Ladeneinheiten

Stadt vermietet Flächen in der Innenstadt

45 kleinere Ladeneinheiten haben Innenstadtmanagement und Stadtentwicklungsplanung für das neue Programm W.I.N. („Wagen.Investieren.Nutzen“) ausgewählt. 
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45 kleinere Ladeneinheiten haben Innenstadtmanagement und Stadtentwicklungsplanung für das neue Programm W.I.N. („Wagen.Investieren.Nutzen“) ausgewählt. 

Eigentümer sollen auf einen Teil der Miete verzichten – Fördermittel helfen Gründern bis zu zwei Jahre lang.

Solingen. Die Stadt Solingen sucht für Leerstände in der Innenstadt neue Nutzer – und will zu diesem Zweck als Vermieterin auftreten. 45 kleinere Ladeneinheiten halten Innenstadtmanagement und Stadtentwicklungsplanung für das neue Programm „W.I.N.“ („Wagen. Investieren. Nutzen“) für geeignet. 20 davon liegen in den Clemens-Galerien, weitere 25 auf der Hauptstraße bis zur Linkgasse. Dieser Bereich wird als Schwerpunkt für Handel gesehen, im weiteren Verlauf der Hauptstraße soll verstärkt Wohnraum geschaffen werden.

Bedingung für den Mietvertrag: Eigentümer müssen ihre Kaltmiete auf 70 Prozent des bisherigen Wertes senken. Die Stadt übernimmt dann für bis zu zwei Jahre 50 Prozent der ursprünglichen Miete und schließt einen Vertrag mit dem neuen Nutzer, der die übrigen 20 Prozent plus Nebenkosten trägt. So sollen kreative Nutzung und Gründungen gefördert werden. 600 000 Euro stehen bereit – Mittel aus dem Programm zur „Stärkung der Innenstädte und Zentren“ des Landes NRW.

„Noch ist kein Vertrag unterschrieben, klar. Aber in den Köpfen ist einiges passiert.“

Hartmut Hoferichter über das Interesse der Eigentümer

Eigentümer und mögliche Mieter zusammenzubringen, ist Aufgabe des Innenstadtmanagements (| Kasten). Carolin Helmus berichtet, dass 22 Eigentümer angeschrieben worden seien, um Fragen wie Ausstattung und Zustand der Ladenlokale zu klären. Wie viele prinzipiell bei dem Programm mitmachen, ist noch unklar.

Potenzielle Mieter müssten ihre Geschäftsidee erläutern – und sagen, welche Voraussetzungen sie benötigen. „Eine städtische Jury wird das Konzept bewerten“, so Helmus. Dabei spiele eine Rolle, wie innovativ, kreativ oder sozial relevant das Angebot sei.

„Unser Hauptziel ist die Wiederbelebung leerstehender Ladenlokale mit allem, was kreativ und innovativ ist. Wir suchen nicht immer neue Einzelhandelsangebote“, betont Solingens Stadtdirektor Hartmut Hoferichter. Mit der Förderung, also niedrigen Mieten, will die Stadt den Start für Geschäftsideen erleichtern – und sieht auch große Bereitschaft bei den Eigentümern, ohne die es natürlich nicht gehe.

„Es gibt diesen gemeinsamen Geist, dass sich etwas ändern muss. Dass der nächste Billigladen als Mieter keine Lösung ist, genauso wenig wie beklebte Schaufenster und Leerstand, bis jemand wieder die volle Miete zahlt,“, erklärt Miriam Macdonald, Abteilungsleiterin der Stadtentwicklungsplanung.

Hartmut Hoferichter geht davon aus, dass „zahlreiche Interessenten in einigen Monaten an den Start gehen könnten“ – wenn sich die Corona-Lage verbessert habe. Die Förderung biete eine wirtschaftlich günstige Ausgangssituation, erklärte der Stadtdirektor, der außerdem „wenig Papierkram“ versprach. Eigentümer hätten bei der Auswahl natürlich ein Mitspracherecht.

Zunächst konzentriert sich die Förderung auf Flächen bis 300 Quadratmeter – auch für größere Flächen oder Ladenlokale im Kern der Solinger Innenstadt, die nicht auf der Hauptstraße liegen, könnten aber Lösungen gefunden werden. Alle 45 Einheiten in diesem Gebiet zu fördern, dafür reiche das Geld ohnehin nicht aus – als Ziel haben sich die Verantwortlichen etwa die Hälfte gesetzt. Dafür haben sie zwei Jahre Zeit.

Für den Bereich, in dem auch die „Gläserne Werkstatt“ im früheren Appelrath-Cüpper entstehen soll, hofft Hoferichter auf Synergieeffekte. Die Stadt könne Gründern dann vielleicht keinen Platz mehr in der Werkstatt anbieten, dafür aber in einem nahen Ladenlokal. Für die Zukunft der Innenstadt ist er guter Dinge: „Wir sind darauf angewiesen, dass viele mitmachen. Und das Interesse hat zugenommen. Noch ist kein Vertrag unterschrieben, klar. Aber in den Köpfen ist einiges passiert.“

Innenstadtmanagement

Wer: Carolin Helmus und Simon Flick verantworten das „Innenstadtmanagement im Auftrag der Klingenstadt Solingen“

Informationen und Unterlagen: Innenstadtmanagement im Coworkit „Mittendrin!“, Linkgasse 12, 42651 Solingen

Telefon: (01 75) 1 81 04 00

E-Mail: info@ city2030-solingen.de

Weitere Infos online:

www.solingen.de/de/inhalt/innenstadt

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