Innenstadt

VCD stellt Ideen zur Verkehrsführung vor

Die Kölner Straße könnte nach einem Vorschlag des VCD ab der Einmündung Bluemnstraße für Pkw gesperrt und nur noch für den Busverkehr freigegeben werden. Foto: Christian Beier
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Die Kölner Straße könnte nach einem Vorschlag des VCD ab der Einmündung Bluemnstraße für Pkw gesperrt und nur noch für den Busverkehr freigegeben werden.

Entlastung könnte unter anderem der Bau des doppelten Kreisverkehrs Dickenbusch bringen.

Von Kristin Dowe

Solingen. Die künftige Verkehrsführung in der Solinger Innenstadt wird in der Politik weiter kontrovers diskutiert. Hatten die Grünen zuletzt im Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität und Wohnungswesen (AKUMW) angeregt, im Bereich rings um den Neumarkt – konkret vom Hofgarten aus über die Bergstraße, die Heinestraße und Am Neumarkt inklusive Max-Leven-Gasse und Peter-Knecht-Straße – eine verkehrsberuhigte Zone zu schaffen, gab es seitens der CDU harsche Kritik an diesem Vorstoß. Deren Kernargumenten schloss sich zuletzt auch der Eigentümerverein Haus und Grund an. Die Innenstadt könne als Wohn- und Handelsquartier nur aufgewertet werden, wenn sie gut erreichbar sei, hieß es.

Ganz so negativ steht Reiner Nießen, Vorstandsmitglied beim VCD Bergisches Land (Verkehrsclub Deutschland), den Plänen nicht gegenüber. „Vom Prinzip her halte ich eine Verkehrsberuhigung für richtig. Allerdings wären auf der Bergstraße dann bauliche Veränderungen notwendig, damit Autofahrer dort Schrittgeschwindigkeit fahren. Ansonsten ist die Straße einfach zu breit.“

Solingen: Radfahrer müssen laut VCD aktuell viele Umwege in Kauf nehmen

Von der Frage einer Verkehrsberuhigung abgesehen macht der VCD auf einige spezielle Probleme in der aktuellen Verkehrsführung aufmerksam, die es zu beheben gelte: „Radfahrer dürfen nicht in Nord-Süd-Richtung den Busbahnhof am Graf-Wilhelm-Platz passieren, sondern müssen umständlich und stark von Autofahrern gefährdet über die Bergstraße, Am Neumarkt, vorbei am C&A, über die Peter-Knecht-Straße zurück zur Kölner Straße und weiter zum Ufergarten fahren“, führt Nießen aus. Außerdem werde der Busverkehr durch den immer noch starken Pkw-Verkehr auf der Kölner Straße behindert. Zudem gefährdeten Radfahrer und Busse sich auf der südlichen Kölner Straße und am Ufergarten bergauf gegenseitig.

Doch auch Autofahrern würden aktuell unnötige Umwege zugemutet, kritisiert der VCD: So gelange man vom Weyersberg aus nur auf umständlichem Wege in die Innenstadt – etwa über die Blumenstraße oder den Neumarkt. „Von Höhscheid aus kommend muss man einen Umweg über die Martin-Luther-Straße machen, um zur Friedrichstraße zu gelangen. Das führt auch zu Staus auf der Kölner Straße“, schildert Nießen. Gleichzeitig sei von der Goerdelerstraße in Richtung Höhscheid aus ein Umweg über die stark belastete Kreuzung Werwolf oder den Kreisverkehr Kölner Straße notwendig.

Zu den genannten Problempunkten hat der VCD verschiedene Lösungsansätze erarbeitet, um die Verkehrssituation in der City zu entzerren. So könnte die Kölner Straße nach den Vorstellungen des Vereins ab der Einmündung Blumenstraße gesperrt und nur noch für den Busverkehr freigegeben werden. Ferner sollen Radfahrer die Busbahnhof-Durchfahrt in beide Richtungen passieren können. Der Bau des geplanten doppelten Kreisverkehrs Dickenbusch könnte aus VCD-Sicht den Bereich an der Einmündung Kölner Straße / Martin-Luther-Straße entlasten.

Die jetzige Einbahnregelung auf der Heinestraße vom Neumarkt aus kommend in Richtung Friedrichstraße solle umgekehrt werden. Aktuell fließt der Verkehr von der Kasernenstraße und der Heinestraße auf die Friedrichstraße ab, weshalb es dort häufiger zu Staus kommt. Ändert man auf der Heinestraße die Richtung der Einbahnregelung, könnte man nach Nießens Einschätzung die Grünphase für die Kasernenstraße verlängern.

„Es wird unnötig viel Verkehr in den Bereich Neumarkt/Heinestraße gelockt.“
Reiner Nießen, VCD Bergisches Land

Für verzichtbar hält der VCD den Parkplatz Bergstraße/Neumarkt/Heinestraße, den man schließen und für eine Bebauung nutzen könne. „Momentan wird unnötig Pkw-Verkehr in den Bereich Bergstraße/Neumarkt gelockt, weil dort ebenerdige Parkplätze auf städtischem Grund angeboten werden, obwohl in der Innenstadt reichlich öffentlicher Parkraum in Parkhäusern und Tiefgaragen vorhanden ist“, ist Nießen überzeugt.

Weitere Ideen

Weitere Ideen sind, die Fahrbahnen auf der Kölner Straße und Ufergarten bergauf zu Lasten der Mittelstreifen zu verbreitern, zwischen Ufergarten und Graf-Engelbert-Straße eine Durchfahrtsmöglichkeit für Radfahrer zu schaffen und von der Bergstraße aus das Linksabbiegen in die Friedrichstraße zu ermöglichen.

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