperationsverträge mit den Anbietern – Versicherte müssen sich somit erkundigen, welche Kasse welchen Anbieter bezuschusst. „Beim Kauf hat jedes Modell zwei Jahre Garantie“, versichert Petra Wöhrle. Auch Ersatzteile seien stets verfügbar.

Rollatoren können schick und stylish sein

Rollatoren gibt es mittlerweile in den unterschiedlichsten Ausführungen. Einige Modelle muten geradezu futuristisch an, auch gibt es verschiedene Designs für Damen und Herren. Trotz aller anfänglichen Vorbehalte ist Edeltraud Förster am Ende mit ihrer Wahl zufrieden. Sie hat sich für ein Modell für 299 Euro entschieden.

„Der hier fühlt sich ganz gut an, damit gehe ich auch gerade“, freut sie sich und geht wie zum Beweis noch ein paar Schritte.

Das Beratungsangebot

Viele Sanitätshäuser und auch einige Krankenkassen bieten Patienten bei Bedarf eine Wohnumfeldberatung vor Ort an. Dabei geht es darum, die Wohnung möglichst barrierefrei zu gestalten – etwa mit Haltegriffen, Toilettensitzerhöhungen oder elektrischer Aufstehhilfen. Petra Wöhrle: Ältere Menschen möchten heute so lange wie möglich zuhause wohnen bleiben.“

Senioren trainieren den Umgang mit Rollstuhl und Rollator: Der Mobilitätstag auf dem Neumarkt fand große Resonanz.

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