Investition

Stadt Solingen saniert vier Kunstrasenplätze

Lauter geflickte Stellen vor dem Tor auf dem Sportplatz Höher Heide – sie gehören nach der Sanierung der Vergangenheit an. Foto: Christian Beier
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Lauter geflickte Stellen vor dem Tor auf dem Sportplatz Höher Heide – sie gehören nach der Sanierung der Vergangenheit an.

Die Sportplätze Brabant, Höher Heide, Zieten- und Ritterstraße sind betroffen. Der Belag auf den betroffenen Plätzen ist teilweise seit 18 Jahren im Einsatz.

Von Philipp Müller

Solingen. Ende August soll der Fußball wieder im Ligabetrieb der Amateure auf Solingens Sportplätzen rollen. Bis dahin will die Stadt vier Plätze sanieren und den alten Kunstrasenbelag austauschen. Das betrifft die Sportplätze Brabant, Höher Heide, Zieten- und Ritterstraße. „Das Gesamtpaket wird voraussichtlich Ende Juli, Anfang August umgesetzt“, berichtet Rathaussprecherin Sabine Rische. Die Zeitspanne reicht laut Verwaltung aus, um zu Beginn des Spielbetriebs mit allen vier Plätzen fertig zu sein.

Das Vorhaben basiert auf einem Beschluss des Rates und des Sportausschusses aus dem März dieses Jahres zum Kunstrasenprogramm der Stadt Solingen. Danach sollen Kosten von 250 000 Euro pro Platz entstehen. Die Verwaltung geht laut Sabine Rische davon aus, dass der Kostenrahmen von insgesamt einer Million Euro auch eingehalten werde. „Das Material wird jetzt produziert, dann werden die alten Plätze abgeräumt und neu ausgestattet.“

„Wir gehen von einer Sanierungszeit von drei Wochen aus.“

Sabine Rische, Stadtsprecherin

Die Maßnahmen setzen die Sanierungen der Kunstrasenplätze fort, allerdings mit neuem Material. Kunstrasenplätze waren in Verruf geraten, weil das Granulat wie Mikroplastik die Umwelt belastet. Daher hatten Rat und Ausschuss der Vorlage auch zugestimmt, weil die Verwaltung ihr Vorhaben in Sachen Natur- und Umweltschutz konkretisierte: „Mittlerweile gibt es neue und bereits verbaute Kunstrasensysteme, welche ohne Gummigranulat-Anteil auskommen und trotzdem perfekte Spieleigenschaften bieten.“

Solingen: Sanierung der Kunstrasenplätze bedeutet auch eine Kostenersparnis

Das System werde seit dem Start der Platzsanierungen erfolgreich eingesetzt und passe in die Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Solingen. So verhindert der neue Kunstrasen, dass Mikroplastik über Windböen in die Oberflächengewässer der Stadt gelangt.

Bezahlt wird die eine Million Euro zur Hälfte aus der jährlichen Sportpauschale. Weitere 500 000 Euro stammen aus dem Investitionsplan der Stadt für das laufende Haushaltsjahr. Ziel ist aber auch, möglichst weniger Geld auszugeben. Die gesparten Summen sollen zurück in den Topf der Sportpauschale fließen und dann für kommende Kunstrasen-Austausche eingesetzt werden.

Die Sanierung bedeutet nach Angaben der Verwaltung aber auch eine Kostenersparnis: Denn ohne das Nachfüllen von Granulat sind die Wartungsarbeiten günstiger als bei der ersten Version des Kunstrasens.

Die vier jetzt zu sanierenden Sportplätze hatte die Verwaltung ausgesucht, weil sie wirtschaftlich nicht mehr für den Spielbetrieb in Schuss gehalten werden konnten. Der Belag ist teilweise seit 18 Jahren im Einsatz.

Solingen: Unter dem Sportplatz Ritterstraße wird ein Kanal saniert

Größer wird die Baustelle auf dem Sportplatz Ritterstraße. Unter dem Platz verläuft ein älterer Abwasserkanal. Der ist so marode, dass er nur in „offener Bauweise“ repariert werden kann. Dazu müsse ohnehin der alte Kunstrasen weichen, so dass der Austausch komplett erfolge. Die Kosten dafür bestreitet die Stadt aus einer anderen Haushaltsstelle.

Am 21. August wird dann schon der erste Anpfiff der Schiedsrichter auf dem neuen Belag erfolgen. „Wir gehen von einer Sanierungszeit von etwa drei Wochen aus, jedoch sind die Arbeiten wetterabhängig“, sagt Sabine Rische. Wenn also alles gut laufe, sollten die Plätze zum Saisonstart wieder bespielbar sein. Spiele das Wetter nicht mit, sollten die Einschränkungen so gering wie möglich bleiben.

Kunstrasen

Zwischen 2003 und 2006 wurden von 18 Sportplätzen 5 aufgegeben. Die übrigen 13 Spielfelder erhielten einen Kunstrasenbelag. Der sollte ungefähr 15 Jahre halten. Bereits auf 5 Plätzen wurde der Kunstrasen ausgetauscht. Nach der Erneuerung weiterer 4 Kunstrasenbeläge auf den Anlagen im Jahr 2021, sollen die neuen Spielflächen laut Verwaltung der Stadt wieder für 12 bis 15 Jahre nutzbar sein.

Standpunkt

philipp.mueller@solinger-tageblatt.de

Kommentar von Philipp Müller

Oft wird über die Kultur berichtet, weil sie durch die Corona-Maßnahmen stark gelitten hat. Im Sport war die Lage ganz ähnlich. Sicher, Profis konnten antreten – ohne Zuschauer. Aber Tausende von Amateursportlern in der Klingenstadt waren lange zur Untätigkeit gezwungen. Dies gilt auch für alle, die dem rollenden Ball auf den Kunstrasenplätzen mehr oder weniger erfolgreich hinterherlaufen oder ihn geschickt passen können – am besten mit Torerfolg. Für die Kickerinnen und Bolzer beginnt der Ligabetrieb Ende August. Dass sie optimale Bedingungen vorfinden, ist auch der Strategie der Stadt zu verdanken, sich frühzeitig darum zu kümmern, wie die Plätze erhalten werden. Das machen nicht alle Städte so. Dadurch bleiben den Solinger Fußballvereinen Flickschustereien im Großen und Ganzen erspart, wenn sie dorthin gehen, wo es entscheidend ist: auf dem Platz. Und so kann bald gezeigt werden, was seit Wochen trainiert wird.

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