Ab 1. Juni

Stadtwerke bereiten sich auf 9-Euro-Ticket vor

Zu Beginn der Pandemie war der Kauf von Fahrscheinen in vielen Bussen nicht möglich. Ob das 9-Euro-Ticket beim Busfahrer erworben werden kann, ist noch unsicher. Archivfoto: Tim Oelbermann
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Zu Beginn der Pandemie war der Kauf von Fahrscheinen in vielen Bussen nicht möglich. Ob das 9-Euro-Ticket beim Busfahrer erworben werden kann, ist noch unsicher.

Rund 20.000 Abos müssen bearbeitet werden – Detailfragen sind noch ungeklärt.

Von Björn Boch

Solingen. Nun ist der Stichtag also der 1. Juni – ab diesem Tag sollen Menschen in ganz Deutschland den Nahverkehr nutzen können. Und das drei Monate lang, für jeweils 9 Euro monatlich. Ursprünglich war bereits der 1. Mai im Gespräch, der Zeitplan war aber zu ambitioniert, wie die Bundesregierung nach Absprachen mit Verkehrsverbünden feststellen musste.

Das Ticket ist Teil des Entlastungspakets der Regierung. Aufgrund stark gestiegener Spritpreise greift die Politik ein, Benzin und Diesel sollen für die Autofahrer günstiger werden. Das 9-Euro-Ticket soll ermöglichen, komplett auf das Auto zu verzichten – und auch diejenigen entlasten, die kein Auto zum Pendeln nutzen.

Der Verkehrsbetrieb der Solinger Stadtwerke (SWS) ist froh, dass noch ein wenig Zeit für die Vorbereitung bleibt. „Die werden wir auch brauchen“, sagt Sprecherin Silke Rampe. Zumal viele Details noch unklar seien. Sicher sei allerdings, dass die Abonnenten, also die Inhaber zum Beispiel von Monatskarten, ebenfalls von der Vergünstigung profitieren sollen, was für den Verkehrsbetrieb viel Arbeit bedeutet. „Wir haben derzeit rund 20 000 Abos, der Vertrieb muss jede Kundin und jeden Kunden da im System bearbeiten“, so Rampe – die Abos sollen für die drei Monate direkt auf 9 Euro gesetzt werden. Experten hatten wegen des Aufwands gefordert, den Nahverkehr lieber gleich drei Monate kostenlos zu machen.

Wir hoffen, neue Kunden dauerhaft zu gewinnen.

Silke Rampe, Verkehrsbetrieb

In Kenntnis gesetzt werden müsse auch das Kontroll- und Servicepersonal zum Aussehen des neuen Tickets und zur Gültigkeit – darüber würden dann auch die Kolleginnen und Kollegen im Fahrdienst informiert, so Rampe.

Wie groß der Ansturm auf das 9-Euro-Ticket abseits der regelmäßigen Kunden sein wird, könnten die SWS noch nicht abschätzen. Zu groß dürfe der Andrang nicht werden, „wir haben ja nicht mehr Fahrer oder Fahrzeuge zur Verfügung“, so Rampe. „Wir hoffen aber darauf, neue Kunden auch dauerhaft zu gewinnen.“ Gelegenheitsfahrer sollen daher gezielt informiert werden.

Hier kann man das Ticket kaufen

Erhältlich sein soll das Ticket voraussichtlich an den Automaten der Deutschen Bahn, des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr sowie digital in den entsprechenden Apps. Inwieweit auch einzelne Verkehrsbetriebe in den Verkauf eingebunden werden, ist laut Silke Rampe noch nicht klar. Ursprünglich sei ein rein digitaler Vertrieb des Tickets im Gespräch gewesen – das hätten viele Verkehrsbetriebe aber abgelehnt. „Das schließt einfach zu viele Kunden aus“, betonte Rampe.

Das Ticket soll voraussichtlich bundesweit gelten – allerdings nur im Nahverkehr, nicht in den Fernzügen der Deutschen Bahn. Das Geld für das Ticket kommt vom Bund, wird aber zunächst an die Länder verteilt, die es wiederum an die Verkehrsbetriebe ausschütten – auch als Teil der noch immer coronabedingten Entlastungspakete für den defizitären Öffentlichen Nahverkehr. Der hat wiederum selbst mit Preissteigerungen zum Beispiel für Dieselkraftstoff zu kämpfen. Rampe: „Diese Mehrkosten können wir erst am Ende des Jahres beziffern.“

Lesen Sie auch: Barrierefreiheit: So läuft der Ausbau der Bushaltestellen in Solingen

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