Solinger Kulturmanagement

Theater rückt näher an die Stadt heran

Der Schriftzug „Die Kunst bleibt frei!“ spiegelt die Haltung des Theaters wieder. Foto: Christian Beier
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Der Schriftzug „Die Kunst bleibt frei!“ spiegelt die Haltung des Theaters wieder.

Das Solinger Kulturmanagement wappnet sich für die Zukunft.

Von Timo Lemmer

Solingen. Seit nicht mal einem Jahr leitet Sonja Baumhauer das Solinger Kulturmanagement. Während ein Zukunftskonzept ausgeschrieben und gefördert durch den Landschaftsverband Rheinland bereits bewilligt ist, hat sich ihr Haus parallel sechs Handlungsfeldern verschrieben. „Die Verwirklichung wird nicht ein halbes Jahr dauern, sondern es handelt sich um einen umfassenden Prozess“, so Baumhauer, die auf das Theater und Konzerthaus inhaltliche wie bauliche Herausforderungen zukommen sieht. Das ST stellt die sechs Handlungsfelder zur Weiterentwicklung des Hauses vor.

Feld 1 – Kulturelle Vielfalt und Teilhabe: Das Kulturmanagement möchte den künstlerischen Diskurs der pluralen Stadtgesellschaft fördern. Baumhauer: „Wir verstehen uns als Haus kultureller Vielfalt und der Teilhabe aller am kulturellen Leben.“ Mit Aktionen wie der aktuellen Plakataktion von „Die Vielen“, die großflächig und gut sichtbar mit „Die Kunst bleibt frei!“ am Theater plakatiert ist, gelte es, „diese Haltung zu unterstreichen“. Eine Arbeitsgruppe will darüber hinaus die Zugangsmöglichkeiten zum kulturellen Programm stärken und blinde Flecken im Inhalt ausfindig machen. Darüber hinaus sollen die Bürger der Stadt beteiligt werden: „Wir wollen noch besser wissen, was sich die Menschen vom Theater und Konzerthaus wünschen.“

Feld 2 – Aktuelles und bedarfsgerechtes Kulturprogramm: Die Abo-Struktur wird einen Wandel erfahren. „Wir wollen das System vereinfachen.“ So werden sich Abonnenten ihr Abo selbst zusammenstellen können oder eine Art „Menüvorschlag“ auswählen können. Das Kulturmanagement verspricht sich davon besseren Kundenservice und eine flexiblere Programmgestaltung. Auch das Design wird umgestellt, intensiver die Nähe zur Stadt Solingen betont. Außerdem wird es einen Programm-Workshop geben und unter dem Schlagwort „Urban Culture“ Kunst häufiger in Alltagsorte integriert.

Feld 3 – Kollaborierte Kulturschaffung: Das Theater will der Ort für Solinger Künstler werden: ob zum Zusammentreffen, Austausch oder zur Beratung bezüglich Fördermittel. Baumhauer: „Wir wollen stärker als Produktionsstätte auftreten.“ Das soll auch für das eigene Programm gelten. Eine Open Stage, bei der Künstler und Vereine kostenfrei die Möglichkeit haben werden, die Lounge zu bespielen, soll ein erster Schritt sein, um die Stadtkultur deutlich auszubauen.

Feld 4 – Aktive Begegnung mit Kunst und Kultur: Bestehende Programme wie der Kulturrucksack oder Kultur in der Schule sollen ausgebaut werden. „Kultur und Bildungen bleiben uns immens wichtig“, so Baumhauer, die zum Beispiel hofft, dass nach Theatervorstellungen Workshops und Begegnungen möglich gemacht werden können. „Wie bei allen Handlungsfeldern und Ideen geht es aber fast nicht, ohne dass wir Fördermittel akquirieren werden.“

Feld 5 – Digitalisierung: Das Theater und Konzerthaus wird seine Marketingstrategie wechseln, so die Leiterin. „Auf viele Printprodukte werden wir verzichten. Natürlich werden wir den Spielplan für Abonnenten aber weiter drucken und verschicken.“ Der Anteil aber wird deutlich abnehmen. Der zweite Ansatz im Bereich der Digitalisierung betreffe die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema. Und: „Durch hybride Veranstaltungen können wir neue Zielgruppen erreichen.“ Man lechze zwar danach, sich endlich wieder zu begegnen: „Aber ergänzend kann ich mir digitale Angebote sehr gut vorstellen. Das hat einen inklusiven Charakter, wenn Leute aus räumlichen Gründen oder anderweitigen Einschränkungen sonst nicht teilnehmen könnten.“

Feld 6 – Nachhaltigkeit: Das Kulturmanagement möchte die Verantwortung für nachfolgende Generationen stärker betonen. „Das erste Beispiel ist die Abkehr von Print“, so Baumhauer, „und die Stärkung der digitalen Angebote.“ Das Thema sei aber viel breiter. Eine Arbeitsgruppe werde eingesetzt und suche die Vernetzung in der Stadt: „Es geht dabei auch um Catering oder Mobilität.“

Ausgaben

Investitionen: Für dieses Jahr sind im Theater- und Konzerthaus zwei Investitionen veranschlagt: Für die Ergänzung der Podesterie sind 22 000 Euro vorgesehen, für ein Schallgerät 6000. Darüber hinaus sind 10 000 Euro für den Unterhalt eingeplant: „Wir hoffen natürlich, dass nicht viel kaputtgeht“, erklärt Sonja Baumhauer.

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