Tour

Teilnehmer der Six-Bridges-Rally erleben unvergessliche Zeit

Dieses Foto aus dem Mai dieses Jahres zeigt, wie schön die portugiesische Brücke Ponte Luis I am Abend ist. In Porto erlebten die Teilnehmer der Six-Bridges-Rally „Gänsehautmomente“ – sie wurden von begeisterten Menschenmassen empfangen. Foto: Christian beier, weitere Fotos: Ute Schipper (6) / Timm Kronenberg (4).
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Dieses Foto aus dem Mai dieses Jahres zeigt, wie schön die portugiesische Brücke Ponte Luis I am Abend ist. In Porto erlebten die Teilnehmer der Six-Bridges-Rally „Gänsehautmomente“ – sie wurden von begeisterten Menschenmassen empfangen.

Die letzte Woche der Six-Bridges-Rally hat begonnen – fast alle Starter sind noch dabei.

Von Manuel Böhnke

Ute Schipper (l.) Und Claudia Fischer-Liedmann vor der Ponte San Michele.

Solingen. Das ST erreicht Ute Schipper in Braga. In der portugiesischen Stadt besichtigte sie am Montag mit ihrer Schwester Claudia Fischer-Liedmann ein Kloster. Von dort aus geht es über Spanien ins französische Dunes zum Garabit-Viadukt. Das von Gustave Eiffel erbaute Stahlkonstrukt ist die letzte von sechs Brücken auf dem Weg der Solingerinnen. Als Team Balkhausen nehmen sie mit einem VW Golf IV, Baujahr 2001, an der Six-Bridges-Rally teil.

Udo und Anja Stock besuchten die Teilnehmer in Portugal.

Seit dem 11. September läuft die Tour. Rund 6000 Kilometer legen die Teams innerhalb von 16 Tagen zurück. Dabei durchqueren sie neun Länder und steuern sechs Brücken an. Mit einem gemeinsamen Antrag sollen die Bauwerke in Deutschland, Frankreich, Italien und Portugal den Welterbestatus erlangen.

Die ältesten Teilnehmer der Rallye: Milli und Klaus Grah.

40 Teams sind mit mindestens 20 Jahre alten Autos oder Motorrädern an den Start gegangen. Rund 375 Kilometer legen sie durchschnittlich pro Tag zurück. Nach mehr als einer Woche seien fast keine Ausfälle zu beklagen, berichtet Timm Kronenberg. Mit Marc Baehr organisiert er die Rallye. Ein Motorradfahrer sei gestürzt und habe sich eine Bänderdehnung zugezogen – für ihn geht die Tour nicht weiter.

Zwei der 40 Fahrzeuge: Golf IV und Ford Taunus 2.0 G7 in Frankreich.

Mehr Glück hatte ein Duo aus Süddeutschland. Zwar trat ein Schaden an ihrem Querlenker auf. Mit einem Leihwagen nehmen sie jedoch weiterhin an der Six-Bridges-Rally teil. Auf dem Rückweg möchten sie ihren Wagen aus der Werkstatt abholen und damit ins Ziel einfahren. Andere technische Probleme und Schäden konnten die Teilnehmer selbst beheben. Kronenberg: „Die Hilfsbereitschaft ist enorm.“

Six-Bridges-Rally: Am Mittwoch steigt in Bordeaux eine Europa-Party.

Mit Marc Baehr hat Kronenberg die Route ausgearbeitet. Entlang der Strecke warten knapp 20 Welterbestätten. Dementsprechend schwer falle es, Höhepunkte herauszupicken. „Die Empfänge an den Brücken waren bisher alle toll“, erzählt Kronenberg. Vor allem die Ankunft am Sonntag in Porto hat Eindruck hinterlassen. An der Ponte Dom Luis I seien die Teilnehmer von begeisterten Menschenmassen empfangen worden.

Das Team Frodnedob’s (Ingo und Mira Bodendorf) in Porto.

Auch Ute Schipper und Claudia Fischer-Liedmann erlebten dort einen „Gänsehautmoment“. Als Rallye-Neulinge gingen die Schwestern vor knapp eineinhalb Wochen an den Start – inzwischen haben sie sich „eingegroovt“. Abwechselnd steuern sie den VW Golf durch Europa. Die Route führt teils über Schotterpisten. „Zwischen Weinbergen war es so eng, dass es keinen Gegenverkehr hätte geben dürfen.“ Auf Navigationsgeräte greifen die Teilnehmer nur in Ausnahmefällen zurück.

In ihren mindestens 20 Jahre alten Autos fuhren die Teilnehmer über die Ponte Luis I in Porto.

Entlang des Weges warten verschiedene Aufgaben, die im sogenannten Roadbook aufgeführt sind. Auch die Entscheidung, nicht jede gestellte Herausforderung anzugehen, gehöre zur Lernkurve, betont Schipper. Denn die Rallye ist kräftezehrend. Knapp siebeneinhalb Stunden Fahrzeit sind pro Tag kalkuliert – Pausen für Sehenswürdigkeiten und Verpflegung kommen hinzu.

Vor dem Kloster in Porto trafen sich alle Teilnehmer für ein Gruppenfoto. 40 Teams waren in Müngsten an den Start gegangen.

Nichtsdestotrotz erleben das Team Balkhausen, das bisher mehr als 4000 Euro zugunsten der „Kette der helfenden Hände“ gesammelt hat, und die übrigen Starter eine unvergessliche Zeit. „Wir hatten schon viele tolle Begegnungen“, erzählt Ute Schipper. Nun freue sie sich auf den Rest der Strecke und die Europa-Party in Bordeaux. Dort wird am Mittwoch Myriam Larnaudie-Eiffel zugegen sein. Die Ururenkelin von Gustave Eiffel ist Schirmherrin der Rundfahrt.

In ihren mindestens 20 Jahre alten Autos fuhren die Teilnehmer über die Ponte Luis I in Porto.

Ob Ute Schipper und Claudia Fischer-Liedmann ihrer Premiere weitere Rallye-Teilnahmen folgen lassen, wissen sie noch nicht. Fest steht, dass die Six-Bridges-Rally auch 2022 stattfindet. Anlässlich des 125-jährigen Bestehens der Müngstener Brücke soll sie am 27. August starten.

Die portugiesischen Gastgeber empfingen die Teilnehmer mit offenen Armen.

Zieleinfahrt

Das Viaur-Viadukt ist eine von zwei Brücken in Frankreich, die den Welterbestatus anstreben.

Am Sonntag, 26. September, endet die Six-Bridges-Rally, wo sie begonnen hat: im Müngstener Brückenpark. Die Organisatoren Timm Kronenberg und Marc Baehr kündigen an, dass die ersten Teams ab 16 Uhr ins Ziel einlaufen werden. Bis 18 Uhr müssen alle Teilnehmer vor Ort sein. Im Anschluss findet eine Siegerehrung statt. Für die drei punktbesten Teams gibt es Preise. Zudem sei im Schatten der Müngstener Brücke ein kleines Programm geplant, unter anderem mit Musik.

www.sixbridges-rally.de

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