Gestiegene Energiepreise

Stadtwerke: Abrechnungen könnten sich verzögern

Die gestiegenen Energiepreise belasten viele Haushalte. Für Dezember hat der Bund Entlastung angekündigt.
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Die gestiegenen Energiepreise belasten viele Haushalte. Für Dezember hat der Bund Entlastung angekündigt.

Der Bund übernimmt die Dezember-Kosten für Gas und Fernwärme. Viele Mieter erhalten die Unterstützung erst 2023.

Von Manuel Böhnke und Philipp Müller

Solingen. Fest steht: Der Bund übernimmt den Dezember-Abschlag für Gas- sowie Fernwärmekunden. Wie die Stadtwerke Solingen (SWS) diese Ankündigung umsetzen, ist im Detail indes noch nicht klar. „Die Abschläge für Dezember müssen nicht bezahlt werden“, machte der Energieversorger gestern auf ST-Anfrage deutlich. Man werde sich am von der Regierung vorgesehenen Verfahren orientieren. Wer einen Dauerauftrag eingerichtet habe, könne sich den Betrag beispielsweise erstatten lassen – oder die Summe werde in der Endabrechnung berücksichtigt. Näheres wollen die Stadtwerke voraussichtlich zu Beginn kommender Woche bekanntgeben.

Wie hoch die Entlastung im Dezember ausfällt, richtet sich nach dem im September dieses Jahres prognostizierten Jahresverbrauch. Ein Zwölftel davon wird mit dem im Dezember gültigen Arbeitspreis multipliziert. Hinzu kommt ein Zwölftel des Grundpreises.

Mieter, die keinen direkten Vertrag mit dem Gaslieferanten abgeschlossen haben, erhalten die Unterstützung mit der Nebenkostenabrechnung. „Wir erstatten entsprechend an den Vermieter“, bestätigen die Stadtwerke.

Die Bundesregierung begründet dieses Vorgehen damit, dass viele Vermieter die monatlichen Vorauszahlungen noch nicht an die gestiegenen Energiepreise angepasst hätten. Die Hilfe erreiche die Mieter, wenn sie nach der Nebenkostenabrechnung im kommenden Jahr gegebenenfalls Nachzahlungen für 2022 leisten müssen.

Sparkasse: „Zeitnah informieren bei finanziellen Problemen“

Trotz der angekündigten Entlastung drücken die gestiegenen Kosten für Energie aufs Budget der Privathaushalte in der Klingenstadt. Bei der Stadt-Sparkasse Solingen kennt man das Problem. Vorstandsvorsitzender Stefan Grunwald rät daher, rechtzeitig auf die Sparkasse zuzugehen, sollte sich abzeichnen, dass diese Phase finanziell nicht bewältigt werden könne. In den Filialen könne dann im Einzelfall besprochen werden, ob zum Beispiel Sparpläne ausgesetzt werden könnten. Auch könne überlegt werden, wie man den Ausgabenapparat besser in den Griff bekommt. Das sollte die Kundschaft frühzeitig machen, wenn ein Engpass in Sicht ist, und nicht erst, wenn er eintritt.

Der Mieterbund Rheinisch-Bergisches Land weist zudem darauf hin, dass auch in finanzielle Not geratene Arbeitnehmer Anspruch auf Wohngeld haben können. Ebenfalls sei möglich, die Miete über eine gewisse Zeit zu stunden – im Gespräch mit dem Vermieter könne man diese und weitere Möglichkeiten abklopfen.

Derweil kündigen die Stadtwerke an, die Jahresendabrechnung für ihre Kunden „so gut es geht pünktlich“ erstellen zu wollen. Allerdings erschweren der derzeitige Arbeitsaufwand sowie krankheitsbedingter Personalmangel die Situation. Daher müsse „von einer Beeinflussung der pünktlichen Rechnungsstellung ausgegangen werden“.

Passend zum Thema: Steigende Energiepreise: Darf der Vermieter die Nebenkosten beliebig erhöhen?

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