Pandemie

Sternsinger gehen nicht von Tür zu Tür

Unter den Augen von OB Tim Kurzbach brachten die Sternsinger den Segen am Rathaus an. An Haustüren gingen sie nicht – nur noch in einige Altenheime. Foto: Michael Schütz
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Unter den Augen von OB Tim Kurzbach brachten die Sternsinger den Segen am Rathaus an. An Haustüren gingen sie nicht – nur noch in einige Altenheime.

Solinger müssen sich den Neujahrssegen selber über die Türe kleben oder schreiben.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Den Segen „20*C+M+B+21“ (Christus Mansionem Benedicat – Christus segne dieses Haus) müssen sich die meisten gläubigen Katholiken in diesem Jahr eigenhändig über die Türe kleben oder schreiben: Er ist Teil der von den Gemeinden bestückten Tüten, die auf Wunsch und nach vorheriger Anmeldung von den Sternsingern vor die Haustüren gelegt oder per Post zugeschickt werden.

Von Tür zu Tür gehen die Kinder in diesem Jahr nicht. Denn in der Corona-Pandemie laufe alles ein wenig anders, sagt Reiner Krause, Pastoralreferent für St. Clemens und St. Johannes der Täufer. Die beliebten Hausbesuche der Sternsinger-Kinder, um mit den einladenden Menschen zu singen, zu plaudern, den Segen auszuteilen und die Spendenbox für das jeweilige Benefiz-Projekt rumgehen zu lassen, sei wegen des Infektionsrisikos nicht möglich. St. Clemens war die letzte der drei großen katholischen Gemeinden in Solingen, die sich schweren Herzens vom Sternsingen unter Beachtung von Hygiene- und Abstandskonzepten verabschiedet hatte.

Sowohl für die Kinder, die jedes Mal mit großer Motivation und Freude unterwegs seien, als auch für die – häufig älteren – Gläubigen sei der Wegfall des Sternsingens sehr schade, sagte Krause. Aber die aktuell hohe Infektionslage ließe nun einmal keine Alternative zu. Auch in St. Clemens setzte man folglich auf Überweisungsträger und Kontonummern für die Spenden und den zugeschickten Segen. Allerdings gibt es am morgigen Freitag, 8. Januar, um 17 Uhr, und am 10. Januar um 15 Uhr Freiluft-Gottesdienste, in St. Engelbert und St. Michael, für die man sich über die App Cocuun anmelden muss. St. Sebastian in Ohligs und auch St. Johannes der Täufer hatten das Sternsingen schon länger ausgeschlossen.

Solingen: Rathaus erhielt von einer kleinen Delegation den Segen

Auch der traditionelle Sternsinger-Empfang im Rathaus konnte in diesem Jahr nicht in gewohnter Form stattfinden. Doch ohne den Segen der drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar mussten Oberbürgermeister und Stadtverwaltung im Jahr 2021 dennoch nicht bleiben. Stellvertretend für die vielen Sternsinger in Solingen traf eine kleine Abordnung aus drei Königen, einem Sternträger und einer Trägerin des Friedenslichtes sowie Begleitern auf Tim Kurzbach. Sie überbrachten am Mittwoch den Segen in coronagerechter Form – der erneut über dem Rathauseingang an der Merianstraße seinen Platz fand.

Lieder konnten nicht gesungen werden, der von Paul, Emma, Lilli, Christina und Michelle vorgetragene Segen war dafür umso berührender – obwohl er auf den Stufen der Rathaustreppe gegen den vorbeirauschenden Verkehrslärm und mit viel Abstand gesprochen werden musste. Sichtlich bewegt und dankbar für den Besuch der Delegation, ermunterte Tim Kurzbach, wie in seinem Neujahrsgrußwort, die Solinger, selbst zu Friedensbotschafter zu werden und Nachbarn und Freunde mit einem kleinen gebastelten oder gefalteten Stern im Briefkasten zu erfreuen. „Als Zeichen für den Zusammenhalt und die gegenseitige Fürsorge.“

Während die Sternsinger den Segen im Rathaus anbrachten, war zeitgleich Sabine Vermeegen, Beauftragte für Engagementförderung in St. Sebastian und für die Sternsinger verantwortlich, mit einer Gruppe von Kindern in den Außenhöfen verschiedener Altenheime und der St. Lukas-Klinik unterwegs. Gesungen werden konnten aber auch dort nicht, diesmal musste es bei einer abgespielten CD bleiben. Abends gab es einen Online-Gottesdienst: Via Livestream konnten interessierte Gläubige eine Messe mit den Sternsingern am heimischen Computer miterleben.

Das diesjährige Motto

Die diesjährige Aktion der Sternsinger stand unter dem Motto: „Kindern Halt geben – in der Ukraine und weltweit“. Es war die 63. Aktion des Dreikönigssingens. Sie wird getragen vom Kindermissionswerk Die Sternsinger und vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Weitere Infos im Internet:

www.sternsinger.de

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