#mobilwandel2035

Stöcken 17 wird zum Labor für Mobilität

Die Abrissarbeiten auf dem ehemaligen Rasspe-Gelände sind weit fortgeschritten. Das neue Gewerbegebiet Stöcken 17 soll ein Labor für Elektromobilität werden. Foto: Christian Beier
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Die Abrissarbeiten auf dem ehemaligen Rasspe-Gelände sind weit fortgeschritten. Das neue Gewerbegebiet Stöcken 17 soll ein Labor für Elektromobilität werden.

Bund fördert Projekt „Mehr Mobilität mit weniger Verkehr“ auf dem alten Rasspe-Gelände.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Die Konkurrenz war groß. Gegen rund 140 Mitbewerber trat Solingen beim Wettbewerb „#mobilwandel2035“ des Bundesumweltministeriums an. Und setzte sich durch. „Mehr Mobilität mit weniger Verkehr“ (MoVe) erhält als eins von deutschlandweit zehn Projekten eine Förderung vom Bund. Im ersten Schritt fließen 150.000 Euro in die Klingenstadt – weitere Mittel könnten folgen. Mit dem Geld soll das geplante Gewerbegebiet Stöcken 17 zu einem „Labor für Mobilität“ werden.

„MoVe ist ein sehr ungewöhnliches Projekt“, erklärte Jochen Stiebel gestern bei einem Pressegespräch. Er ist Geschäftsführer der Neue Effizienz GmbH. Der regionale Zusammenschluss kooperiert bei dem Vorhaben mit der städtischen Wirtschaftsförderung und der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (BSW). Das Ziel ist, Visionen zu entwickeln, wie Mobilität im Jahr 2035 aussehen sollte.

„Wer das Thema Mobilität nicht besetzt, schafft als Stadt keinen Schritt nach vorne.

Tim Kurzbach, Oberbürgermeister

„Dazu möchten wir unter anderem mit Schülern, der Industrie- und Handelskammer und den Wirtschaftsjunioren sprechen“, erläuterte Stiebel das partizipative Vorgehen. Denn MoVe nimmt nicht nur technologischen Wandel, etwa durch E-Mobilität und autonomes Fahren, in den Blick. Vielmehr soll auch die Veränderung der Arbeitswelt Berücksichtigung finden.

Zehn Monate stehen zur Verfügung, um Zielbilder für die Mobilität von morgen zu entwickeln. Voraussichtlich im Juli beginnt die offizielle Projektphase. Ob und in welcher Form die Ideen tatsächlich im „Laborraum“ Stöcken 17 auf dem früheren Rasspe-Areal ausprobiert werden, hängt unter anderem davon ab, ob Solingen auch in der nächsten Projektphase Fördermittel vom Bund erhält.

Denn von den zehn jüngst ausgewählten Projekten erhalten im nächsten Schritt fünf Unterstützung bei der Umsetzung erster Maßnahmen. „Da stehen erheblich höhere Summen im Raum“, erklärte Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD). Angesichts der bisherigen Rückmeldungen aus dem Bundesministerium zeigte er sich zuversichtlich, dass Solingen gute Chancen auf den Zuschlag hat.

Zunächst sei er „wirklich stolz“, dass die Stadt nicht nur Smart-City-Modellkommune ist, sondern nun mit einem weiteren Zukunftsprojekt bundesweit Aufmerksamkeit erfährt. Von der Vernetzung mit den anderen Projekten in ganz Deutschland erhofft er sich viel. „Wer das Thema Mobilität nicht besetzt, schafft als Stadt keinen Schritt nach vorne“, sagte Kurzbach. Jochen Stiebel sieht die Region, insbesondere Solingen in diesem Feld sehr gut aufgestellt, nicht zuletzt wegen der batteriebetriebenen Oberleitungsbusse.

Solingen: Mit MoVe soll im Stöcken 17 etwas Zukunftsträchtiges entstehen

MoVe soll nun der nächste Schritt sein. Stöcken 17 ist für das Projekt „die ideale Fläche“, findet BSW-Geschäftsführer Stephan Vogelskamp. Es gebe Überlegungen, dass die Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft ihren Sitz von der Kölner Straße auf das frühere Rasspe-Areal verlagert.

Frank Balkenhol, der Geschäftsführer der städtischen Wirtschaftsförderung, bezeichnete das Grundstück als „extrem wertvollen Standort“. Auf dem mehr als 60.000 Quadratmetern sollen die Themen Nachhaltigkeit, intelligente Produktion und eben Mobilität im Fokus stehen. „Wir wünschen uns einen Wissens- und Lernstandort für Mobilität“, sagte Balkenhol.

Ihm schwebt unter anderem ein „Mobilitätshaus“ auf dem Gelände vor. Das könnte zwar einerseits Autos Platz bieten. Doch sein Nutzen soll weit über den eines Parkhauses hinausgehen. Die Ziele von MoVe scheinen gut zu den städtischen Plänen für Stöcken 17 zu passen: „Wir wollen etwas Exzellentes, Zukunftsträchtiges entwickeln.“

Zeitplan

„Wir liegen gut im Zeitplan“, sagt Wirtschaftsförderer Frank Balkenhol mit Blick auf Stöcken 17. Im Sommer sollen die Abrisse und das Material-Recycling auf dem früheren Rasspe-Areal abgeschlossen sein. Geplant ist, Ende 2021 mit der Erschließung zu beginnen.

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