Solingens grüne Lunge

Stiftung sucht junge Helfer für den Botanischen Garten

Der Staffelstab ist – passend zum Botanischen Garten – eine Vergissmeinnicht-Staude: Dr. Horst Fleischer und seine Nachfolgerin Sabine Schulz-Wolff. Fleischer bleibt der Stiftung weiter erhalten. Foto: Michael Schütz
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Der Staffelstab ist – passend zum Botanischen Garten – eine Vergissmeinnicht-Staude: Dr. Horst Fleischer und seine Nachfolgerin Sabine Schulz-Wolff. Fleischer bleibt der Stiftung weiter erhalten.

Dr. Horst Fleischer übergibt nach 16 Jahren den Vorsitz an Sabine Schulz-Wolff.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Statt eines Staffelstabs überreichte Dr. Horst Fleischer beim Pressetermin eine kleine Vergissmeinnicht-Staude an seine Nachfolgerin Sabine Schulz-Wolff: ein blühendes Symbol für Beständigkeit. Das passt bestens zur ehemaligen Humboldt-Lehrerin (Kunst, Biologie, praktische Philosophie), die am 22. März einstimmig zur ersten Vorsitzenden gewählt worden war – in der Stiftung Botanischer Garten engagiert sie sich nämlich schon seit langem.

Vor knapp zehn Jahren war sie Mitglied geworden. „Die drohende Schließung der schönen Anlage hat mich damals zutiefst berührt und so habe ich eine Online-Petition gestartet, um Stimmen für den Erhalt des Gartens zu sammeln“, erinnert sie sich. Schnell erweiterte sie das kulturelle Angebot des Vereins durch Malkurse zwischen den Blumenbeeten und Sträuchern sowie Ausstellungen.

Als unmittelbarer Nachbar war es gesetzt, dass ich mich um dieses Kleinod mit kümmere.

Dr. Horst Fleischer bleibt an Bord

Auch dass Spinnräder inzwischen für Besucher des Parks ein gewohnter Anblick sind, ist ihr Verdienst: Schulz-Wolff teilte das von ihr neuentdeckte Hobby schnell mit Gleichgesinnten. Inzwischen gibt es regelmäßige Treffs: im Sommer draußen, bei schlechtem Wetter im grünen Klassenzimmer des Kakteen-Hauses.

Dass sie mit dem Vorsitz der Stiftung viel Arbeit von Dr. Horst Fleischer übernimmt, ist ihr bewusst: Sie gehörte schon mehrfach zur ersten Reihe der Stiftung, weiß also, dass im Botanischen Garten Freude und Sorgen eng beieinanderliegen. Sie weiß etwa um die Notwendigkeit, ständig spitz zu rechnen, wenn es um nötige Sanierungen geht. Wie Fleischer ist sie dankbar für die Großzügigkeit von Spendern, ohne die etwa die Restaurierung des Iris-Gartens oder des Heide-Gartens nicht möglich gewesen wären. Auch in der nun modernisierten Tropenhalle steckt Sponsorengeld.

Die Corona-Zeit mit dem Ausfall sämtlicher Veranstaltungen habe harte Spuren hinterlassen, sagt Fleischer. „Umso hoffnungsfroher schauen wir jetzt nach vorne“, sagt er und blickt symbolträchtig über die aktuell blühende Pracht in den Frühlings-Rabatten. Der ehemalige Chefarzt der Unfall-Chirurgie am Klinikum bleibt der Stiftung nach wie vor als Vorstandsmitglied erhalten. Dieser weiche Übergang sei gut; schließlich könne sie von der großen Erfahrung eines Mitglieds der ersten Stunde nur profitieren, sagt Schulz-Wolff. Fleischer erinnert sich noch gut an die Anfänge der Stiftung. „Als unmittelbarer Nachbar des Botanischen Gartens war es quasi gesetzt, dass ich mich um dieses Kleinod mit kümmere.“ Für ihn und seine inzwischen verstorbene Frau sei ehrenamtliches Engagement fürs Gemeinwohl eine selbstverständliche Sache.

Nach wie vor legt er auch selbst Hand an, wenn es um die Pflege der der Stiftung übertragenen Beete geht. Die Art zu gärtnern habe sich im Laufe der Jahre gewandelt, sagt er. Man denke ökologischer. „Ich musste zum Beispiel lernen, nicht mehr so gründlich aufzuräumen, sondern Laub zum Vermodern liegenzulassen“. Ökologisches Gärtnern ist auch für Sabine Schulz-Wolff ein wichtiges das Stichwort. Unter anderem damit hofft sie künftig mehr junge Leute als aktive Mitglieder der Stiftung gewinnen zu können. Vielleicht wecke zum Beispiel das geplante große Gemüsebeet Interesse der jungen, umweltbewussten Generation. „Das wäre prima, denn wir brauchen engagierten Nachwuchs und helfende Hände für all das, was hier zu tun ist, sei es in der Pflege der verschiedenen Pflanzen in den Schauhäusern oder im Freiland, aber auch für Veranstaltungen oder beim sonntäglichen Kiosk.“

Hintergrund

Die Stiftung Botanischer Garten Solingen e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht Solingens grüne Lunge, den Botanischen Garten, zu erhalten und zu attraktiveren. Aufgeteilt auf verschiedene Schwerpunkt-Teams kommen derzeit rund 50 Ehrenamtler diesem Anspruch nach. Kontaktaufnahme unter www.botanischer-garten-solingen.de

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