Umgang mit der Energiekrise

Theater könnte im Ernstfall als Wärmeraum dienen

Bei der Suche nach Räumen zum Aufwärmen kommt das Theater und Konzerthaus ins Spiel.
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Bei der Suche nach Räumen zum Aufwärmen kommt das Theater und Konzerthaus ins Spiel.

Hotline für Menschen kommt, die von Kosten überfordert sind.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Die Lage ist ernst. „Wir müssen damit rechnen, dass wir im Winter Schwierigkeiten bekommen“, betonte Uli Preuss. Der sozialpolitische Sprecher der SPD hatte mit seiner Fraktion, Grünen und FDP das Thema „Umgang mit der Energiekrise“ auf die Tagesordnung des Sozialausschusses gesetzt. Am Dienstag legte die Verwaltung dar, welche Vorkehrungen sie für den Ernstfall trifft.

Beigeordneter Jan Welzel (CDU) merkte an, dass man mit mehreren Herausforderungen zu kämpfen habe: Pandemie, Auswirkungen des Ukraine-Kriegs und Energiekrise. Für alle existieren im Rathaus Lenkungsgruppen. Die Belastung sei hoch: „Wir muten den Kolleginnen und Kollegen viel zu.“

Niemand wisse, welche Szenarien eintreten. Es sei denkbar, dass die Krisen in den kommenden Monaten glimpflich verlaufen. „Möglicherweise treffen sie uns aber gleichzeitig.“ Dementsprechend müsse man sich rüsten.

Zum Beispiel für eine Gasmangellage. Wenngleich der Dezernent davon ausgeht, dass die Reserven für den Winter genügen, gebe es Überlegungen für den Notfall. SPD, Grüne und FDP hatten nach Räumen zum Aufwärmen „beim krisenbedingten Ausfall von Heizungen“ gefragt.

„Wir konkurrieren mit anderen Städten.“

Juliane Hilbricht über die Suche nach Fachpersonal

So ein Ort könnte Jan Welzel zufolge das Theater und Konzerthaus sein. Der Vorteil: „Dort ist die Versorgung über das Fernwärmenetz gesichert.“ Auch sei denkbar, Turnhallen in Notunterkünfte umzuwandeln. Diese Reserven möchte die Stadt jedoch eigentlich für Geflüchtete vorhalten.

Uli Preuss wies darauf hin, dass die Energiekrise auch Menschen treffen könnte, für die es neu ist, öffentliche Unterstützung zu benötigen. Diese Befürchtung teilt Juliane Hilbricht, Leiterin des Stadtdienstes Wohnen. Aus diesem Grund werde man bald eine Hotline schalten. Sie richtet sich an Menschen, die die steigenden Kosten überfordern. Kräfte der Zentralen Fachstelle für Wohnungsnotfallhilfe (ZFS) erfassen deren Situation, vermitteln Ansprechpartner und Termine. Außerdem verweist Hilbricht auf den Energiesparcheck der Caritas. Dieser könne von allen Haushalten in Anspruch genommen werden.

SPD, Grüne und FDP wollten zudem wissen, wie sich ZFS und Wohngeldstelle auf die zu erwartende Mehrarbeit einstellen. Eskaliere die Situation, sei denkbar, kurzfristig Teile der Verwaltung stillzulegen und das Personal umzuschichten, sagte Welzel. Das sei jedoch nur bedingt möglich, da die Kräfte über spezielle Kenntnisse verfügen müssten.

Langfristig geht der Dezernent davon aus, dass es in der Wohngeldstelle zu zweistelligem Personalzuwachs kommen wird. Ursächlich dafür sei die Wohngeldnovelle. Ebenfalls soll das Bürgergeld mit dem Jahreswechsel Hartz IV ablösen. Das wiederum führe zu höherem Personalbedarf im Jobcenter. Laut Hilbricht problematisch: „Wir konkurrieren mit anderen Städten, die ähnliches Personal suchen.“

Welzel hofft, dass die Energiekrise für die Sozialverwaltung beherrschbar bleibt. Er setzt darauf, dass die Hilfspakete des Bundes die Situation etwas entspannen.

Passend zum Thema: Wirtschaft ächzt unter hohen Energiepreisen

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