Unser Leben mit Hund

Tierheim gibt Tipps: So klappt es mit der Hundevermittlung

Die Tierheim-Mitarbeiter wünschen ihren Schützlingen ein liebevolles Zuhause. René Nitsch mit der neunjährigen Hündin Mimi. Foto: Michael Schütz
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Die Tierheim-Mitarbeiter wünschen ihren Schützlingen ein liebevolles Zuhause. René Nitsch mit der neunjährigen Hündin Mimi.

Leiterin Andrea Kleimt empfiehlt eine intensive Kennenlernphase

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Home-Office und Homeschooling haben offenbar den Wunsch nach einem Hund als Haustier bei vielen Menschen verstärkt. Alternativ zum Kauf beim Züchter setzen viele Tierfreunde auf andere Möglichkeiten, an einen Hund zu kommen. Eine davon ist das Internet – das aber birgt häufig die Gefahr, an unseriöse Anbieter zu geraten.

Im Tierheim Glüder geht dagegen alles seinen geregelten, kontrollierten und durchaus liebevollen Gang. Nachdem die Einrichtung knapp einer Katastrophe durch Überflutung entgangen ist, müssen zumindest Außenanlagen neu hergerichtet werden. In den Innenräumen gab es keinen Schaden. Für die Vermittlung eines Hundes hat sich das Tageblatt die verschiedenen Schritte erläutern lassen.

Kontaktaufnahme: Seit Beginn der Pandemie ist das Tierheim für spontane Besucher geschlossen. „Nach einem ersten Anruf bitten wir die Interessenten, sich auf unserer Internet-Seite umzusehen und sich unter den dort mit Foto und Text vorgestellten Hunden einen oder zwei herauszusuchen, die infrage kämen“, sagt Leiterin Andrea Kleimt. „Außerdem hätten wir gerne eine ausführliche E-Mail inklusive Fotos vom Zuhause, in der sich die potenziellen Hundebesitzer vorstellen, damit wir uns ein Bild machen können, wo das Tier künftig leben wird.“

Der Hund aus dem Tierheim muss zu dem zukünftigen Besitzer passen

Das habe den Vorteil, dass das Team besser einordnen könne, ob der ausgesuchte Hund zu der Familie, dem Paar oder der Einzelperson passe. Es sei bei der Wahl wichtig zu wissen, ob es schon einen anderen Hund gebe oder Erfahrung mit Hundehaltung vorhanden sei. Auch ob es vielleicht noch andere Tiere gebe, wie viele Kinder im Haushalt leben, ob Stadtwohnung oder Haus mit Garten, sei von Interesse. Mit diesem Verfahren habe man gute Erfahrungen gemacht.

Kennenlernen: Danach wird ein Termin zum buchstäblichen Beschnuppern vereinbart. Die Begegnung findet vor der Eingangstür auf dem dortigen Platz statt – mit möglichst viel Zeit und Ruhe. Wenn gewünscht, schließt sich direkt ein kleiner Spaziergang an. „Wenn die Chemie stimmt und das Tier in die engere Auswahl kommt, reservieren wir es und ab dann können Besuche beziehungsweise weitere Spaziergänge vereinbart werden.“, so Kleimt. Auch ein erster Ausflug in die neue Umgebung sei ratsam. „Nicht über Nacht, aber gerne ein Probetag von 11 bis 16.30 Uhr.“

Ehrlichkeit ist Andrea Kleimt und ihrem Team sehr wichtig. „Jeder Hund bei uns hat eine Geschichte und seine Eigenheiten. Auch gibt es kranke Tiere, die regelmäßig Medikamente nehmen müssen oder die nur spezielles Futter vertragen. So etwas sagen wir gleich am Anfang.“

Einzug ins neue Zuhause: „Wir raten jedem zu Geduld und Gelassenheit“, sagt Andrea Kleimt. Das Tier braucht – auch wenn es das neue Heim schon durch einen Besuch erlebt hat – Zeit, um anzukommen.

Hintergrund

Kosten: Das Tierheim erhebt eine Schutzgebühr von 420 Euro. Darin ist die Umsatzsteuer enthalten sowie eine Pauschale für Impfungen, Chippen, Zahnreinigung, Entwurmung und die Löhne der Tierpfleger im Heim. Außerdem findet sich in dem Betrag die Beteiligung an eventuellen Transportkosten aus dem Ausland wieder. Kontakt: Tel. 42 06 6.

tierheim-solingen.de

Anmelden: Wenn der Besitzerwechsel vollzogen ist, muss das Tier bei der Stadt angemeldet werden und wird hundesteuerpflichtig.

Alle Teile der ST-Hundeserie finden Sie zum Nachlesen hier.

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