Neuer Corona-Alltag

76 Zuschauer dürfen in den Pina-Bausch-Saal

Kulturdezernentin Dagmar Becker (von links), Programmplanerin Anna Frantzen und die neue Leiterin des Kulturmanagements, Sonja Baumhauer, stellten gestern vor, wie künftig Kultur im Pina-Bausch-Saal und den anderen Räumen des Theater und Konzerthauses stattfindet. Foto: Christian Beier
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Kulturdezernentin Dagmar Becker (von links), Programmplanerin Anna Frantzen und die neue Leiterin des Kulturmanagements, Sonja Baumhauer, stellten gestern vor, wie künftig Kultur im Pina-Bausch-Saal und den anderen Räumen des Theater und Konzerthauses stattfindet.

Aufführungen vor Publikum finden jetzt wieder im Theater und Konzerthaus statt. Viele Sitzplätze müssen leer bleiben.

Von Philipp Müller

Solingen. Goethe legte seinem Faust diese Worte in den Mund: „Da steh’ ich nun, ich armer Tor, Und bin so klug als wie zuvor!“ Er war unruhig und unzufrieden mit sich selbst. Das beschreibt auch die Stimmung der Macherinnen im Theater und Konzerthaus. Denn Kulturdezernentin Dagmar Becker (Grüne), die neue Leiterin des Kulturmanagements, Sonja Baumhauer, und Programmplanerin Anna Frantzen war am Mittwoch anzumerken, wie erleichtert sie sind, dass nun so etwas wie ein neuer Corona-Alltag ins Haus einzieht.

Denn ab dem 14. Juni öffnet das Haus die Türen für Programm. Zum Start findet das Kindermalfest statt. Doch Janine Werner als künstlerische Leiterin und der Trommler Fabakary Jobateh können in zwei Runden nur jeweils 15 Kinder nebst einem erwachsenen Begleiter begrüßen. Bis zum 25. Juni sind acht Live-Veranstaltungen vor Publikum terminiert. Darunter auch einmal Goethes Faust – als Ein-Mann-Stück. Corona erfordert auch auf der Bühne Abstand, das macht Massenszenen unmöglich. Die Livestreams im Internet laufen indes weiter.

Solingen: Konzertsaal: 975 Sitzplätze müssen leer bleiben

Auch wenn die drei sichtlich zufrieden sind, so ist die Faustsche Unruhe noch nicht gewichen. Wird alles klappen? Nehmen die Solinger das Programm an? Arme Tore der Unwissenheit sind Becker, Baumhauer und Frantzen aber nicht mehr. Denn zusammen mit dem Gesundheits- und dem Ordnungsamt wurde ein Hygienekonzept erstellt.

In den Pina-Bausch-Saal dürfen statt der sonst 809 nur 76 Zuschauer. Der kleine Konzertsaal biete 30 statt 199 Gästen Platz. In den Konzertsaal werden 100 Besucher gelassen, größer dürfen Kulturveranstaltungen vorläufig noch nicht sein. 975 Sitzplätze müssen daher leer bleiben.

„Wir wollen jetzt vor allem etwas für die Künstler tun.“

Dagmar Becker, Beigeordnete

Es sei um zwei Dinge gegangen, das Haus jetzt zu öffnen, betonte Dagmar Becker: „Wir wollen jetzt vor allem etwas für die Künstler tun.“ Und zum anderen gehe es auch um das Signal, dass die Kultur trotz Corona weitergehe. Zunächst bediene man sich Künstlern aus der Region, erklärte Anna Franzten. So ist das Ensemble Profan aus Solingen zweimal zu erleben und das Theater der Dämmerung aus Leichlingen mit Schattentheater tritt gleich dreimal auf.

Umgesetzt werden die Produktionen mit etwa der Hälfte des üblichen Personals. Denn die andere sei noch im Corona-Dienst in anderen Ämtern, erklärt Sonja Baumhauer. Sie gibt zu, dass sie sich einen anderen Start ihres neuen Jobs seit dem 1. Mai gewünscht habe. Aber alles sei jetzt natürlich auch spannend. „Es wird für alle eine ungewohnte Atmosphäre geben.“

Aber sie ist zuversichtlich, trotzdem tolle Theatermomente vermitteln zu können. Nur knapp drei Wochen hatten Baumhauer und Frantzen dafür Zeit, Programmplanung und Hygienekonzept umzusetzen. Der Startschuss für den Neustart fiel, als das Land NRW überhaupt wieder Kulturveranstaltungen erlaubte.

Eingebunden werden auch die Bergischen Symphoniker. Die sind zwar noch in Kurzarbeit, wollen sich aber mit einem Konzert in die Sommerpause verabschieden. Wie viele Musiker auftreten dürfen, das plane man gerade, erklärt Becker. Welch widrige Umstände die Berufsmusiker gerade erleben, zeigt eine Anekdote, die Becker erzählte: So würden sich die Bläser im Wald treffen, um mit Abstand an der frischen Luft zu proben.

Froh sei man, dass die Zuschauer trotz Schließung mitziehen würden, erklärte Frantzen. 80 Prozent der 860 Abonnenten hätten nicht vorzeitig gekündigt. 50 Veranstaltungen mussten seit März abgesagt oder verschoben werden.

Diese Corona-Regeln gelten

Im Haus gelten Hygiene- und Abstandsregeln. Die Mund-Nasen-Maske darf erst am Sitzplatz abgenommen werden. Es wird ohne Pause gespielt. Es gibt keine Bewirtung. Tickets gibt es nur online. Wer ohne Internet ist, kann die Theaterkasse für Infos anrufen: Tel. 20 48 20 oder www.theater-solingen.de

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