Coronavirus

Strengere Corona-Regeln in Solingen: So reagieren die Behörden

Das Familienbad Vogelsang muss schließen – nur die Schwimmausbildung im Sportbad Klingenhalle kann noch angeboten werden. Foto: Christian Beier
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Das Familienbad Vogelsang muss schließen – nur die Schwimmausbildung im Sportbad Klingenhalle kann noch angeboten werden.

Innengastronomie, Fitnessstudios und Vogelsang geschlossen – Stadtdienst Gesundheit ruft zum Testen auf.

Solingen. Von Montag an gelten in Solingen verschärfte Corona-Regeln: Nach einer Sieben-Tage-Inzidenz von 69,7 am Samstag, dem höchsten Stand seit mehr als zwei Monaten, wurde gestern 64,7 gemeldet. Die Klingenstadt liegt damit als bundesweiter Spitzenreiter immer noch deutlich über dem Wert von 50, aus dem Inzidenzstufe 3 folgt. Damit verbunden sind neben Schließungen auch Kontaktbeschränkungen für nicht vollständig Geimpfte oder Genesene.

Weiterhin niedrig ist die Zahl der Menschen in stationärer Behandlung. Aktuell ist gemäß Schutzverordnung NRW die Inzidenz der alleinige Richtwert für Einschränkungen. Neben Gastronomie innen müssen auch Fitnessstudios und das Hallenbad Vogelsang schließen. „Leider gibt die aktuelle Corona-Schutzverordnung keinen Spielraum für eine Öffnung des Familienbads Vogelsang nur für Geimpfte oder Genesene“, so Kirsten Olsen-Buchkremer, Geschäftsführerin der Bädergesellschaft.

Hochzeiten und Geburtstage werden für das Ordnungsamt zur Herausforderung

Das Ordnungsamt stellt sich auf komplizierte Tage ein. „Die größten Herausforderungen werden Hochzeiten und Geburtstage mit neuen Kontaktbeschränkungen sowie das Zusammentreffen im öffentlichen Raum inklusive der Gastronomie sein“, sagt Dirk May, Leiter des Stadtdienstes Bürgerservice, Sicherheit und Ordnung. Nach einigen Wochen der Lockerungen bedürfe es einer besonderen Motivation, das persönliche Verhalten wieder anzupassen. „Aber genau hier liegt neben Impfen und Testen ein weiterer möglicher Schlüssel zum Erfolg, denn nicht über Kontrolle, sondern durch Vernunft und Einsicht können die Inzidenzwerte beeinflusst werden.“

Kontrollen durch den Kommunalen Ordnungsdienst würden vorerst nicht personell verstärkt, verändern sich aber. „In den letzten Wochen haben wir viele unserer originären Aufgaben wahrgenommen. Jetzt werden wir den Fokus wieder auf Corona und die Quarantäne legen“, so May. Kontrollen würden für Ordnungsamt und Polizei insofern schwieriger, als dass die Anzahl an Immunisierten stetig zunimmt. Gerade im Bereich der Kontaktbeschränkungen sei es schwierig nachzuvollziehen, wer zu den zählbaren Personen gehöre.

„Wir werden mit den Teams in die einzelnen Bezirke gehen und dort auf die neuen Rechtsvorschriften hinweisen. Dazu gehört sicherlich auch die Außengastronomie.“ Dabei werde das Ordnungsamt beratend tätig sein und von Sanktionen wie Bußgeld vorerst absehen. „In der Vergangenheit haben wir hiermit gute Erfahrungen gemacht und werden dies auch in der neuen Welle so handhaben“, erklärt May.

Gesundheitsamt appeliert: Menschen sollen sich testen lassen

Der Stadtdienst Gesundheit appelliert, sich testen zu lassen. Schwerpunkt sei Ohligs und die sich entwickelnden Infektionsketten nach der EM-Feier. Weiter getestet würden aber auch Fluthelferinnen und Fluthelfer sowie die Betroffenen – auch dort waren Corona-Infektionen aufgetreten. Am heutigen Montag wird noch einmal vor Ort in Burg getestet – an der Seilbahnstation zwischen 10 und 16 Uhr. Abhängig davon, wie sich die Situation entwickele, werde das Angebot ausgebaut.

„Es hat sich sehr eindrücklich gezeigt, dass die Delta-Variante deutlich ansteckender ist und dass auch Kontakte im Freien zu einer Ansteckung führen können“, so Dr. Annette Heibges. Leiterin des Gesundheitsamtes. Das Problem derzeit sei, „dass wir viele Infizierte und Kontakte nicht kennen, weil die Infektionen in unübersichtlichen Situationen entstanden sind“. Nur, wenn sich Menschen testen ließen, bekomme das Gesundheitsamt einen Überblick über die Situation und könne Infektionsketten unterbrechen.

Und Heibges betont: „Wir können nur dringend appellieren, sich impfen zu lassen und gerade in Situationen, in denen viele Menschen auch im Freien zusammenkommen, die Corona-Regeln wie Maske und Abstand eigenverantwortlich einzuhalten.“

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