Verkehr

Stau rund um die Kohlfurth sorgt für Ärger

Eine Fahrt in die Kohlfurth – von Solingen aus (Foto) sowie von der L 74 aus – dauert derzeit deutlich länger.
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Eine Fahrt in die Kohlfurth – von Solingen aus (Foto) sowie von der L 74 aus – dauert derzeit deutlich länger.

Lange Wartezeiten und ein frustrierter Café-Besitzer – Stadt sieht keine Alternative zur Baustelle

Von Björn Boch

Solingen. Der Start von Bauarbeiten in der Kohlfurth verlangt von Verkehrsteilnehmern derzeit viel Geduld – auf der vielbefahrenen Straße muss deutlich mehr Zeit eingeplant werden. Frustriert ist aber auch Richard Zöllner. Für den Inhaber des Café Hubraum beginnt die so wichtige Motorradsaison. Die Baustelle, so berichtet er dem Tageblatt, sollte dagegen schon vor eineinhalb Jahren starten. „Spätestens für den Winter war es aber zugesagt. Stattdessen geht es nun zur Hochsaison los. Und ein massiver Rückstau legt den Verkehr lahm.“ Was das für sein Café bedeutet, vermag er noch nicht abzuschätzen – er hofft, dass es gut erreichbar bleibt.

Am Dienstag war auf der Kohlfurther Straße – zwischen den Hausnummern 10 und 47 – die Baustelle eingerichtet worden. Die SWS Netze Solingen verlegen dort Gas- und Wasserleitungen, der Verkehr wird einspurig geführt und mit einer Ampel geregelt. Die Arbeiten sollen bis Mitte Juli dauern, teilte die Stadtverwaltung mit, die versäumt hatte, vorab über die Einrichtung der Baustelle zu informieren. Dafür hatte sie um Entschuldigung gebeten.

Richard Zöllner ist frustriert: Die Baustelle startete zeitgleich mit der Motorradsaison.

Am Mittwoch teilte die Stadt auf Anfrage mit, dass es „aufgrund der umfassenden Planungs- und Koordinierungsphase nicht möglich war, früher mit den Arbeiten zu beginnen“. So hätten die Arbeiten auf der Cronenberger Straße – auch im Bereich Kuller Straße – zunächst abgeschlossen werden müssen. Verschiedene Arbeiten würden koordiniert. „Deshalb wurde der Glasfaserausbau auch abgestimmt. Er läuft zeitgleich“, so Stadtsprecherin Sabine Rische. SWS Netze und die Stadt bemühten sich, verkehrsarme Ferienzeiten zu nutzen. Wegen der Betriebszeiten der Tiefbaufirmen seien die Sommerferien aber keine Alternative gewesen.

Deutliche Einschränkungen bei der Planung habe es zudem durch Corona gegeben. Der Wirt im Café Hubraum sei frühzeitig über die Pläne informiert worden – auch darüber, dass die ursprünglich vorgesehene Bauzeit leider nicht umgesetzt werden konnte. Rische: „Das Bauunternehmen steht in engem Kontakt und ist bemüht, Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten.“

„Die Erfahrung zeigt, dass sich Verkehrsteilnehmer auf eine veränderte Situation zeitnah einstellen.“

Sabine Rische, Stadtsprecherin

Eine Alternative zur Baustellenampel gebe es nicht, der Verkehr bleibe einspurig. Die Arbeiten könnten aber früher abgeschlossen werden. So versuche das beauftragte Unternehmen, parallel arbeitende Baukolonnen einzusetzen.

Anfang April hat zudem eine Sanierung zwischen Cronenberg und der Kohlfurth begonnen. Der Fußweg an den Wuppertaler Straßen Wahlert und Solinger Straße wird repariert und bis Ende Juni zum Fuß- und Radweg umgebaut. Auch dort regelt teilweise eine Baustellenampel den Verkehr und sorgt für Verzögerungen – damit ist etwa die Buslinie CE 64 von beiden Baustellen betroffen. Sie fährt vom Graf-Wilhelm-Platz über die Kohlfurth und Cronenberg nach Wuppertal.

Der Stadt Solingen sei klar, dass es rund um die Kohlfurth „um eine sehr sensible Verkehrsverbindung geht, für die es kaum Alternativen gibt“. Klar sei aber auch, dass gebaut werden müsse, schließlich werde bedeutende Infrastruktur erneuert und verbessert. Würden verschiedene Arbeiten nicht miteinander kombiniert – oder falsche Baustellen zeitgleich abgewickelt – würde das zu größeren oder häufigeren Beeinträchtigungen führen. „In die Koordinierung einbezogen wurde auch die Linie CE 64. Die Haltestelle wurde im Bereich Kohlfurther Straße verlegt.“ Der Hauptverkehrsstrom komme aber von der L 74, daher rechne man nicht mit maßgeblichen Auswirkungen in Richtung Cronenberg.

Dafür aber mit zeitnaher Entspannung, wie Sabine Rische erklärt: „Die Erfahrung zeigt, dass sich die Verkehrsteilnehmer auf eine veränderte Situation zeitnah einstellen. Am Anfang wird es eng, dann spielt es sich ein und entspannt sich.“

Hintergrund

Während in der Kohlfurth die Stadtwerke (SWS Netze) Leitungen verlegen, ist in Cronenberg der Landesbetrieb Straßen NRW verantwortlich. Antworten von Straßen NRW und den Verkehrsbetrieben der beteiligten Stadtwerke aus Solingen und Wuppertal zur Linie CE 64 stehen noch aus.

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