Extreme Leistung

Talsperren hielten den großen Fluten stand

Knapp eine Woche nach dem Unwetter bietet die Wupper-Talsperre bei Radevormwald wieder das gewohnte Bild. Foto: Roland Keusch
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Knapp eine Woche nach dem Unwetter bietet die Wupper-Talsperre bei Radevormwald wieder das gewohnte Bild.

Stadtwerke und Wupperverband sehen keine großen Schäden an ihren Stauwerken – sie haben funktioniert

Solingen. Die Talsperren haben auch an den Tagen des verheerenden Hochwassers funktioniert. Das berichtet der Wupperverband von seinen Bauwerken. Dort und an der Sengbachtalsperre der Solinger Stadtwerke wurden zudem keine größeren Schäden festgestellt. Darüber hinaus hätten laut Wupperverband die Staumauern am Oberlauf der Wupper lange Zeit große Wassermengen zurückgehalten und so noch Schlimmeres verhindert. Auch als die Stauseen voll waren, sei nicht mehr Wasser zu Tal geschossen, als es ohne Stauanlagen der Fall gewesen wäre.

Dies sind laut Wupperverband-Sprecherin Susanne Fischer die Erkenntnisse erster eingehender Untersuchungen der Ereignisse von Mittwoch und Donnerstag. Die jetzt vorliegenden Ergebnisse seien aber nur vorläufig. Die Analyse werde fortgesetzt.

Aus der Wupper-Talsperre seien in der Spitze am frühen Donnerstagmorgen rund 190 Kubikmeter Wasser pro Sekunde abgegeben worden. Fischer: „Damit hat das Bauwerk sogar noch mehr geleistet, als für diese Talsperre bemessen war.“ Sie sei für ein Hochwasser ausgelegt, das statistisch alle 10 000 Jahre auftritt.

Zudem betonte die Sprecherin des Wupperverbandes, dass das Wasser nie über die Krone der Staumauern gelaufen sei. Fischer: „Alle Wassermengen konnten kontrolliert über die jeweilige Hochwasserentlastung abgegeben werden. Kein Damm oder keine Staumauer wurde überspült, was zu massiven Schäden bis hin zum kompletten Versagen des Bauwerks führen könnte. Die Talsperren haben auch im Falle dieses extremen Hochwassers standgehalten.“

Stufenweise Erhöhung der Talsperre hat Überflutung verhindert

Bis zum Erreichen ihrer Kapazitätsgrenze hätten sie „große Teile der enormen Wassermengen gepuffert und dadurch die Hochwasserwelle verlangsamt“. Während Wupper-Zuflüsse aus dem Einzugsgebiet unterhalb der Talsperren schon für eine erste Welle gesorgt hätten, seien die ebenfalls extremen Wassermengen aus dem Oberlauf der Wupper zunächst in den Talsperren gestaut worden. Mit steigendem Stauinhalt in den Talsperren habe man auch die Abgabe an den Unterlauf stufenweise erhöhen müssen. Die gestufte Erhöhung habe die Hochwasserwelle im Unterlauf deutlich verlangsamt ansteigen lassen, als es ohne Talsperren der Fall gewesen wäre.

Fischer ergänzt: „Darüber hinaus hat das zeitliche Auseinanderziehen der Wellen dafür gesorgt, dass sich diese nicht zu einer deutlich höheren Hochwasserwelle vereinigt haben.“ Ohne dies wäre der Pegel der Wupper nach ihren Worten „deutlich schneller angestiegen und in der Spitze auch deutlich höher ausgefallen“.

Das Fazit des Wupperverbandes: „Die Überflutung weiterer größerer Teile unterhalb der Wupper-Talsperre, zum Beispiel der Wuppertaler Talachse, hätte dann nicht verhindert werden können und die zerstörerische Kraft der Welle wäre deutlich größer gewesen.“ Auch nachdem die Kapazitätsgrenze erreicht war und das Wasser in großen Mengen am Stauwerk abfloss, sei das Hochwasser dadurch nicht verschärft worden.

Vorsorglicher Stauraum

Um vorsorglich Stauraum für die vorhergesagten Wassermassen zu schaffen, hat der Wupperverband vergangene Woche ab Montag begonnen, zusätzliches Wasser aus der Wupper-Talsperre abzulassen. Am Wochenende und zum Wochenbeginn seien die Prognosen bezüglich der Regenmenge und der Lage des Regengebiets noch mit deutlichen Unsicherheiten behaftet gewesen, teilte der Wupperverband mit. Flächendeckende Regenmengen zwischen 120 und 160 Litern pro Quadratmeter innerhalb von 24 Stunden seien bis zuletzt nicht vorhergesagt worden. Dies war etwa ein Zehntel der durchschnittlichen Jahresniederschlagsmenge im Wuppergebiet. Um genügend Stauraum zu schaffen, hätte man laut Wupperverband die Wupper-Talsperre mehr als zur Hälfte entleeren müssen. Dies sei von Montag bis Mittwoch nicht möglich gewesen, ohne Menschen durch eine daraus folgende Flutwelle zu gefährden. Nach Angaben der Stadtwerke ist auch die Sengbachtalsperre übergelaufen, obwohl sie vor dem Starkregen nur zu 80 Prozent gefüllt gewesen sei.

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