Hunde aus dem Ausland

Tierheim: Vierbeiner werden telefonisch vermittelt

Hunde aus dem Ausland kommen nach wie vor im Tierheim an. Ankatrin Keruska (l.) und Tierheimleiterin Andrea Kleimt vermitteln telefonisch. Foto: Michael Schütz
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Hunde aus dem Ausland kommen nach wie vor im Tierheim an. Ankatrin Keruska (l.) und Tierheimleiterin Andrea Kleimt vermitteln telefonisch.

Hunde und Katzen sind auf der Tierheim-Homepage mit Foto und Erst-Infos aufgelistet.

  • Tierheim arbeitet in strikt getrenntem Zweischicht-System.
  • Anfragen sind im Tierheim von Solingen nicht deutlich gestiegen.
  • Über Spenden freut man sich, auch über Futterspenden.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. „Normal“ ist das Leben im Tierheim Glüder nicht, wenn man mit normal die Zeit vor der Corona-Pandemie meint. „Wir arbeiten in strikt getrenntem Zweischicht-System, damit im Falle einer Infektion in der Mitarbeiterschar nicht alle gleichzeitig unter Quarantäne gestellt werden müssen“, sagt Andrea Kleimt, Leiterin des Tierheims.

Die Freunde des Tierheims, die regelmäßig Hunde ausführen, können das nicht mehr spontan machen, sondern nur noch nach Terminvereinbarung, damit das Tier dann schon fertig mit Leine und Geschirr übergeben werden könne. Es gelte, die Anzahl der Menschen in der Einrichtung auf ein Minimum zu beschränken.

Dieses Konzept habe sie im letzten Frühling so eingerichtet und dabei sei es bis heute geblieben, berichtet Andrea Kleimt. Ebenfalls geblieben sei, dass potenzielle neue Besitzer für Tiere nicht „einfach so“ zu einer Besichtigung kommen könnten.

„Alle unsere Hunde und Katzen sind auf unserer Homepage mit Foto und Erst-Infos gelistet. Bei Interesse freuen wir uns über eine E-Mail mit Fotos vom eigenen Zuhause und anderen Informationen, die uns helfen, uns ein Bild von dem Ort zu machen, an dem unser Schützling vielleicht künftig leben wird“.

In den sich anschließenden Gesprächen höre sie häufig den Satz: „Durchs Homeoffice sind wir derzeit so flexibel, dass das mit einer Eingewöhnung eines Hundes gut passt“, erklärt Andrea Kleimt. „Tatsächlich sei das ein in sich schlüssiger Gedanke, dieses „Wenn nicht jetzt, wann sonst?“

Unterm Strich aber seien die Anfragen nicht deutlich gestiegen im Vergleich zu der Zeit vor Corona. Auch habe sich die Zahl der Hunde, die aus Ländern wie Rumänien oder Spanien zu ihnen kämen, nicht verringert.

„Ganz am Anfang der Pandemie, im ersten Lockdown, als die Grenzen geschlossen wurden, war das kurzzeitig so“, erinnert sie sich. „Aber die Tierstationen, mit denen wir zusammenarbeiten, starten längst nach wie vor regelmäßig nach Deutschland.“

Solingen: Tierheim ruft bei Neuzugängen Interessenten an

Es sei also keineswegs so, wie mitunter im Internet zu lesen sei, dass das Angebot des Tierheims an Hunden und eine verstärkte Nachfrage nach neuen vierbeinigen Hausgenossen auseinanderklafften.

Natürlich könne es immer sein, dass jemand so konkrete Vorstellungen von seinem neuen Fellnasen-Freund hat – wie Alter oder Größe –, dass derjenige spontan nicht bedient werden könne.

„Es gibt zwar keine Warteliste, aber wir rufen gerne an, wenn wir bei einem Neuzugang das Gefühl haben, der könnte doch zu einer Anfrage von neulich passen“, lässt Andrea Kleimt ein bisschen hinter die Kulissen der Vermittlung blicken. „Ein älteres Ehepaar zum Beispiel kommt mit einem älteren Hund möglicherweise besser zurecht als mit einem jungen, der noch Flausen im Kopf hat und ungestüm ist.“

Pensionsgäste bleiben in Glüder aus

Leerer sei es im Tierheim Glüder durchaus, aber eher, weil die tierischen Pensionsgäste ausbleiben. „Damit sind auch ansonsten regelmäßig zu kalkulierende Einnahmen weggebrochen. Kaum jemand war im letzten Jahr im Urlaub, der Bedarf an solch einer vorübergehenden Unterbringung bei uns war nicht mehr da“, beschreibt sie das Dilemma.

Deshalb gilt nach wie vor, dass sich das Tierheim über Spenden freut, auch über Futterspenden. Dafür sollte eine Absprache getroffen werden.

Kontakt

Die Vermittlung läuft telefonisch. Zeiten sind täglich von 11 bis 17 Uhr, Ausnahmen samstags und sonntags: 11 bis 13 Uhr und 14 bis 17 Uhr,  (02 12) 4 20 66. Die Tiere könnenonline angesehen werden.

https://t1p.de/wfrg

Auch für das Solinger Tierheim in Glüder war 2020 kein einfaches Jahr. Seit Beginn der Pandemie arbeiten die Mitarbeiter in zwei Teams, berichtet Leiterin Andrea Kleimt. Einnahmen brachen weg.

Seit Beginn der Kontaktsperre ist es im Tierheim Glüder deutlich ruhiger geworden. Die Spontanbesuche, zum Beispiel von Spaziergängern, die „mal eben“ schauen wollen und sich in Hunde oder Katzen „blitzverlieben“, fallen weg: Die Türen für den normalen Publikumsverkehr sind seit Mitte März geschlossen. Trotzdem werden derzeit Hunde oder Katzen vermittelt.

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