Aktion der Verbraucherzentrale

Testerinnen bewerten Mehrwegschalen im Alltag

Die Testerinnen (v. l.) Elisabetta Marchese, Andrea Steinzen und Nicole Stock mit Julia Ogiermann von der Verbraucherzentrale Solingen.
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Die Testerinnen (v. l.) Elisabetta Marchese, Andrea Steinzen und Nicole Stock mit Julia Ogiermann von der Verbraucherzentrale Solingen.

Aktion der Verbraucherzentrale zu wiederverwendbaren Lieferverpackungen in der Gastronomie.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Zwei Wochen lang haben Elisabetta Marchese, Nicole Stock und Andrea Steinzen ausprobiert, wie es klappt, sich in Restaurants oder beim Bäcker Gerichte oder Snacks in mitgebrachte Mehrweg-Boxen füllen tu lassen, um sie außer Haus zu verzehren. Sie waren Testpersonen der Verbraucherzentrale, die an einer Rückmeldung interessiert war, um verschiedene Modelle solcher Mehrweg-Gefäße zu bewerten.

Der Hintergrund sei gewesen, Wege zur Müllvermeidung und Ressourcen-Schonung ausprobieren, denn bisher gängige Pizza-Kartons, Alu-Schalen oder Gyros-Boxen seien nicht nur nach Gebrauch aufwendig und teuer zu vernichtender Abfall, sondern verbrauchten in der Herstellung viel Energie, erläutert Julia Ogiermann. Sie ist bei der Verbraucherzentrale Solingen die Fachfrau für Umweltthemen und Nachhaltigkeit. „Seit Jahren steigen die Berge an Müll durch Einweg-Verpackungen von Take-away-Food an“. „Selbst wenn man die Ausnahmephase der Lockdowns während Corona herausrechnet, in der durch die Schließung der Lokale besonders viel zum Mitnehmen verkauft wurde, ist die kontinuierliche Verpackungs-Müll-Zunahme evident. „Außerdem würden oftmals Pizzakartons und Vergleichbares bestenfalls in den Straßenmüllbehältern entsorgt. Oftmals landeten sie leider im Gebüsch. „In beiden Fällen aber ist dieser Müll dem Recycling entzogen.“

Gründe genug, um neue Wege zu gehen und auf Mehrweg, statt Einweg zu setzen. Die Rückmeldungen aller drei am Testlauf teilnehmenden Familienfrauen war positiv, wenn gleich sie alle den ungewohnten Aufwand anmerkten, den es bedeutet, zum Beispiel für eine fünfköpfige Familie mit fünf Glas– oder Polypropylen-Behältnissen loszuziehen.

Das ist die große Nachhaltigkeitsserie im ST

„Alle sechs Bistros, Restaurants oder Bäckereien, in den ich um Abfüllen in mein mitgebrachtes Gefäß gebeten habe, haben das gerne getan, trotz eindeutigem Mehraufwand, weil zum Beispiel die Portionen gewogen werden mussten“, erzählte beispielsweise Andrea Steinzen. Auch Nicole Stock zog ein positives Fazit. Sie hatte als einzige der Testerinnen eine stapelbare Pizzabox aus Kunststoff ausprobiert. „Die erwies sich leider vor Ort als zu klein, so dass extra für meine Außerhaus-Bestellung angepasste Größen gebacken werden mussten. Dass das anstandslos geschehen ist, war schon eine schöne Erfahrung.“

Einig waren sich am Ende der zweiwöchigen Test-Phase aber alle in ihrem Wunsch, die Gastronomie würde ein einheitliches Pfandsystem installieren. „Dann könnte man das gebrauchte Mehrweg-Geschirr in jedem mitmachenden Restaurant zurückgeben, die Wirte müssen nichts mehr wiegen, sondern hätten einen Standard.“

Hinweis: Ab ersten Januar kommenden Jahres müssen Gastronomiebetriebe zusätzlich zu Einwegkunststoff-Verpackungen für ihr Außer-Haus-Geschäft auch Mehrweg–Alternativen bereithalten.

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