Nachfolge

Staffelstabübergabe bei Pro Familia - Lara Kolleck übernimmt die Leitung

Lara Kolleck (l.) übernimmt bei Pro Familia die Leitung von Margot Nitz-Roelofsen, die in den Ruhestand geht. Foto: Michael Schütz
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Lara Kolleck (l.) übernimmt bei Pro Familia die Leitung von Margot Nitz-Roelofsen, die in den Ruhestand geht.

In diesen Tagen macht Margot Nitz-Roelofsen alles ein letztes Mal.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. „Ein letztes Mal Supervision, ein letztes Mal Statistik, ein letztes Mal Teamsitzung“, zählt sie exemplarisch auf. Nach 42 Jahren geht die Leiterin des Solinger Ortsvereins und der Beratungsstelle Pro Familia in den Ruhestand.

Die 66-Jährige hätte bereits im vergangenen Dezember aufhören können. „Aber ich wollte keinen Winterblues bekommen und habe meinen Abschied lieber in die helle Jahreszeit gelegt“, sagt sie. Zudem seien da auch andere langjährige Mitarbeiter pensioniert worden und zu viel Wechsel auf einen Schlag habe sie dem Team nicht zumuten wollen.

Nun reicht sie den Staffelstab mit einem gutem Gefühl an ihre Nachfolgerin Lisa Kolleck weiter. „Damit ist der Generationenwechsel vollzogen“, erläutert die 30-jährige Sozialarbeiterin, die seit vier Jahren bei Pro Familia Menschen in Krisensituationen berät und hilft, sie zu meistern. „Ich trete in große Fußstapfen“, sagt sie lächelnd mit freundschaftlichem Blick auf ihre Noch-Chefin, die diese Bezeichnung aber eher nicht mag. „Als ich als junge Frau mit Beratungen zu Schwangerschaftsabbrüchen begonnen habe, waren wir bewusst und überzeugt konsequent basisdemokratisch strukturiert“, erzählt Margot Nitz-Roelofsen. „Das hat sich später formal geändert, mir ist aber immer die Teamarbeit und die Augenhöhe aller zueinander wichtig geblieben“, betont sie.

Ihr Anliegen war es all die Jahre, Menschen in Seelennöten respektvoll und helfend zu begegnen und gemeinsam mit ihnen nach Lösungen aus den Schieflagen zu suchen. Rückblickend freut sie sich über die positive Entwicklung von Pro Familia. Nicht nur, weil sich die Arbeitsfelder ausgeweitet haben und nun auch zum Beispiel die Betreuung von Prostituierten oder die Beratung von Jugendlichen und Menschen im Rentenalter dazugehören. Sondern auch, weil es inzwischen gesellschaftlich anerkannt ist, sich in schwierigen Familiensituationen beraten zu lassen. „Sogar Männer kommen inzwischen verstärkt, wenn sie in ihrer Partnerschaft nicht weiter wissen, das war vor 40 Jahren geradezu ein Tabu.“

Beratungsstelle sieht sich gut aufgestellt

Leider seien inzwischen Wartezeiten für Beratungen die Regel. Ausnahme machten da nur die Gespräche mit Frauen, die ihre Schwangerschaft nicht fortführen wollen. Da dränge natürlich die Zeit. Große Änderungen bei der Solinger Pro Familia stehen also für Lisa Kolleck als neue Leitung nicht auf der Agenda. „Wir sind für unsere Aufgaben gut aufgestellt“ sagt sie mit Blick auf das neunköpfige, vornehmlich weibliche Team, zu dem nur ein männlicher Kollege gehört, und sieht ein „Weiter so“ als Gütesiegel. Ebenso wie Margot Nitz-Roelofsen schätzt sie die vernetzten Kooperationen mit anderen Beratungsstellen in Solingen, zum Beispiel mit der Diakonie oder der Awo. „Wir arbeiten gut zusammen und ergänzen damit das eigene Angebot indirekt.“

Langweilig wird es Margot Nitz-Roelofsen im Ruhestand bestimmt nicht werden: Weiterhin wird sie ihre Wuppertaler Praxis für Supervision und Paartherapie weiterführen, in der Arbeit mit Geflüchteten weitermachen sowie Vorstandsaufgaben im Verein „KomMal“ der Klimaschutzsiedlung Malerstraße in Wuppertal sowie in einer inklusiven Waldorfschule in Velbert wahrnehmen.

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