Beschluss der Bezirksvertretung Ohligs

Testphase nach dem Dürpelfest: Lennestraße soll zur Fußgängerzone werden

Noch sind Busse auf der Lenne- und dem unteren Teil der Düsseldorfer Straße unterwegs. Geht es nach der BV, soll sich das testweise ändern. Die Versuchsphase soll Erkenntnisse darüber liefern, welche Auswirkungen es hätte, würde die Lennestraße zur Fußgängerzone werden. Foto: Michael Schütz
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Noch sind Busse auf der Lenne- und dem unteren Teil der Düsseldorfer Straße unterwegs. Geht es nach der BV, soll sich das testweise ändern. Die Versuchsphase soll Erkenntnisse darüber liefern, welche Auswirkungen es hätte, würde die Lennestraße zur Fußgängerzone werden.

Die Bezirksvertretung beschließt, die Lennestraße testweise für den Auto- und Busverkehr zu sperren. Außerdem beginnt in Ohligs der Umbau des Marktplatzes.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Anfang dieses Jahres sollte die Umgestaltung des Ohligser Marktplatzes losgehen. Bislang lässt der Baustart auf sich warten. Nun gibt es einen neuen Zeitplan. „Wir sind zuversichtlich, dass die Maßnahme vor Ostern beginnen kann“, sagte Solingens neuer Planungs- und Baudezernent Andreas Budde (parteilos) am Montag bei seinem Antrittsbesuch in der Bezirksvertretung (BV) Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid. Anfang der Woche habe er den Auftrag erteilt, nun folgen Gespräche mit der ausführenden Firma über den Bauablauf.

Die Düsseldorfer Straße und der Marktplatz werden umgestaltet. Die Maßnahme ist Teil des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes für Ohligs. Die Kosten liegen bei 5,86 Millionen Euro. Der Förderanteil des Landes und des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung beträgt 90 Prozent.

Seit geraumer Zeit beschäftigt sich die BV mit der Frage, wie sich die Verkehrsführung im Zentrum des Stadtteils verändern lässt. 2020 hatten die Ohligser Jongens vorgeschlagen, die Lennestraße in eine Fußgängerzone umzuwandeln, um die dortige Gastronomie zu stärken. Im April 2021 hat die CDU einen entsprechenden Prüfauftrag gestellt.

Am Montag standen zu diesem Thema mehrere Anträge auf der Tagesordnung. So forderten die Christdemokraten, die Lennestraße testweise für den Auto- und Busverkehr zu sperren, von SPD und Grünen kamen ähnliche Vorstöße. Nach überparteilichen Beratungen fasste die BV den fraktionsübergreifenden Beschluss, dass Autos und Busse für eine Testphase von der Lennestraße verbannt werden sollen.

Vorgesehen ist, dass der Versuch nach dem Dürpelfest startet. Die für die Großveranstaltung veränderte Buslinienführung soll bis Ende Oktober beibehalten werden. Diese Zeitspanne soll „der Evaluierung dienen und Aufschluss darüber geben, welche Auswirkungen die Verkehrsberuhigung für die verschiedenen Nutzer- und Interessensgruppen hat“.

Die Verwaltung hatte sich zuvor gegen eine Testphase im kommenden Sommer ausgesprochen. Zum einen werde die Lennestraße als Anfahrtsweg von Baufahrzeugen zum Marktplatz benötigt. Zudem äußerten Andreas Budde und Verkehrsplaner Carsten Knoch Zweifel, wie aussagekräftig ein Test während des Umbaus wäre. „Ein Versuch würde Sinn machen, wenn der Marktplatz fertig ist – dann haben wir die Nutzung für die kommenden Jahre und Jahrzehnte“, erklärte Budde.

Ohligs: Verwaltung legt mehrere Varianten für die Lennestraße vor

Stattdessen sprach sich der Dezernent für ein anderes Vorgehen aus. Die Stadt hat drei Varianten erarbeitet, wie sich der Verkehr von der Lennestraße verbannen lässt. Die erste sieht eine komplette Sperrung vor. Die Folge: Zwei Busse würden den Bereich zukünftig nicht mehr anfahren, für die übrigen müsste die Haltestelle Ohligs Markt in Richtung Bonner Straße verlegt werden.

Die zweite Idee: Autos und die Gelenkbusse der Linien 791 und 782 werden umgeleitet, die Linien 691, 783, 792 können weiter passieren. Das würde die Belastung auf der Lennestraße verringern und gleichzeitig sinkenden Fahrgastzahlen rund um den Ohligser Markt vorbeugen.

Das gilt auch für den dritten Vorschlag, die Einbahnstraßenregelung auf der Weststraße umzukehren und den Verkehr zukünftig dorther zu leiten. Für diesen Schritt müssten allerdings Bäume gefällt werden, um Platz für die großen Gelenkbusse zu schaffen.

Budde schlug vor, in eine Diskussion über die Varianten einzusteigen, um die bevorzugte Lösung anschließend zu testen. Die Erkenntnisse könnten in die Vorbereitungen für den neuen Nahverkehrsplan einfließen, die im ersten Quartal 2023 enden.

Die Bezirksvertreter blieben bei ihrer Forderung, dass die Testphase nach dem Dürpelfest beginnen soll. CDU-Fraktionsvorsitzender Marc Westkämper wertete das als „guten Schritt in Richtung des Ziels, aus der Lennestraße eine Fußgängerzone zu machen“.

Ohligs-Ost

Am östlichen Ausgang des Solinger Hauptbahnhofs tut sich etwas. In der Sitzung der Bezirksvertretung Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid am Montagabend kündigte Carsten Knoch, Leiter der städtischen Abteilung für Mobilität und generelle Planung, an, dass im Sommer der Baustart für das geplante Hotel am Hauptbahnhof vorgesehen ist. Auch sollen im Sommer die Arbeiten am neuen Zugangsgebäude zum Bahnhof beginnen.

Standpunkt: Verständliche Ungeduld

manuel.boehnke@solinger-tageblatt.de

Kommentar von Manuel Böhnke

Im Oktober 2020 haben die Ohligser Jongens ihren Vorstoß öffentlich gemacht, den Auto- und Busverkehr von der Lennestraße verbannen zu wollen. Die Idee ist charmant, verspricht sie doch eine Stärkung der dort ansässigen Gastronomie und höhere Aufenthaltsqualität im Ohligser Zentrum. Zuvor gab es bereits Diskussionen über einen Umbau der Verkehrsinseln an der Weststraße. Obwohl die Lennestraße immer wieder auf der Tagesordnung der zuständigen Bezirksvertretung Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid stand, hat die Verwaltung erst jetzt Varianten für eine zukünftige Verkehrsführung vorgelegt. Vor diesem Hintergrund ist es verständlich, dass die Stadtteilpolitiker aufs Tempo drücken und eine baldige Testphase fordern. Ohligs befindet sich im Aufwind – diesen Schwung gilt es mitzunehmen. Schnellschüsse darf es dennoch nicht geben. Gefragt ist eine genaue Abwägung der verschiedenen Interessen. Dass sich die Bezirksvertretung am Montagabend geschlossen gezeigt hat, stimmt hoffnungsvoll, dass am Ende der Diskussion die beste Lösung für Ohligs stehen wird.

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