Studie zu Stress

Tipp von der Expertin: Das hilft gegen Stress im Alltag

Die Psychologin Petra Veser gibt Tipps zum Stressmanagement. Sie rät dazu, positiv zu denken und die Realität anzunehmen. Foto: Katharina Birkenbeul
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Die Psychologin Petra Veser gibt Tipps zum Stressmanagement. Sie rät dazu, positiv zu denken und die Realität anzunehmen.

Der Körper reagiert auf Situationen, die belasten. Petra Veser rät, Dinge nicht persönlich zu nehmen.

Von Katharina Birkenbeul

Von einem Termin zum anderen hetzen, nebenbei den Haushalt schmeißen, Ärger mit Kollegen oder das gestohlene Auto. Dies sind alles Situationen, in denen sich der Mensch gestresst fühlt. „Der Körper reagiert auf Belastungssituationen“, erklärt Petra Veser, Psychologin. Das Problem: Heutzutage leiden sehr viele Menschen jedes Alters an Dauerstress, was zu (hauptsächlich) psychosomatischen Krankheiten, wie Bluthochdruck, Muskelspannung oder einem geschwächten Immunsystem, führen kann. Dafür verantwortlich ist das Hormon Cortisol.

Stress kann auf zwei Arten und Weisen entstehen, die sich gegenseitig bedingen. Die offensichtlichste Art sind die sogenannten Stressoren, die von außen auf den Menschen einwirken, wie etwa viele Termine oder unvorhergesehene Ereignisse. „Der meiste Stress aber ist selbst gemacht“, betont Veser. Stress entstehe vor allem durch unsere eigenen Vorstellungen, Ziele und Ansprüche. „Wir denken, dass unsere Bewältigungskompetenz nicht ausreicht, um den Anforderungen gerecht zu werden“, sagt die Psychologin. Man wolle perfekter, beliebter oder unabhängiger werden. Je größer das Missverhältnis zwischen Anforderung und eigener Kompetenz sei, desto mehr Stress entstehe. Die inneren Auslöser stellen neben Stressoren auch Stressverstärker dar, und zwar dann, wenn eine Stresssituation eigentlich beendet ist, aber immer noch als stressig empfunden wird. „Wenn mein Auto gestohlen wird, mache ich mir in dem Moment den Stress, dass ich eine Anzeige bei der Polizei aufgeben und einen Ersatz besorgen muss. Danach sollte der Stress dann weg sein, ist er bei einigen aber nicht. Die haben dann immer Angst, dass ihr Auto erneut gestohlen wird, obwohl es keinen Grund zu der Annahme gibt“, erklärt Veser und betont dabei, dass sich Stressoren und Stressverstärker gegenseitig bedingen und eine Stressreaktion auslösen, die wiederum neuen Stress auslösen kann.

Positives Denken vermindert Stress

Gegen Stress kann etwas getan werden. Die Psychologin rät, die Realität so anzunehmen, wie sie ist, anstatt Situationen zu verleugnen. Außerdem stärkt positives Denken das eigene Selbstbewusstsein und nimmt damit den Druck der Perfektion. Dinge zu persönlich zu nehmen oder die falsche Relevanz zuzuordnen, stresst ebenfalls. Veser: „Es gibt kein Pauschalrezept.“ Wichtig sei es, sich mit Dauerstress auseinanderzusetzen und ihn aufzudröseln, um zu verstehen, was geändert werden muss.

Stress an sich ist evolutionsbiologisch zu erklären. In Situationen, in denen der Mensch flüchten musste, wurden durch den Stress notwendige Ressourcen des Körpers mobilisiert. Dazu gehörten unter anderem das Weiten der Pupillen oder das Erhöhen der Atemfrequenz. Ein bisschen Stress ist also auch gut. Ein Beispiel dafür sind Prüfungen. „Wenn man Stress hat, kann man sich auch besser konzentrieren und ist dadurch leistungsstärker“, sagt Veser.

STUDIE

STUDIE Die Techniker-Krankenkasse hat 2016 eine Studie zu Stress durchgeführt. Demnach fühlen sich 23 Prozent der Menschen häufig und 38 Prozent manchmal gestresst. Das sind drei beziehungsweise ein Prozentpunkte mehr als noch drei Jahre zuvor. Das sind deutlich mehr als 2013. Am häufigsten betroffen sind die 30- bis 40-Jährigen. Die häufigsten Ursachen seien der Studie nach die Arbeit und Kinder, den Hobbys nachgehen entspanne die meisten.

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