In den Wintermonaten

Tipps fürs richtige Vögelfüttern im Winter

Christoph Kalde, 1. Vorsitzender des Nabu Solingen, empfiehlt, Futtersilos zu verwenden, damit Verunreinigungen des Futters durch Vogelkot vermieden werden. Foto: Tim Oelbermann
+
Christoph Kalde, 1. Vorsitzender des Nabu Solingen, empfiehlt, Futtersilos zu verwenden, damit Verunreinigungen des Futters durch Vogelkot vermieden werden.

Die einen mögen Meisenknödel aus Fett und Samen – die anderen Haferflocken mit Rapsöl.

Von Tanja Alandt

Solingen. Wer die Möglichkeit hat, Vögel in den Wintermonaten mit Futter zu unterstützen, sollte dies auch tun und dabei auf Hygiene und die Futterqualität achten, erklärt Christoph Kalde. „Es ist wichtig, die Garten- und Singvögel regelmäßig und ausreichend zu füttern, denn sie gewöhnen sich daran“, sagt der Solinger, der seit 2013 Mitglied beim Nabu ist und im September vergangenen Jahres zum 1. Vorsitzenden des Stadtverbands Solingen gewählt wurde. Außer im Arbeitskreis Ornithologie, ist er mit seiner Frau Annette, „die eigentliche Ornithologin“, wie er sagt, zudem in dem neugegründeten Arbeitskreis Naturgartengruppe vertreten.

„Wichtig ist, die Futterstelle täglich zu reinigen, damit keine Krankheiten entstehen können“, führt Kalde weiter aus. Das Futter sollte zudem klettersicher und hoch genug angeboten werden, damit es für Katzen oder auch Waschbären unerreichbar ist. Auch in Solingen wurden bereits Waschbären erwischt, denen die Fettblöcke mit Insekten oder Meisenknödel gut schmecken. Da Letztere aus Fett und Samen bestehen, kann man diese leicht selbst herstellen. Wer sie lieber kaufen möchte, sollte aufgrund der Verletzungsgefahr für die gefiederten Freunde darauf achten, dass die Knödel nicht in Plastiknetze gewickelt sind.

Als Behälter empfiehlt der Nabu Spender, die das Futter vor Nässe und Kälte schützen und rät zu Futtersilos, die anders als die offenen Futterhäuschen Verunreinigungen durch Vogelkot verhindern. Für die Bodenfütterung eignen sich spezielle Bodenfutterspender.

Fensterscheiben nahe der Vogel-Futterstellen müssen mit Vogelschutz-Aufklebern versehen werden

Fensterscheiben nahe der Futterstelle müssen zwingend vorab mit Vogelschutz-Aufklebern versehen werden. Es gibt für das menschliche Auge durchsichtige Aufkleber, die die Sicht nicht behindern.

Freiland-Futtermischungen mit Samen unterschiedlicher Größe, mögen besonders körnerfressende Vögel wie Sperlinge, Finken und Meisen. Amseln, Rotkehlchen, Wacholderdrosseln und Heckenbraunellen bevorzugen hingegen Rosinen, Äpfel oder Haferflocken in Bodennähe.

Annette Kalde, die sich seit 15 Jahren der Ornithologie widmet, empfiehlt vor allem, eine Schale mit Haferflocken und einem Tropfen Rapsöl hinzustellen. Darüber freuen sich vor allem die Rotkehlchen, beobachtete sie. Sonnenblumenkerne eignen sich für alle Sing- und Gartenvögel. Bei ungeschälten Kernen bleiben sie sogar gerne länger zu Gast.

Auf keinen Fall soll jedoch Brot verfüttert werden. Dies gilt für alle Vögel, ebenso für Wasservögel. Das Brot ist zu salzig, quillt im Magen der Vögel auf und verdirbt schnell. „Wasservögel wie Enten oder Schwäne fressen Pflanzen.“ Wenn Brot oder andere Lebensmittel im Wasser faulten, werde beim Fäulnisprozess Sauerstoff im Wasser entzogen. Dadurch könnten Lebewesen im Wasser ersticken.

Eheleute Kalde setzt sich für Vögel ein

Die Eheleute Kalde füttern aus Überzeugung das ganze Jahr über Vögel – wegen des Insektenrückgangs und des immer enger werdenden Lebensraums. Begünstigt werde diese Entwicklung unter anderem durch die vielen Schottergärten, fehlende Nisthilfen, weniger Vogelschlag an Gebäuden, fehlende Grünflächen, Fällungen von Bäumen sowie die zunehmende Lichtverschmutzung.

„In der letzten Zeit werden gehäuft Ligusterhecken oder Hainbuchenhecken herausgerissen und durch Stabgitterzäune ersetzt“, bemerkt Annette Kalde. „Es schmerzt einen wirklich. Es geht so viel Lebensraum für die Insekten und Vögel verloren, und gerade in den Hainbuchenhecken steckt so viel Leben drin.“ Auch den Feld- und Wiesenvögeln gehe es immer schlechter, da es immer weniger Lebensraum für sie gibt. Im Bergischen Land etwa sterbe die Feldlerche aus.

Um den Garten- und Singvögeln in den Siedlungen mehr Lebensraum geben zu können, rät sie zum naturnahen Garten. „In den Wintermonaten sollte man ihn einfach in Ruhe zu lassen. Wenn die Stauden stehengelassen werden, klettern die Vögel im Winter darin und finden immer noch ein paar Samen. Und man kann beobachten, wie die Meisen jedes einzelne Blatt umdrehen“, erzählte die Ornithologin begeistert.

Stunde der Wintervögel

Mitmachaktion: Vom 6. bis 9. Januar findet die Mitmachaktion Stunde der Wintervögel des Nabu statt. Alle, die eine Stunde lang die Vögel am Futterplatz, im Garten, Balkon oder im Park beobachten und zählen, sollten ihre Ergebnisse dem Nabu melden. Mit etwas Glück können sie Futterspenden gewinnen. Weitere Infos gibt es online:

nrw.nabu.de/stundederwintervoegelnrw

stundederwintervoegel.de

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Impfpflicht-Gegner liefern sich in Solingen Katz-und-Maus-Spiel mit Polizei
Impfpflicht-Gegner liefern sich in Solingen Katz-und-Maus-Spiel mit Polizei
Impfpflicht-Gegner liefern sich in Solingen Katz-und-Maus-Spiel mit Polizei
Mitte, Ohligs und Wald sind Hitzeinseln
Mitte, Ohligs und Wald sind Hitzeinseln
Mitte, Ohligs und Wald sind Hitzeinseln
Triage: Kliniken in Solingen bereiteten sich früh vor
Triage: Kliniken in Solingen bereiteten sich früh vor
Triage: Kliniken in Solingen bereiteten sich früh vor
Johnson-Geimpfte verlieren Status 2G plus
Johnson-Geimpfte verlieren Status 2G plus
Johnson-Geimpfte verlieren Status 2G plus

Kommentare