Ehrenamt

Tafel sucht dringend Helfer

Rund 150 Familien versorgen sich bei der Solinger Tafel. Da werden für die Warenausgabe viele helfende Hände gebraucht. Aber auch Fahrer werden gesucht. Archivfoto: Uli Preuss
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Rund 150 Familien versorgen sich bei der Solinger Tafel. Da werden für die Warenausgabe viele helfende Hände gebraucht. Aber auch Fahrer werden gesucht.

Urlaubszeit sorgt für Engpässe bei Ausgabe und Fahrdienst. Ehrenamtler müssen körperlich fit sein.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Brigitte Funk von der Tafel hat in diesen Tagen Sorgenfalten auf der Stirn: „Derzeit flattern die Urlaubsbescheide und damit verbundene Abmeldungen vom ehrenamtlichen Dienst bei der Tafel täglich gefühlt stapelweise ins Haus“, sagt die langjährige Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins. Die 62 Mitarbeiter, die sie auf der Liste stehen hat, reichen folglich in den kommenden Wochen und Monaten nicht aus.

„Es sind täglich Fahrten mit den Kühlwagen zu besetzen, um die noch verwertbaren Lebensmittel bei den Händlern abzuholen.“ Dafür sei eine gewisse Körperkraft erforderlich: „Man muss schon ein paar Kilo tragen können um die Kisten und Kartons von den Laderampen in die Transporter und später aus den Autos in den Tafel-Laden hieven zu können.“

150 Familien versorgt die Tafel mit Lebensmitteln

Das Prinzip des Vereins ist, überzählige Ware bei den Händlern einzusammeln und den Menschen zur Verfügung zu stellen, die finanzielle Engpässe haben. Das Konzept, die Tafel ausschließlich mit Ehrenamtlichen zu betreiben, baut aber auf umfangreiche Manpower. Einmal in der Woche fünf Stunden müsse pro Helfer reichen. „Aber dafür brauchen wir ein großes Kontingent an zupackenden Händen.“ Also möchte sie die Zahl der Mitarbeiter vergrößern.

„Im Winter ist schnell mal jemand krank – auch dafür brauchen wir Springer, die wir anrufen können, wenn es klemmt“, sagt die Vorsitzende des Vereins.

Helfer werden auch im Laden gebraucht. Hier werden die zusammengesammelten Waren sortiert und schließlich an die Bedürftigen abgegeben. „Zehn Leute brauche ich täglich, gerne auch einen oder zwei mehr bei der Ausgabe.“ Mehr als 150 Familien stehen auf der Liste der Berechtigten, die sich mit dem Solingen-Pass regelmäßig mit Lebensmitteln versorgen können – „da kommen also locker rund 400 Personen zusammen, für die wir täglich Vorrat halten.“

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Die Klientel ist gemischt. Ur-Solinger stünden neben Neu-Bürgern, sagt Brigitte Funk. Und Alt neben Jung. „Durch die extreme Flüchtlingswelle 2015 waren wir zwischendurch an unserer Kapazitätsgrenze, aber das hat sich wieder normalisiert. Trotzdem haben wir nicht weniger zu tun als in den Anfängen. Eher mehr. Deshalb haben wir ja mit der Zeit auch unsere Öffnungszeiten angepasst und unsere Helferzahl aufgestockt.“

Die Voraussetzungen für den Job sind Flexibilität, Nächstenliebe und tatsächlich eine gewisse Fitness. „Wer physisch nicht so gut zurecht ist und nicht mal schnell ein paar Kisten stemmen kann, wird bei uns nicht glücklich werden“, sagt Brigitte Funk. „Der sollte lieber andere ehrenamtliche Aufgaben suchen, da gibt es ja genügend Spannendes und Wichtiges in Solingen.“ Bei der Tafel werde unter anderem körperliche Arbeit gefragt. Die aber ist für viele ältere Leute, die Zeit für ein Ehrenamt haben, nicht mehr so einfach. „Deshalb finden wir auch nicht so schnell Ersatz für ausgefallene Helfer“, sagt Funk.

DIE SOLINGER TAFEL LEBT VON VIELEN SPONSOREN

FINANZIERUNG Neben Tafel-Förderern, die bundesweit agieren, kommen in der Klingenstadt auch zahlreiche private und geschäftliche Spender hinzu. Seit ihrer Gründung wird die Solinger Tafel von der Friedrich-Schumacher-Stiftung unterstützt, die die Miete für den 360 Quadratmeter großen Tafelladen an der Ernst-Woltmann-Straße übernimmt. Gefördert wird die Tafel auch von anderen Stiftungen. Rund 40 Geschäfte, Supermärkte und Bäckereien geben Lebensmittel an die Tafel ab. Die Firmen Led Lenser, Brangs und Heinrich, Schwanen Apotheke, Druckerei Leonhard Grethlein, Kuhrt Kommunikation, die Kiwanis, die Lions und das Ärztenetzwerk solimed spenden ebenfalls regelmäßig.

Sie sucht händeringend Interessierte mit Führerschein für die Fahrdienste. „Unsere Autos sind vormittags von 8 oder 8.30 bis mittags, circa 13 Uhr, unterwegs. Die nachmittäglichen Helferschichten dauern von 13 bis 18 Uhr.“ Wer Interesse hat, kann sich unter Tel. 2 47 44 65 bei Brigitte Funk melden. Gemeinsam wird dann überlegt, wo und wie oft ein Einsatz in Frage kommt.

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