Aktion

Stadtradeln startet mit mehr als 90 Teams

Rund 30 Teilnehmer waren beim Auftakt im Südpark dabei. Die Etappe ging über die Trasse bis zum Walder Stadtpark. Foto: Rouven Böttner
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Rund 30 Teilnehmer waren beim Auftakt im Südpark dabei. Die Etappe ging über die Trasse bis zum Walder Stadtpark.

Bis zum 24. September legen die Teilnehmer möglichst viele Wege mit dem Fahrrad zurück.

Von Jutta-Schreiber-Lenz

Solingen. Pedelecs, Holland-Räder, Mountainbikes, Rennräder oder Lastenräder: Die Vielfalt der „Drahtesel“, mit denen die gut 30 Teilnehmer der ersten offiziellen Etappe des diesjährigen Stadtradelns auf Tour gingen, war beeindruckend. Folgerichtig zeigten sich die Organisatorinnen vom Stadtdienst Mobilität, Patricia Reich und Ina Schmidt, bei der ersten offiziellen Etappe der dritten Solinger Stadtradeln-Runde mit der Resonanz auch sehr zufrieden.

Bei schönstem September-Wetter fiel pünktlich um 11.30 Uhr der Startschuss, um kräftig in die Pedale zu treten. 21 Tage lang möglichst viele Alltagswege klimafreundlich mit dem Fahrrad zurücklegen – darum geht es bei dieser internationalen Kampagne des Klima-Bündnisses. Vom 4. bis 24. September können alle mitmachen, die in der Klingenstadt wohnen, arbeiten oder zur Schule gehen, unabhängig vom Alter. „Dass heute auch Kinder beim offiziellen Start dabei sind, finde ich wirklich klasse“, sagte Patricia Reich, die zu Beginn jedem Teilnehmer ein Dankeschön-Präsent in Form eines blauen Regenschutzes für den Sattel überreichte. Sie sei froh, dass Corona in diesem Jahr wieder gemeinschaftliche Aktionen zuließe. „Die mussten wir im letzten Jahr komplett streichen.“

Stadtradeln in Solingen: Anmeldung über die Homepage oder die App

Schon mehr als 90 Teams seien bis dato dabei, erzählte sie. „Es werden von Jahr zu Jahr mehr Teilnehmer.“ Natürlich könne man als Einzelperson mitmachen – und auch nach wie vor einsteigen. „Man merkt, dass das Thema Klimaschutz und Kohlendioxid-Reduktion immer mehr ins Bewusstsein der Menschen dringt und dass immer mehr Menschen bereit sind, umzudenken und sich gedanklich zumindest nicht mehr ausschließlich auf das Auto als einziges Mittel zur Mobilität zu konzentrieren.“ Über die Homepage könne man sich anmelden oder die Stadtradeln-App herunterladen, die jeden gefahrenen Kilometer nachhalte und zur Auswertung weiterleite.

Auch in diesem Jahr suchte die Klingenstadt wieder „Stadtradeln-Stars“, die die drei Wochen konsequent ausschließlich mit dem Fahrrad bewältigen – und hat sie in Christian Hoppe-Lohndorf und Sven Heuermann gefunden. Einer, der bereits seit Jahren nur noch radelt, statt Auto zu fahren, ist Ralph Hauser, der in diesem Jahr beim Stadtradeln mitmacht. Er habe in seinen Berufsjahren im Außendienst lange Jahre hinter dem Steuer eines Autos gesessen, sagte er. „Das reicht.“ Inzwischen transportiere er sogar Möbel auf seinem Fahrrad. „Das geht.“

stadtradeln.de/solingen

Standpunkt: Es gibt noch viel zu tun

bjoern.boch@solinger-tageblatt.de

Kommentar von Björn Boch

Rund 100 Fahrraddiebstähle kamen im Vorjahr in Solingen auf 100 000 Einwohner – nach Remscheid ist das der zweitniedrigste Wert in Großstädten bundesweit. Grund ist weniger die gute Sicherheitslage, sondern die verhältnismäßig geringe Verbreitung von Fahrrädern: In Münster etwa ist der Wert 14-mal so hoch. Lange war der Grund in der bergischen Topographie zu suchen – ein Fakt, der mit E-Bikes und Pedelecs an Bedeutung verliert. Das bergische Wetter dagegen, wer könnte es verdenken, wird den einen und die andere sicher noch davon abhalten, konsequent auf das Fahrrad umzusteigen. In der „weltbesten Fahrradstadt“ Kopenhagen lässt das Wetter als Ausrede allerdings niemand gelten. Was Kopenhagen aber auch hat, ist eine konsequent auf Fahrräder ausgerichtete Infrastruktur. In der Klingenstadt dagegen herrscht bei einigen schon Aufregung, wenn auf einer Spur, die aufgrund einer Baustelle für Autos ohnehin nicht zur Verfügung steht, ein Pop-up-Radweg entsteht – so in Merscheid geschehen. Es gibt also noch viel zu tun für eine fahrradfreundlichere Politik. Aktionen wie das Stadtradeln können dafür ein Bewusstsein schaffen.

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