Verein mit Gastronomie

Ein Stück Portugal bleibt im Südpark in Solingen

Bevor das Restaurant für die Öffentlichkeit geöffnet wird, treffen sich die Mitglieder zum gemeinsamen Essen. Von links: Rolando Pais, Alvarim Pais, Anibel Batista, Osorio Almeida, Rui Torres, Herman Olivera und José Salgado de Freitas. Fotos: Christian Beier
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Bevor das Restaurant für die Öffentlichkeit geöffnet wird, treffen sich die Mitglieder zum gemeinsamen Essen. Von links: Rolando Pais, Alvarim Pais, Anibel Batista, Osorio Almeida, Rui Torres, Herman Olivera und José Salgado de Freitas.

Mietvertrag des Kulturvereins im Haus der Lebenshilfe wurde um zehn Jahre verlängert.

Von Andreas Erdmann

Solingen. Er gilt als ein Stück authentisches Portugal in der Klingenstadt: Der „Portugiese“ – so nennen die Solinger den Restaurantbetrieb des portugiesischen Kulturvereins Associação Portuguese de Solingen an der Alexander-Coppel-Straße im Südpark.

Wer gerne Sardinen, Stichling, Dorade und Stockfisch, aber auch Meeresfrüchte oder Paella isst, findet auf der der Speisekarte des Portugiesen reichlich Auswahl. Dabei gelten die vom Chef selbst zubereiteten Rippchen als besondere Spezialität. „Seit 10 Jahren führen wir mittlerweile unser Lokal innerhalb der Vereinsräume im obersten Stock des Hauses der Lebenshilfe-Behindertenwerkstatt“, berichtet José Salgado de Freitas, der erste Vorsitzende des Kulturvereins. Dabei sei das Mietverhältnis mit der Lebenshilfe auf zunächst zehn Jahre befristet gewesen. So habe man vor Ablauf der Frist schon „ein wenig gebibbert“.

Das Lokal ist bei vielen Solingern wegen seiner guten und preiswerten Küche beliebt.

Doch jetzt habe man zum 1. Oktober eine Verlängerung des Mietverhältnisses um weitere zehn Jahre erhalten. „Darüber sind wir Vereinsmitglieder und der Vorstand erleichtert – und der Lebenshilfe sehr dankbar. Denn wir blicken zurück auf eine sehr gute Zusammenarbeit“, betont Salgado de Freitas. „Der Standort hier ist für unseren Gaststättenbetrieb ideal. Die Räume sind großzügig, dazu gibt es eine große Terrasse. Wir profitieren von der Nähe zur Innenstadt, den vielen Parkplätzen und der guten Bus- und Bahnanbindung.“

Auch der Aufzug in dem Haus an der Alexander-Coppel-Straße komme den Mitarbeitern sehr entgegen. Bei dem Vorgängerlokal in einer ehemaligen Fabriketage an der Klauberger Straße habe man mühsam alle Lebensmittel in Kisten und Kästen zu Fuß über Treppen nach oben schleppen müssen.

Gegründet hat sich die Solinger Associação Portuguese 1974 als Kreis von fünf oder sechs Solingern mit portugiesischer Herkunft, die sich anfangs vorwiegend zum gemeinsamen Kochen trafen. Damals ahnte noch niemand von ihnen, dass sich daraus einmal ein Kultlokal mit 120 Sitzplätzen entwickeln würde. Zurzeit allerdings sind die Plätze aufgrund der geltenden Corona-Schutzverordnung auf 70 begrenzt.

Solingen: Fado-Konzertabend soll am 28. September stattfinden

„Anfangs hatten wir fast ausschließlich portugiesische Mitglieder, heute sind etwa ein Drittel unserer 105 Mitglieder Deutsche“, berichtet José Salgado. Er selber kam 1986 nach Deutschland und ist seit 1998 in der Associação Portuguesa aktiv. Seit 2004 bekleidet er das Amt den Vorsitzenden.

Besonders beliebt ist das Lokal – neben seiner guten und preiswerten Küche – auch wegen seiner familiären Atmosphäre. Fünf Vereinsmitglieder sind unter der Woche im Einsatz, am Wochenende helfen bis zu fünf zusätzliche Kräfte aus.

Neben dem abendlichen Restaurantbetrieb versorgt das Lokal die Mitarbeiter der Lebenshilfe-Behindertenwerkstatt mit Mittagessen und dient ihnen als Kantine. Ein weiteres Betätigungsfeld des Vereins ist neben dem Gaststättenbetrieb der Fußball. Die Mannschaft der „Sporting Portugesa“, gebildet aus Vereinsmitgliedern, hat anfangs in der Kreisliga C gespielt und kickt nun in der Hobbyliga. Zahlreiche Pokale im Lokal künden von ihren Erfolgen. Zudem ist die Associação Portuguese Vereinsheim für eine portugiesische Folkloregruppe.

Einmal im Jahr veranstaltet der Kulturverein einen großen Fado-Konzertabend. Dieser findet in diesem Jahr unter Mitwirkung der Gruppe Gerações – Generationen - am 28. September statt. „Natürlich vorausgesetzt, dass die dann geltenden Corona-Schutzvorschriften dies zulassen“, so Salgado. Neben portugiesischen Abenden wird auch zu Festen wie zum traditionellen Sommerfest und zu St. Martins- und Weihnachtsfeiern eingeladen.

Der Portugiese

Lokal: Das Restaurant der „Associação Portuguesa de Solingen“ ist im Südpark in der Alexander-Coppel-Straße 19-21 untergebracht.

Öffnungszeiten: dienstags bis donnerstags 18.30 bis 21 Uhr, freitags und samstags 18.30 bis 22.30 Uhr. Sonntags sind die Räume Vereinsmitgliedern vorbehalten. Es wird empfohlen, einen Tisch zu reservieren.

Kontakt: Tel. 20 42 19

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