Verkehr

Stadt schlägt sieben Tempo-30-Zonen vor

. . . die Goethestraße in Burg/Höhscheid. . .
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Der Degenhof in Mitte bietet sich als Teil einer Tempo-30 an, wie. . . 

In allen Stadtbezirken soll der Straßenverkehr gebremst werden. Die Kosten dafür beziffert die Verwaltung auf etwa 12.000 Euro.

Von Andreas Tews

Solingen. Die Stadtteilpolitiker werden in den kommenden Wochen über sieben zusätzliche Tempo-30-Zonen in Wohngebieten abstimmen. So schlagen es die Verkehrsfachleute des Rathauses den Bezirksvertretungen vor. In anderen Fällen halten sie 30er-Zonen hingegen für nicht ratsam, zu teuer oder für nicht zulässig. Jeweils zwei Zonen sollen in Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid und Burg/Höhscheid eingerichtet werden. Solingen-Mitte, Wald und Gräfrath könnten jeweils eine erhalten. Die Kosten für Schilder und Markierungen beziffert die Verwaltung auf insgesamt knapp 12 000 Euro.

Mit diesen Vorschlägen setzt das Rathaus den vor acht Jahren eingeschlagenen Weg fort, jedes Jahr zusätzliche Tempo-30-Zonen auszuweisen. Das Ziel sei, für mehr Verkehrssicherheit zu sorgen und die Wohnqualität zu erhöhen. Vorschläge für neue Zonen kommen von Bürgern oder aus der Arbeitsgruppe Mobilität der Solinger Klimaallianz.

Mitte: In Solingen-Mitte soll auf Antrag von Anwohnern auf der Degenstraße eine 30er-Zone eingerichtet werden. Dafür spricht nach Auffassung der städtischen Fachleute, dass diese Strecke als Schulweg genutzt werde.

. . . die Goethestraße in Burg/Höhscheid. . .

In späteren Jahren möglich sei eine solche Regelung auch auf der Van-Meenen- und der Haumannstraße. Ebenfalls geeignet sei der Bereich Mittelgönrath, den die Bezirksvertretung Mitte – obwohl 2017 und 2019 von der Verwaltung vorgeschlagen – bisher nicht beschlossen habe. Nicht ratsam sei eine Zonenregelung hingegen im Bereich Waardt und Lehn, weil dort schon Tempo 30 an vielen Stellen zu schnell sei. Auf der Dingshauser-, Kreuzweger- und Friedrich-Wilhelm-Straße wäre eine Zone nur mit verkehrsberuhigenden Umbauten möglich.

Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid: Eine Tempo-30-Zone soll im Bereich Alemannenstraße, Hermann-Hesse- und Wilhelm-Busch-Weg eingerichtet werden. Er werde oft als „ Schleichweg“ genutzt, um die Kreuzung Höhscheider Straße/Friedenstraße zu umfahren. Auch für Leipziger Straße, Dresdener Straße und Meißener Straße schlägt das Rathaus eine neue Zone vor.

. . . der Wilhelm-Busch-Weg in Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid, . . .

Auf der Uferstraße und Nebenstraßen wäre dies hingegen nur mit etlichen verkehrsberuhigenden Umbauten zu realisieren. Nicht ratsam sei eine 30er-Zone in den Hofschaften Wilzhaus, Schnittert und Keusenhof. Die schmalen Fahrbahnen ließen dort weniger als Tempo 30 zu.

Burg/Höhscheid: Für Tempo-30-Zonen geeignet sind in Burg/Höhscheid das Wohngebiet mit Goethe-, Raabe-, Herder- und Wielandstraße sowie der Bereich Nachtigallenweg / Spechtpfad / Schwalbenweg. Diese Zonen schlägt das Rathaus vor.

. . . sowie Raffael- und Bertholdstraße in Wald. . . 

Geeignet, aber nicht auf der Vorschlagsliste sind Gläßnerstraße, Josefstraße, Borchertstraße, Fontanestraße, Hebbelstraße und Roseggerstraße. Hier müssten Sonderregelungen für Linienbusse gefunden werden. Die Schaberger Straße hält die Verwaltung wegen der dortigen Gewerbebetriebe nur für bedingt geeignet. Nicht ratsam sei eine Zone auf dem Meisenberger Weg und der Straße Dornsiepen. Dort führen die Autos bereits jetzt mit weniger als 30 Stundenkilometern. Eine 30er-Zone würde zum Schnellerfahren verleiten.

Wald: Für Wald befürwortet das Rathaus eine Zone auf der Raffaelstraße – unter anderem, um „Schleichverkehr“ zu unterbinden.

In Frage komme auch die Liebigstraße. Für die Ittertalstraße gelte dies wegen der unbebauten Bereiche hingegen nicht. Der Schimmelbuschweg wird wegen des geringen Verkehrsaufkommens als „nicht vorrangig“ eingestuft.

Gräfrath: Für Gräfrath schlägt das Rathaus den Bereich Gotenstraße, Sachsenstraße, Vogelsang und Ubierweg vor. Dafür spreche, dass durch das Klinikum, das Schulzentrum Vogelsang und den Botanischen Garten das Fahrrad- und Fußgängeraufkommen hoch sei.

. . . und die Gotenstraße im Stadtbezirk Gräfrath.

Möglich wären nach Ansicht der Fachleute auch vorgeschlagene Zonen auf dem Amorweg und im Bereich Ketzberg (eingeschränkt). Sie werden in diesem Jahr aber nicht vorgeschlagen.

Kriterien

Regeln: Möglich sind Tempo-30-Zonen laut Straßenverkehrsordnung in reinen Wohngebieten, in denen die Straßen ein einheitliches Erscheinungsbild haben. Durchgangs- und Vorfahrtsstraße scheiden aus.

Gewichtung: Die Verwaltung gewichtet Vorschläge danach, ob sich an den Straßen Kindergärten, Schulen oder Senioreneinrichtungen befinden, ob viele Fußgänger und Radfahrer queren und ob es häufig Unfälle gibt.

Standpunkt

andreas.tews@solinger-tageblatt.de

Kommentar von Andreas Tews

Jahr für Jahr schlägt die Stadt neue Tempo-30-Zonen vor. Das Ziel ist, dass dereinst alle reinen Wohngebiete, in denen es möglich ist, zu solchen Zonen werden. Zumeist folgt die Politik diesen Anregungen. Aber nicht immer: Dass Tempo-30-Zonen im Einzelfall umstritten sind, zeigt das Beispiel Mittelgönrath, das die Stadtverwaltung wiederholt vorgeschlagen hatte. Die Bezirksvertretung Mitte stimmte dem aber beide Male nicht zu. Auch der Umstand, dass Anwohner Zonen vorschlagen, heißt nicht, dass alle Anlieger damit einverstanden sind. Fest steht aber, dass weniger Unfälle passieren, wenn anstatt mit 50 nur noch mit 30 Stundenkilometern gefahren werden darf. Tempo-30-Zone heißt aber nicht, dass Autofahrer diese Höchstgeschwindigkeit auch ausreizen müssen. An vielen Stellen ist selbst dies noch zu schnell. Dennoch lehnt die Stadtverwaltung Vorschläge für Tempo-30-Zonen ab, wenn sie befürchtet, dass dies Autofahrer dazu verleiten könnte, schneller als angebracht zu fahren. Dies zeigt, dass am Steuer nicht immer die Vernunft regiert. Darum sind Tempolimits und Kontrollen so wichtig.

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