Aktion

Solingen war „48 Stunden“ lang eine Kunstmeile

Internationale Rhythmen und Klänge gab es beim Fest „Leben braucht Vielfalt“ auf dem Fronhof, das in das „48 Stunden“-Fest integriert war.
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Internationale Rhythmen und Klänge gab es beim Fest „Leben braucht Vielfalt“ auf dem Fronhof, das in das „48 Stunden“-Fest integriert war.

Kulturfestival und Fest „Leben braucht Vielfalt“ kamen auch in eingeschränkter Form gut an.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Die Freiheitsstatue von Lothar Ruthmann mit dem Solinger Wappen als Gesicht war schnell ein Anziehungspunkt im Rund der Clemens-Galerien: Als eines der fünf Leuchtturm-Kunstprojekte für das Kultur-Festival „48 Stunden“ war sie auffälliger Hingucker – und Möglichkeit, sich aktiv als Teil einer lebendigen Demokratie zu outen. Zahlreiche Flächen an ihr, vom Künstler dafür vorbereitet, warteten darauf, angemalt und beschriftet zu werden. Etliche Teile waren schon gestaltet, denn Ruthmanns fünf Meter hohes skurriles Kunstwerk aus Pappmaché hatte schon länger zum Mitmachen eingeladen.

Auch bei Künstlerin Fia Biba war einiges los: An auf Abstand gestellten Tischen konnten Fähnchen „Für Toleranz und Vielfalt“ gestaltet werden, die dann in die von ihr gefertigte Styropor-Säule gesteckt wurden. „Kunst und Kultur ist bunt, vielfältig und weltoffen“ war das Motto der diesjährigen Marathon-Kunstausstellung über zwei Tage hinweg, für die alle Protagonisten schon seit Monaten mit emsiger Kreativität Werke und Formate geschaffen hatten.

Michael Bauer-Brandes mit seiner Eventschmiede etwa hatte ein überdimensional großes „Peace-Zeichen“ gefertigt, an das Herzen aus Stahl-Rohlingen geschmiedet werden konnten. „Wir haben 50 Stück dabei – mit mehr Nachfrage rechnen wir nicht, in diesen Corona-Zeiten“, sagte Monika Brandes.

Denn natürlich konnte das beliebte Kultur-Event, das in diesem Jahr zum zehnten Mal an den Start ging, nur in abgespeckter Pandemie-Version stattfinden: „Sowohl auf Catering als auch auf ein großes Bühnenprogramm mussten wir aufgrund der geltenden Hygiene- und Abstands-Regeln verzichten“, sagte Timm Kronenberg, Organisator und „Vater der Idee“ in seinen Begrüßungsworten. „So sehr wir uns über reges Interesse und Besucher freuen, wir wollten keine Konzert-Atmosphäre aufkommen lassen, in der sich eventuell Menschentrauben zum Zuhören bilden.“ Er sei sehr froh, dass das Festival überhaupt stattfinden könne, betonte er.

Solingen: Künstler hatten viele kreative Formate entwickelt

So blieb die Schar der Besucher, die zeitgleich durch die Galerien schlenderten, überschaubar. Es galt, im Obergeschoss die Wunschzettel am Wunschbaum von Stefan Seeger zu bewundern, vor dem Atelier der Künstler Bianca Schulz-Arts, Christiane Giebeler, Dieter Jansen und Rita Lasch den Schriftzug „Together“ zu gestalten oder den Musikern Jan und Jascha, So I Said Rock oder Teneja zuzuhören.

Philipp Müller unterhielt mit Satirischem, und am Stand von „Leben braucht Vielfalt“ warteten Umhänge-Plakate darauf, beschriftet zu werden. Im weiteren Verlauf des Samstags spielten die fertigen Werke dann eine Hauptrolle auf dem Fronhof, wo sie als sichtbares Zeichen für Toleranz und Zivilcourage und für ein Zusammenhalt aller Freiheitsliebenden getragen wurden.

„Leben braucht Vielfalt“, sonst ein bunt-quirliger Markt der vielen Kulturen und Vereine, Organisationen und Verbände der Solinger Stadtgesellschaft, trat aufgrund der Corona-Auflagen nur kurz, aber deutlich mit dieser Plakat-Aktion in Erscheinung. Es sei ihm sehr wichtig gewesen, einen Weg zu finden, das Festival trotz Corona stattfinden zu lassen, sagte Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD), der im Schulterschluss mit Dr. Jochen Stahl als Geschäftsführer der Clemens-Galerien das Festival eröffnete. „Lebendige und freie Kunst und Kultur sind wesentliche Säulen einer demokratischen Gesellschaft“, betonte Kurzbach. Solingen sei bunt, gastfreundlich und hilfsbereit erklärte er auch beim Fest „Leben braucht Vielfalt“.

Clemens-Galerien mit Kunst, Lesungen und Musik gefüllt

 © Christian Beier
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 © Christian Beier
 © Christian Beier
 © Christian Beier
 © Christian Beier
 © Christian Beier
 © Christian Beier
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 © Christian Beier
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 © Christian Beier
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 © Christian Beier
 © Christian Beier

Geburtstag

Clemens-Galerien: Der 10. Geburtstag des 48-Stunden Kultur- und Kunstfestivals fiel zusammen mit dem 20. Geburtstag der Clemens-Galerien. Bei der Zukunftsplanung der Shoppingmeile sei dauerhaft Platz für Kunst, versicherte Geschäftsführer Dr. Jochen Stahl.

Künstler: Insgesamt 60 Künstler sorgten Samstag und Sonntag in der Innenstadt für Unterhaltung und gute Laune.

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